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ICH BIN DER GUTE HIRT (Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V.)

SLAVORUM APOSTOLI
Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V.

3. Quartal 2020

ICH BIN DER GUTE HIRT

Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe (Joh 10,11)

Im August 2020

Liebe Freunde des Christlichen Ostens, liebe Wohltäter!
Die Gute-Hirten-Rede des Herrn beginnt mit dem Hinweis auf die Gefahr durch „falsche Hirten“: „Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber“ (Joh 10,1).

Bereits im Alten Testament ist oftmals von Bedrohung und Gefahr für die Herde Gottes durch „falsche Hirten“ die Rede. Diese waren dem Willen und der Weisung Gottes dadurch untreu, dass sie mehr sich selbst als die ihnen anvertraute Herde sahen. Die prophetische Kritik Ezechiels (6. Jh. v.Chr.) ist eindeutig: „Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden? Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide. Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht und die starken misshandelt ihr. Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere“ (Ez 34,1-5).

Schon zur Zeit der Entstehung des Johannesevangeliums (ca. 67-90 n.Chr.) gab es Streit und Spaltungen durch schlechte Vorsteher, die die Kirche in ihrer Existenz bedrohten. Auch die Johannesbriefe zeugen von diesen Gefahren. Diese „falschen Hirten“ nehmen bei ihrer Hirtenaufgabe an ihrer Herde nicht den geraden „Weg“ durch die „Türe“, die Christus ist, sondern suchen oft nur ihren eigenen schnellen Gewinn an Ansehen, Einfluss und Macht. Dabei fügen sie ihrer Herde Schaden zu. Solche Hirten im Innern der Kirche sind gefährlicher als die Bedrohungen von außen.

Der Auftrag und die Sendung des Guten Hirten gilt auch für unsere Zeit. Ich bin dankbar und stolz, wenn ich unsere vielen selbstlosen, tapferen und mutigen Bischöfe, Priester und Ordensleute, samt ihren ehrenamtlichen Helfern im Nahen Osten (Syrien, Irak und Libanon), Ukraine, Afrika und jetzt in Weißrussland sehe. Sie bleiben bei ihren Herden, treten für sie ein, teilen ihre Anliegen und Nöte. Ein guter Hirte ist sich nicht zu gut, er nimmt den „Stallgeruch“ der Seinen an, er lebt mit und für seine Schafe und ist mit ihnen vertraut. Er braucht daher auch nicht heimlich mit geschickten organisatorischen, politischen, rhetorischen oder sonstigen Manipulationen in den Schafstall gehen und handeln, sondern er geht offen durch die „Türe“, die Jesus Christus ist. Er weiß, dass dem Herrn selber die Herde gehört und jedem Hirten das Hirtenamt nur auf Zeit übertragen ist. Er muss in seinem Namen mutig vorangehen und führen, ob gelegen oder ungelegen.
Meine Lieben, wenn ich auf die vergangenen Monate bei uns und auf einige unserer Oberhirten in Deutschland und Europa schaue, dann macht es mich traurig und nicht selten auch wütend. Wieviel phantasieloses, kleinmütiges, zurückhaltendes und eigennütziges Vorgehen trat da bei der Corona-Krise zutage, insbesondere in der Karwoche und Osterzeit. Wie schnell und bereitwillig fühlte sich so mancher Hirte seiner Verantwortung entbunden, überließ diese allein dem Staat, während viele Gläubige, die sich weiterhin nach Religiosität, Riten und Spiritualität sehnten, auf sich gestellt blieben. 1Auf lokaler Ebene wurde zwar von einzelnen Geistlichen und Ehrenamtlichen versucht, einiges an Sorgen und Nöten im Rahmen der nun staatlich-kirchlichen Vorgaben aufzufangen. Je mehr die Kirche aber in den letzten Monaten öffentlich immer mehr als „system-unrelevant“ erachtet wurde, desto mehr versuchte der eine oder andere Bischof, durch mediales und „politisches“ Verhalten sich selbst als „gesellschafts-relevant“ gegenüber dem Staat und gewissen kirchlichen Gruppierungen zu präsentieren.

Unser Trost und unsere Hoffnung ist der Herr. Er sorgt sich selbst um seine Herde. „So spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern. Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben. … Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn. Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.“ (Ez 34,11-16)

Liebe Freunde des Christlichen Ostens, wir sind Gottes Hände, sein liebender Blick und das Abbild des Guten Hirten in unserer Zeit. Beachten Sie bitte in diesem Rundbrief die angeführten Bitten. Es ist nur ein kleiner Teil derer, die uns erreichen. Der Auftrag des Guten Hirten und sein Tun ist nicht zu Ende, es geht durch uns weiter. Lasst uns zusammenhelfen, Enttäuschungen zu lindern, Verwundungen zu heilen, Trost zu spenden und Nöte mit zu tragen. ER geht mit uns, ER ist bei uns! Lasst uns nach unseren Möglichkeiten unseren Schwestern und Brüdern unsere Hilfe vermitteln.

+ Andreas-Abraham, Archimandrit
Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeyer, 1. Vorsitzender der A.K.M. e.V.

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Impressum Slavorum Apostoli ist der Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V. (A.K.M.e.V.) und erscheint vier- mal pro Jahr. Leserzuschriften bitte an: A.K.M. Rundbrief, Postfach 11 04, 85065 Eichstätt, Telefon 08423-985729, Fax 08423-985735, E-Mail: office@akmev.info www. akmev.info

ZWECK DES VEREINS Zweck des Vereins ist die Förderung der Religion, der Hilfe für religiös und/ oder politisch Verfolgte, sowie die Förderung von Religionsgemeinschaften im Sinne des § 58 Nr. 1 AO. Zweck des Vereins ist es insbesondere, in Europa die Traditionen der Kirchen des christlichen Ostens bekannt zu machen und sie auf allen Ebenen ihres gemeindlichen und religiösen Lebens zu fördern. Der Verein unterstützt dabei vor allem die akademische Ausbildung von Priestern und Priesteramtskandidaten der mit Rom in Verbindung stehenden Ostkirchen und hilft Christen und ihren Familienangehörigen, die als Opfer von staatlicher oder religiöser Intoleranz in Not und Bedrängnis geraten sind. Der Verein fördert die ökumenischen Bemühungen aller Kirchen des Ostens um die christliche Einheit, insbesondere solche, die in der vollen Anerkennung der Griechisch-Katholischen Kirchen geschehen.