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M.RAPHAEL
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Die gegensätzlichen Überzeugungen in Bezug auf das Mitmenschliche

Es ist fast zum Verzweifeln. Zwischen Vertretern der traditionellen und der modernen Kirche scheint es keinerlei Kommunikation mehr zu geben. Beide werfen sich gegenseitig Bosheit und Unmenschlichkeit vor. Der Grund liegt in völlig gegensätzlichen Wahrheitsauffassungen und Menschenbildern.

Jeder fromme traditionelle Katholik wird verstehen und nachvollziehen, dass sich zwei Menschen in Japan gegenseitig voreinander verbeugen, wenn sie sich begrüßen. Dort ist es ein Akt der Höflichkeit. Für den Katholik ist es ein Akt der Liebe, vor Gott auf die Knie zu fallen und das Sakrament der Eucharistie nur mit dem Mund zu empfangen. Entsprechendes gilt für die Demut schlechthin. Der Fromme erkennt die unglaubliche Liebe Gottes, die Er uns am Kreuz gezeigt hat. Er anerkennt die heilige und wunderbare Wahrheit, die die Einladung zur göttlichen Liebeshochzeit ausmacht. Er hat keine andere Sehnsucht mehr, als Gott nachzufolgen und ebenfalls das eigene Leben für die anderen aufzuopfern. Das beinhaltet die Kreuzigung des Hochmuts, des Egoismus und des inneren „Schweinehundes“. Damit verändert sich der Sinn der menschlichen Existenz. Es geht nicht mehr darum, ein möglichst schönes Leben im materiellen Reichtum auf der Erde zu leben. Das ist nicht der Wille Gottes für den Menschen. Stattdessen will Er, dass der Mensch in seinem irdischen Leben aus Gottesliebe von einem Nehmer zu einem Geber wird, von einem der die verbotene Frucht nicht mehr isst, sondern sie hegt und pflegt. Die Ideale der Weltmenschen, Reichtum, Unzucht und Ungehorsam, verwandeln sich in die evangelischen Werte, Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Der fromme Katholik, der zur göttlichen Liebe berufen ist, ist frei und souverän. Niemals kniet er, weil Gott ihn für einen kleinen und unwürdigen Sklaven halten und ihm deshalb weder Größe noch Herrlichkeit gönnen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch ist gottfähig. Er hat eine unvorstellbar große und heilige Berufung. Seine Demut ist deshalb weder ein Zeichen von feiger Unterwürfigkeit noch von unbewältigter Lebensangst, sondern sie entspringt der schon im Menschen brennenden Liebe des ewigen Lebens. Es gibt nichts Größeres und Humaneres, als sich vor Gott hinzuknien und Ihm ans Kreuz nachzufolgen. Das ist der wahre Humanismus.

Die modernen Konzilskatholiken sehen das vollkommen anders. Im NOM drückt sich ihr wahrer Glaube aus. Sie erkennen die Liebe des Herrn nicht an. Sie wollen sich nicht vor Ihm hinknien. Sie wollen Ihn in die Hand ausgeliefert bekommen. Weil es für sie im Sinne der Moderne keinen unsichtbaren Gott oder einen überirdischen Himmel mehr gibt, beten sie die menschliche Gemeinschaft als Gott an. In ihren Theologievorlesungen wurde gehört, dass Gott die „lebendige Beziehung zwischen den Menschen“ sei. Aber eine lebendige Beziehung zwischen händeschüttelnden abstrakten Stuhlkreismenschen ist kein personales Du, vor dem man sich hinknien oder mit dem man sein ganzes Leben in einer Einsiedelei verbringen könnte. Sie kann nicht motivieren. Für sie brennt man nicht. So wirken die derzeitigen Aufrufe zur Rückkehr zur Christusliebe seitens der Konzilkirche regelrecht lächerlich. Das kann überhaupt nicht funktionieren.

Für den Modernisten repräsentiert der moderne Humanist die radikal verstandene Inkarnation Gottes. Seine Aufgabe, und damit der „neue“ Sinn des Lebens, besteht jetzt darin, in der Kirche, also in der „brüderlichen“ Gemeinschaft der christlich inspirierten Menschengötter, auf eine ideale Gesellschaftsform politisch hinzuarbeiten. Es geht nicht mehr um eine Selbstaufopferung zu Gunsten der ewigen Liebe, sondern es geht um die Selbstverwirklichung in Form der Errichtung einer heilen Welt hier auf der Erde.

Jede Fremdbestimmung oder jedes Opfer werden abgelehnt. Es geht nur noch darum, dass man möglichst intensiv die irdischen und fleischlichen Triebenergien auslebt, sie möglichst positiv und bewusst in den Prozess der Individuation zu einem Menschengott/Übermenschen integriert. Das Ziel der Moderne ist der Mensch, der sich schon auf der Erde zur eigenen Göttlichkeit von sich aus aufgeschwungen hat. Irgendwie „katholisch“ ist daran nur noch, dass Christus genau diese Möglichkeit als Idealmensch damals angestoßen hat und als Christusenergie bzw. Archetypus jetzt in jedem Menschen entsprechend wirksam ist. Weder Himmel noch Hölle spielen noch eine Rolle. Das Böse und das Dunkle sind nur noch Schatten im Unbewussten, die durch Bewusstwerdung in das menschengöttliche Selbst positiv integriert werden können. Das gilt für alle Formen der Sexualität. Damit gibt es nur noch das Gute. Es gibt kein Böses außerhalb der menschlichen Existenz mehr.

Ein Liebesknien vor Gott verliert so seinen Sinn. Der Modernist ist deshalb nicht einfach nur ein unhöflicher, liebloser oder undankbarer Prolet, sondern er glaubt, mit Hilfe der menschlichen Vernunft die Welt selbst als Partner und im Auftrag der alten „Gottesidee“ im Griff zu haben. Allerdings stellt sich dadurch das Problem der Theodizee, denn selbst C.G.Jung erkennt die Schwierigkeiten seiner eigenen Vorstellungen. In „Antwort auf Hiob“ geht es ihm genau um diese Frage:

Die Paradoxie Gottes (Gott hat auch dunkle Seiten) zerreißt auch den Menschen in Gegensätze und liefert ihn einem anscheinend unlösbaren Konflikt aus.“ Jung, C.G., VI Antwort auf Hiob, GW 11, 2 Aufl. 1973, S. 487.

Die Modernisten verdrängen alle Schwierigkeiten. Sie lieben nicht. Sie verstehen nicht. Sie wollen nicht verstehen, weil sie von der Wahrheit getrennte Menschengötter sind (vgl. genau Röm 1,18-32). Selbst jede Kritik der Vernunft und ihrer Fähigkeit, tatsächlich über die eigennützige Instrumentalität hinauszuwachsen, um der Wahrheit der Anderen wirklich gerecht werden zu können, wird verdrängt. Statt der Wahrheit die Ehre zu geben, durch Kreuzigung der eigenen Gier, wird Bergoglio bald über öffentliche Lautsprecher auf der ganzen Erde andauernd brüderliche Zärtlichkeit einklagen. Der Sozialismus braucht eben Propaganda, um die Selbstverwirklichung sozial kompatibel zu gestalten. Das hat noch nie funktioniert und das wird es auch in Zukunft nicht. Aus Rache werden die Jesuiten versuchen, die alte Messe zu verbieten.

Es gibt keine Kommunikation mit den Modernisten, weil sie der Menschenfreundlichkeit Gottes nicht vertrauen wollen. Wie gesagt, sie lieben nicht. Schon immer wollten sie selber Gott sein. Sie sind beratungsresistent. Besonders auch deshalb, weil sie nicht mehr verstehen können, dass die Sünde, z.B. der Unzucht, das Sein des Menschen verändert. Sie wirft den Menschen aus dem Sein des Reiches Gottes in das des Herrn der Welt. Das ist dann ihr falscher Humanismus. Weil sie Satan gehören, können sie überhaupt nicht mehr wirklich mitmenschlich sein. In ihrer dunklen Welt erfreuen sie sich an der verlogenen und kitschigen Süßigkeit des Bösen. Da haben sie negative Transzendenz. Deshalb fühlen sie sich stark und in Folge als wichtigere und größere „Humanisten“ als die, aus ihrer Sicht, „ewiggestrigen Trottel“ der Tradition.

Im Okkulten ist was los, selbst in einer deutschen kleinbürgerlichen und semi-intellektuellen Existenz in Limburg. Da halten sich auch weiche Homobischöfe für etwas Besonderes. Deshalb beschimpfe ich sie. Ich will nicht. Es ist geschmacklos. Aber ich muss ihnen gerecht werden.
Kirchenkätzchen
Was würde der Hl. Thomas in folgendem Fall gebieten: Jemand wäre Kleriker. Er hinge materiell von dem ab, was ihm die Kirchen- bzw. Klosteroberen zuteilen; er hinge in geistlichen Dingen von der Kirche ab, besonders von seinem Seelenführer. Er würde nun erkennen, dass ein hoher Hierarch über ihm - Abt, Bischof oder Kardinal, oder ausnahmsweise der Hl. Vater in Rom, was Gott verhüten möge - …More
Was würde der Hl. Thomas in folgendem Fall gebieten: Jemand wäre Kleriker. Er hinge materiell von dem ab, was ihm die Kirchen- bzw. Klosteroberen zuteilen; er hinge in geistlichen Dingen von der Kirche ab, besonders von seinem Seelenführer. Er würde nun erkennen, dass ein hoher Hierarch über ihm - Abt, Bischof oder Kardinal, oder ausnahmsweise der Hl. Vater in Rom, was Gott verhüten möge - krasse Irrtümer lehrte; der Seelenführer und die Brüder um den Kleriker würden dem Irrenden wie selbstverständlich folgen. Wie, wem gegenüber, wo und wann hätte er seinen Widerspruch zu äussern?
Mir vsjem
"Wo öffentlich ein Ärgernis geschieht", sagt der hl. Thomas von Aquin, "muss öffentlich Widerstand geleistet werden."

"Ein Katholik darf keine Beziehungen zu Ketzern haben"
Auch das sagt der heilige Thomas von Aquin.
Nicht nur weil diese der Exkommunikation verfallen sind, sondern weil ein Einiggehen mit ihnen den Anschein erweckt, dass man ihrer verkehrten Doktrin beipflichtet.
"..Wenn einer …More
"Wo öffentlich ein Ärgernis geschieht", sagt der hl. Thomas von Aquin, "muss öffentlich Widerstand geleistet werden."

"Ein Katholik darf keine Beziehungen zu Ketzern haben"
Auch das sagt der heilige Thomas von Aquin.
Nicht nur weil diese der Exkommunikation verfallen sind, sondern weil ein Einiggehen mit ihnen den Anschein erweckt, dass man ihrer verkehrten Doktrin beipflichtet.
"..Wenn einer kommt und diese [wahre] Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf in das Haus und sagt ihm auch nicht den Gruß; wer ihm den Gruß entbietet, macht sich teilhaftig seiner bösen Werke." (2 Joh 10,11)

St. Thomas von Aquin:

"Aus zwei Gründen darf man keine Beziehungen zu Ketzern haben.

Zum einen wegen ihrer Exkommunikation, zum anderen wegen ihrer Häresie.."

KOMMUNIKATION ALSO VERBOTEN!

Wir kennen keine "moderne Kirche"; eine solche hat CHRISTUS nicht gegründet.

"Er hat gesagt, daß es notwendig sei, humanistische Ideen zu akzeptieren und zu diskutieren sowie Dialoge zu führen. An diesem Punkt ist es wichtig zu wissen, daß Dialoge der katholischen Glaubenslehre widersprechen."

(Erzbischof Lefebvre)
Mir vsjem
Würde zu lange dauern diese herzusuchen; doch die Aussage stimmt, @Kreidfeuer
Vielleicht finde ich Sie mal zufällig und Sie bekommen Nachricht.
Moselanus
Die Kirche und natürlich der Aquinate mit ihr unterscheidet aber die Exkommunizierten in vitandi einerseits und tolerandi andererseits.