Tina 13
1396
David, König von Israel. David, König von Israel - * 1034 v. Chr. in Betlehem in Palästina † 971 v. Chr. in Jerusalem in Israel - David ist die herausragende Gestalt der Geschichtsbücher des Alten …More
David, König von Israel.

David, König von Israel
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* 1034 v. Chr. in Betlehem in Palästina
† 971 v. Chr. in Jerusalem in Israel
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David ist die herausragende Gestalt der Geschichtsbücher des Alten Testaments. Seine Geschichte wird erzählt in den beiden Büchern Samuel, zum Teil auch im ersten Buch der Könige sowie ausführlich noch einmal im ersten Buch der Chronik; auch Jesus Sirach gibt 47,1-11 eine kurze Charakteristik.
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Wichtig sind nicht die einzelnen Ereignisse und politischen Leistungen Davids; das kann man nachlesen, und letztlich ist die Geschichte darüber hinweggegangen. Wichtig ist das, was für uns heute noch bedeutend ist: David als Vorbild der Frömmigkeit und Hingabe an den Willen Gottes in all seinen Unternehmungen. Das ist auch der Grund, warum fast 2000 Jahre nach seiner Lebenszeit Könige und Kaiser des christlichen mittelalterlichen Europa, angefangen bei Karl dem Großen, ihn als ideale Herrschergestalt sahen und nachahmen wollten.
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Freilich sündigt auch David, sei es, dass er sich von seiner Leidenschaft hinreißen lässt (die Batseba-Geschichte, 2 Sam 11,1 - 12,25) oder dass er sich mehr auf militärische Stärke als auf Gott verlassen will (die Truppenzählung, 2 Sam 24,1-25), aber er nimmt die Zurechtweisung des Propheten Natan demütig an und tut Buße. Das Lob Gottes ist, wie es in einem Psalmvers heißt "immer in seinem Mund", er sorgt für Musik und Lieder vor der Bundeslade des Herrn und hat wohl auch selbst eine Reihe von Psalmen gedichtet (und vielleicht zur Harfe gesungen; David war von Jugend an Harfenspieler), wenn man ihm vielleicht auch nicht alle Psalmen zuschreiben kann, die mit seinem Namen gekennzeichnet sind.
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Wichtig ist David aber vor allem auch als Träger einer besonderen Verheißung, womit er zu einer Klammer zwischen dem Alten und dem Neuen Bund wird. Als David dem Herrn, dessen Bundeslade noch in einem Zelt wohnt, ein Haus bauen will, lässt Gott ihm durch Natan verkünden, dass nicht David ihm ein Haus bauen wird, sondern dass er, Gott, David ein Haus bauen werde, mehr noch: "Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich ewig bestehen bleiben, dein Thron soll ewig Bestand haben" (2 Samuel, 7. Kapitel). Diese Verheißung, die auch in mehrere Psalmen eingeflossen ist, gilt vordergründig für Davids Sohn Salomo und die weiteren Nachkommen, doch als mit der Eroberung Jerusalems 586 v.Chr. und dem Babylonischen Exil die Herrschaft des Hauses David endet, wird klar, dass die Verheißung weiterreicht: Der Retter des Volkes Israel, der Messias, wird aus dem Haus Davids stammen. In der lukanischen Erzählung der Verkündigung der Geburt Jesu sagt der Engel ausdrücklich: "Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben" (Lk 1,32-33). Freilich wird dieser Herrscher kein politischer Herrscher und Retter sein, ein Irrtum, gegen den Jesus, der auch im Volk als Sohn Davids angesprochen wird (z.B. von dem Blinden bei Jericho, Mk 10, 47), immer wieder angehen muss. Es ist nicht leicht für die Frommen seiner Zeit, zu begreifen, dass dieser "Sohn" Davids eigentlich der Herr, d.h. Gott, ist (Mk 12,35-37) und dass die Rettung nicht in einem neuen irdischen Königtum besteht.
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Die Abstammung Jesu von David zeigt auch Matthäus am Anfang seines Evangeliums im Stammbaum (Mt 1,1-17; Josef gilt rechtlich als Vater Jesu) und in der Sterndeutergeschichte: Die Schriftgelehrten bestätigen Herodes, dass der Messias in Betlehem (dem Geburtsort Davids) geboren werden soll, Mt 2,5. Lukas gibt uns außerdem Kenntnis davon, dass Josef mit seiner hochschwangeren Braut Maria wegen der Volkszählung nach Betlehem gehen muss, denn er ist "aus dem Haus und Geschlecht Davids" (Lk 2,4). Auch an anderen Stellen der Vorgeschichte macht Lukas die Verbindung zu David sehr deutlich, etwa im Lobgesang des Zacharias, den die Kirche täglich in den Laudes (dem Morgenlob) betet; da heißt es am Anfang: "Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels./ Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;/ er hat uns einen starken Retter erweckt/ im Hause seines Knechtes David./ So hat er verheißen von alters her/ durch den Mund seiner heiligen Propheten" (Lk 1,68-69). Darüberhinaus gibt es im Neuen Testament, sowohl in den Evangelien als auch in den Briefen, noch weitere zahlreiche Bezugnahmen auf Jesu Herkunft aus dem Haus David.
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In David, dem König und Gesalbten Gottes, ist der künftige Messias schon vorausgestaltet, doch die wirkliche und endgültige Erfüllung schenkt Gott in Jesus Christus, in dem, dessen Herrschaft in Wahrheit kein Ende hat.
Tina 13
😇