Anhänglichkeit kettet an, bremst den Flug nach oben und kann gefährlich werden. Mögliche Gegenmaßnahmen
Anhänglichkeit kettet an, bremst den Flug nach oben undkann gefährlich werden. Mögliche Gegenmaßnahmen
Petrus fragt im gestrigen Evangelium nach Mt 19,27-29,
was die Apostel für das Verlassen von allem und für die
Nachfolge Jesu erhalten würden, worauf ihnen Jesus für
das allseitige Verlassen das Hundertfache verspricht und
für die Nachfolge, dass sie bei der Neugestaltung als Rich-
ter auf 12 Thronen sitzen dürften. Der Hauptlohn ist: ewiges
Leben.
Diese speziellen Belohnungen wurden zwar an die Apostel
ausgesprochen, doch können sie auch Vorbild für uns alle
sein, je nach dem Maße, wie sehr wir in die Nachfolge Jesu
gerufen sind und sie auch ausführen. In jedem Fall steht
das Verlassen der Welt, von Weltlichem und von Anhäng-
lichkeiten als Bedingung für vielfachen Lohn.
In der Welt gibt es eine Gefahr schlechthin: dass man sich
an irgendetwas in der Welt so bindet, dass es zu einem
Stolperstein für's ewige Leben wird und da gibt es ja so
viele Verführbarkeiten, die anfänglich nicht gefährlich
anmuten, doch plötzlich ein Eigenleben zu führen beginnen,
ohne zu bemerken, dass man sein Herz daran ankettet,
den Flug nach oben ausbremst und immer mehr ausbremst,
bis man den Blick nach oben völlig verliert und nur noch
am Staub der Erde klebt. Die seelischen Flügel sind gestutzt,
man kann sich nicht mehr erheben.
Zu große Anhänglichkeit an sich ist schon nicht gut, weil
wir damit das Objekt/Subjekt der Begierde mehr verehren
als ihm zusteht. Das hat Götzenpotential, egal, worum es
sich handelt. Das hält vom wahren katholischen Glauben
ab, der allein zum ewigen Leben führt. Es ist ja klar: was
ich liebe oder schätze, dafür wende ich Zeit auf. Wenn es
weltlich ist, ist es Zeitvergeudung. Man verliert den Blick
auf den Himmlischen Vater und Seine Vorsehung. Darum
ist die Anhänglichkeit an Irdisches so gefährlich.
Wir müssen uns mit spirituellen und guten praktischen
Ratschlägen wappnen, damit wir nicht in die Falle un-
mäßiger Anhänglichkeit geraten, ja überhaupt in irgend-
eine Anhänglichkeit:
1.) Alles so besitzen, als besäße man es nicht, d.h. das
Herz nicht dranhängen, sondern die Dinge nur für das
Gute nutzen. Das haben die Heiligen immer gesagt, z.B.
Augustinus.
2.) Gelassenheit als Grundhaltung. Das verhindert anketten-
de Anhänglichkeit an Erlebnisse, Vorfälle, Nachrichten und
Personen.
Die Gelassenheit
…. ist die tugendhafte Grundhaltung, die uns vor der
Gefahr der Anhänglichkeit schützt. Gelassenheit, lassen,
verlassen, das hängt alles zusammen. Punkt 1 sagt, dass
man alles Materielle lassen soll, wenn es einem nicht zum
Guten nützt und Punkt 2 sagt, dass man alles Geistige und
Emotionale wie auch persönliche Kontakte lassen soll oder
in einer distanzierenden Gelassenheit wahrnehmen soll,
wenn man damit konfrontiert wird.
Weitere hilfreiche Maßnahmen wären:
Alles relativ sehen; nicht anbinden lassen; das Böse gleich
fliehen; nicht durch Leidenschaften hineinziehen lassen;
Abstand halten von Versuchungen; sich von der Sünde
trennen und distanzieren; mit wenig Geld und Besitz
auskommen, es sei denn, man kann es für's Gute nutzen;
sparen; fasten; Almosen geben, aber nur an Bedürftige,
nicht an großangelegte Spendenaktionen; Maß halten
im Essen und Trinken; gelassen auf alles reagieren;
Keuschheit/Reinheit im sexuellen Bereich; Enthaltsam-
keit üben; den Dingen und Ereignissen nicht soviel Wert
beimessen; die Vergangenheit loslassen, mehr in der
Gegenwart leben; auf die Vorsehung total vertrauen;
um die Unterscheidungsgabe bitten;
Fazit: In einer Welt, die auf das Machbare fixiert ist und
längst im Machbarkeitswahn versinkt, sollte man sich auf
das Lassen konzentrieren und darüber nachdenken, wo
man etwas oder jemanden verlassen sollte, weil es zur
Gefahr werden könnte für den rettenden christlichen
Glauben wie beispielsweise schädliche Freundschaften
oder Freundeskreise, und die Haltung bzw. Tugend der
Gelassenheit zum Habit machen, die den schlechten
Anhänglichkeiten den Stecker zieht und eine wirklich
gesunde Einstellung ist.
Gelassenheit ist eine hervorragende Haltung für diese Zeit
der Drangsal! So sehen wir vieles relativ und im rechten
Maße und lassen uns weder verwirren, noch in Depression
hineinziehen. Man erhebt den Blick nach oben, weiß
um die Begrenztheit allen Seins und die Allmacht Gottes,
die zur rechten Zeit eingreifen wird. Vertrauen wir, denn
der Allmächtige hat alles im Griff. Bleiben wir gelassen,
denn Er beschützt uns und das irdische Leben ist nur ein
Tropfen auf das Meer der Ewigkeit. Wer unterm Schutz
des Höchsten wohnt, ruht im Schatten des Allmächtigen
(Vgl. Psalm 91).
Der katholische Glaube ist es, der uns trägt und zuver-
sichtlich sein lässt.
Bild: Wer findet den verbliebenen Fehler hinsichtlich
einer totalen Gelassenheit?