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Geh - sei ein Segen! (Gen 12, 1-4a) (Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V.)

SLAVORUM APOSTOLI

Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V.


2. Quartal 2020

Geh - sei ein Segen! (Gen 12, 1-4a)

Liebe Freunde,

die Geschichte Gottes mit den Menschen beginnt mit einer Zumutung: „Geh fort aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen werde“ (Gen 12,1). Zu der Zumutung kommt ein Versprechen: „Geh in ein Land, das ich dir zeigen werde. Und ich will dich zum großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“ (Gen 12,2-3). Abram blieb zeitlebens ein Mensch mit großem Gottvertrauen. Aber er geriet auch in Versuchungen, lud Schuld auf sich, zweifelte und widersetzte sich Gott. In seiner Geschichte zeichnen sich die Höhen und Tiefen der Geschichte des Gottesvolkes, der Kirche und unseres eigenen Lebens ab. Für jeden von uns gilt wie für Abram der Auftrag Gottes „ein Segen sollst du sein“ und seine Zusage: „Du wirst ein Segen sein.“ Wohin führt uns diese Zumutung? Abram musste dazu aufbrechen aus seinem alten Leben, hinein ins Unbekannte und Unsichere. Auch jeder von uns muss seine Antwort auf den Auftrag Gottes für sich selbst finden und verantworten. Wir können aber sicher sein: der Segen, den Gott dazugibt, geht uns voraus und stärkt uns auf unserem Weg.

Wir haben eine kleine Ahnung einer Zumutung bekommen: Die Corona-Krise hat plötzlich einige Vorzeichen anders gesetzt. Die Furcht vor einer tödlichen Krankheit gehört zu den Urängsten des Menschen. In Zeiten von Epidemien und Pandemien werden gesellschaftliche, humane und religiöse Werte ausgeblendet, um sich aufs eigene Überleben zu konzentrieren. Unsere Kirchenleitungen waren in den ersten Monaten dieser Krise wie verstummt. Außer Vorschriften über Hygiene- bzw. Schutzmaßnahmen und Verbote, die der Staat erlassen hatte, war nicht viel zu hören. Viele Gläubige fühlten sich allein gelassen, waren irritiert, dass es jetzt auch ohne Gottesdienste und Sakramente geht. Geh – sei ein Segen! Schau nicht weg und sag deine Meinung – z.B. gegen die Marginalisierung der Alten. Die Gemeinschaft Sant‘ Egidio hat einen Appell gestartet: „Unsere Zukunft - nicht ohne die alten Menschen“. Ein „Aufruf zur Humanisierung unserer Gesellschaften. Nein zu einem selektiven Gesundheitswesen“ (FAZ). Geh – sei ein Segen! Schau nicht weg und hilf, wo es dir möglich ist: Tausende Menschen fühlen sich jetzt allein gelassen. Kranke, Alleinstehende, Alte, Sterbende. Es sind in den letzten Monaten ca. 9000 Menschen an Covid-19 gestorben, seit März auch 160.000 Menschen aus anderen Gründen.

Für viele Sterbende und ihre Angehörigen gab es keinen geistlichen Trost und Beistand. Geh – sei ein Segen! Schau nicht weg und hilf, wo es dir möglich ist: In Syrien herrscht immer noch Krieg, vor allem die Kinder leiden darunter. Sie sind in akuter Lebensgefahr. Für viele Menschen gibt es keinen anderen Ausweg als die Flucht. Seit Dezember sind mehr als 550.000 Kinder aus der Gegend um Idlib heimatlos. Die Familien suchen sich Notunterkünfte in kaputten Gebäuden, in Zelten oder im Freien. Geh – sei ein Segen! Schau nicht weg und hilf, wo es dir möglich ist: In der Ost-Ukraine geht der Krieg weiter. Die Corona-Epidemie verschärft die sich anbahnende humanitäre Krise noch. Meine Lieben, die Krise, die wir in Deutschland erleben, ist im weltweiten Vergleich gnädig geblieben. Bei uns sollte daher eine ehrliche, dankbare und selbstkritische Sichtweise angesagt sein. Geh, werde frei, dankbar und demütig und sei gewiss: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn; ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn“ (Röm 14,8). „Wenn Gott für uns ist, wer ist dann gegen uns? ... Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus erschienen ist“ – weder Tod noch Leben, weder Gegenwart noch Zukunft (vgl. Röm 8,31–39).

Liebe Freunde des Christlichen Ostens, lasst uns zusammenhelfen, Verwundungen zu heilen, Enttäuschungen zu lindern, Trost zu spenden und bei Nöten zu helfen! Wir sind Gottes Hände, sein liebender Blick und sein großzügiges Erbarmen in unserer Zeit. Welch großes Vertrauen hat er in uns gesetzt, welch ungeheure Freiheit ist uns verheißen! Lasst uns auf Gottes Geheiß hin immer wieder aufbrechen: ER geht mit uns, ER ist bei uns! Lasst uns mit unseren Möglichkeiten diese gläubige Hoffnung, die jede Angst vor dem Leben und dem Tod nimmt, unseren Schwestern und Brüder vermitteln.

Im Gebet verbunden verbleibe ich Ihr

Archimandrit Dr. A.-A. Thiermeyer und das A.K.M.-Team

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Impressum Slavorum Apostoli ist der Rundbrief der Aktionsgemeinschaft Kyrillos und Methodios e.V. (A.K.M.e.V.) und erscheint vier- mal pro Jahr. Leserzuschriften bitte an: A.K.M. Rundbrief, Postfach 11 04, 85065 Eichstätt, Telefon 08423-985729, Fax 08423-985735, E-Mail: office@akmev.info www. akmev.info

ZWECK DES VEREINS Zweck des Vereins ist die Förderung der Religion, der Hilfe für religiös und/ oder politisch Verfolgte, sowie die Förderung von Religionsgemeinschaften im Sinne des § 58 Nr. 1 AO. Zweck des Vereins ist es insbesondere, in Europa die Traditionen der Kirchen des christlichen Ostens bekannt zu machen und sie auf allen Ebenen ihres gemeindlichen und religiösen Lebens zu fördern. Der Verein unterstützt dabei vor allem die akademische Ausbildung von Priestern und Priesteramtskandidaten der mit Rom in Verbindung stehenden Ostkirchen und hilft Christen und ihren Familienangehörigen, die als Opfer von staatlicher oder religiöser Intoleranz in Not und Bedrängnis geraten sind. Der Verein fördert die ökumenischen Bemühungen aller Kirchen des Ostens um die christliche Einheit, insbesondere solche, die in der vollen Anerkennung der Griechisch-Katholischen Kirchen geschehen.