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Christenverfolgung: Sollen Urchristen als "privilegiert" angeprangert werden?

Copertino
Bisherige historische Ansichten über Christenverfolgungen in der Antike seien verzerrt und müssten revidiert werden. Dies scheint ein aktueller Beitrag des Schweizer Fernsehens SRF nahezulegen. Der …More
Bisherige historische Ansichten über Christenverfolgungen in der Antike seien verzerrt und müssten revidiert werden. Dies scheint ein aktueller Beitrag des Schweizer Fernsehens SRF nahezulegen. Der Bericht hat die bereits gemeldete Entzifferung des Papyrusbrief eines Christen in spätrömischer Zeit zum Thema. Christen seien demnach nicht etwa ständig den Löwen vorgeworfen worden, sondern im Gegenteil in die Oberschicht integriert und gar privilegiert gewesen, hätten sich Ferienreisen und Luxusprodukte (Fischsauce) leisten können, so der Tenor auf SRF:
www.srf.ch/…/aeltester-brief…

Während SRF bekanntermassen zu jenen Medien gehört, welche sich bei der Berichterstattung über aktuelle Christenverfolgungen eher zurückhalten, wird hingegen sofort zugeschlagen mit "unabhängigen Expertenmeinungen", wo Christen für ihre Werte, z.B. den Lebensschutz von Müttern und Ungeborenen eintreten, siehe hier:
www.srf.ch/…/abtreibungsrech…

So hinterlässt es ein "Gschmäckle", wenn auf SRF ein im übrigen interessanter Bericht auftaucht, der ein Klischee zu bedienen schent, dass eben doch die Christen und damit die Kirche es sind, welche mit ihrem überholten Weltbild noch immer zu privilegiert seien in unserer modernen Gesellschaft. Dass die Christen zur meist verfolgten Religion der Welt gehören, fällt dabei aus dem Blickfeld.

Den Historikern war schon immer klar, dass es in der Antike nicht nur Sklaven waren, welche sich der neuen Religion anschlossen, sondern auch gut integrierte Menschen der Oberschicht. Dies jetzt als neuste Erkenntnis zu präsentieren zeigt höchstens, wie es um das allgemeine Geschichtswissen bestellt ist.