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Erzbistum Köln dementiert Auftrittsverbot für Bischof Gaillot

(gloria.tv/ KNA) Das Erzbistum Köln dementiert einen Zeitungsbericht, wonach Kardinal Joachim Meisner einen Auftritt des amtsenthobenen französischen Bischofs Jacques Gaillot in Köln verbieten wolle. Eine entsprechende Darstellung des «Kölner Stadt-Anzeigers» (Dienstag) wies Erzbistums-Sprecher Christoph Heckeley am Montag auf Nachfrage zurück. Er bestätigte aber einen Brief des Kölner Generalvikars Stefan Heße, der Gaillot das «Erstaunen» Meisners mitgeteilt habe, über seinen Auftritt nicht vorab von ihm informiert worden zu sein.

Gaillot, der die kirchliche Haltung zu Zölibat, künstlicher Empfängnisverhütung und Homosexualität kritisiert, war 1995 von Papst Johannes Paul II. von der Leitung der Diözese Evreux entbunden worden. 2004 untersagte ihm Meisner einen Auftritt in der Gemeinde Sankt Kilian in Erftstadt. Donnerstag soll Gaillot in der Kölner «Karl Rahner Akademie» mit dem Journalisten Ulrich Harbecke über das Thema «Evangelium und Moderne» diskutieren.

Laut Heckeley erinnerte Heße in seinem Schreiben an den Briefwechsel zwischen Meisner und Gaillot im Jahr 2004. Darin habe Gaillot die kirchliche Regel bekräftigt, dass er in einer fremden Diözese nur mit Zustimmung des Ortsbischofs auftreten dürfe. Heckeley sagte, ein Auftrittsverbot des Erzbischofs könne es nicht geben, da Gaillot keine Einrichtung des Erzbistums besuche.

Laut «Stadt-Anzeiger» will der 76-jährige Gaillot an dem Gesprächsabend in Köln festhalten. Als «bischöflicher Rentner» dürfe er sich überall auf der Welt frei bewegen. In den vergangenen Jahren war er als Autor, Seelsorger für Randgruppen und in der von ihm gegründeten «virtuellen Diözese» partenia tätig. Die «Karl Rahner Akademie» wurde bis 2009 von einem Jesuiten geleitet. 2006 stellte das Erzbistum Köln die Zuschüsse ein. Seitdem wird das Tagungshaus nach eigenen Angaben von Teilnehmern, Freunden und Förderern getragen.