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Heilwasser
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Was willst du sein: eine vergoldete Wetterfahne oder ein Stein im Fundament?

Was willst du sein: eine vergoldete Wetterfahne
oder ein Stein im Fundament?


Diese Frage soll hier in christlicher Selbstreflexion gestellt
werden. Was willst du sein? Betrachten wir die Frage mal
ganz genau. Es handelt sich wohl um ein Gebäude, auf
dem oben eine Fahne weht. Wetterfahne heißt es. Das er-
innert uns an das heutige wechselhafte Wetter, kaum mehr
vorhersehbar, launisch anmutend und oft ziemlich heftig.
Die Fahne dreht sich natürlich nach dem Wind, der gerade
weht. Das erinnert an die Worte Jesu, was die Leute von
Johannes d. Täufer wohl erwarteten, als sie zu ihm in die
Wüste hinausgingen, ein windiges Schilfrohr oder was.
Dann ist die Wetterfahne auch noch vergoldet, was besagt,
dass sie an gewissen Stellen mit Gold überzogen ist, d.h.
nur außen zum Schein. Somit wird klar, dass die vergoldete
Wetterfahne in der christlichen Symbolik eher auf Äußer-
lichkeit, windiges Verhalten, Scheinheiligkeit und somit
eher fehlende Demut hinweist, während ein Stein im Fun-
dament des Gebäudes zwar hart ist, doch das muss er sein,
sonst würde das Gebäude einstürzen. Es geht beim Gebäude
nicht um die Herzen aus Stein, die hartherzig sind, sondern
um die Seelen, die dem Bau ein festes Fundament bieten,
damit es nicht vom ersten Sturm weggefegt wird. Steinsein
im Fundament ist genau das Gegenteil zur vergoldeten
Wetterfahne. Er dreht sich nicht nach dem Wind, sondern
bleibt fest. Er ist nicht vergoldet, sondern scheint eher eine
matte Schönheit aufzuweisen, außen zurückhaltend, dafür
aber innen für fest und treu befunden. Der Stein hat den
äußeren Schein nicht nötig, sondern befindet sich unter
der Erde, verborgen vor der Öffentlichkeit. Man spricht
nicht umsonst davon, festen Grund unter den Füßen zu
haben,
oder in festen Händen zu sein oder fest im Sattel
zu sitzen.


In diesem Sinne gibt uns der hl. Josemaría Escrivá den
Ratschlag:

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Wünsche nicht, die vergoldete Wetterfahne auf dem großen
Gebäude zu sein: so sehr sie glänzt und so hoch sie steht,
sie bedeutet nichts für die Festigkeit des Baues. Wärest
du doch wie ein alter Quaderstein, verborgen im Fundament,
unter der Erde, wo niemand dich sieht: deinetwegen stürzt
das Haus nicht ein.

(Josemaría Escrivá, Der Weg.)

Wie viele wollen heute eher die vergoldete Fahne sein.
Sie stellen sich selber in ein positives Licht vor aller
Augen und doch bleibt nicht verborgen, in welche Rich-
tungen sie sich drehen, meist nach dem Winde des Oppor-
tunismus und wenn schon mal in die christliche Richtung,
dann alles nur zur Selbstdarstellung und Heuchelei. Bei
dieser Einstellung wird alles auf die Karte „Durchsetzungs-
fähigkeit“ gesetzt. Wer sich durchsetzt, steht oben und ge-
winnt. Dass dies alles nur für ein paar Stunden seines
Lebens der Fall ist, wird nicht bemerkt. Nur der Kick des
Augenblicks wird zum Lebensmotto gemacht. Aber wie
das Motto, so die Motten. Hast ein gutes Motto, hält
es für die Ewigkeit, hast ein schlechtes, fressen es die
Motten. Alles nur für die Selbstdarstellung tun, ist ein
schlechtes Motto, denn die Zeit der Erde ist vergänglich,
was aber, wenn der Glanz vergangen ist? Was kommt
dann? Ein Leben nach der Menschenfurcht wird vom
Menschen und seinen Regeln in der Welt belohnt, ein
Leben nach der Gottesfurcht wird vom Allwissenden
Gott in der Ewigkeit belohnt.

Was willst du sein, Wetterfahne oder Stein im Fundament?
JESUS fordert eine Entscheidung von dir, soll heißen,
willst du hochgemut oder demütig sein? Und wenn du
dich für Ihn entschieden hast, kann Er es immer noch
so fügen, dass Er dich zu einer hochaufragenden Sieger-
palme macht, aber das wird nicht ohne Demut geschehen,
denn vor dem Allmächtigen, Allwissenden und Allgewal-
tigen Gott muss der Mensch seine Nichtigkeit erkennen,
besonders jetzt in der Fastenzeit.

Eine gesegnete Fastenzeit ist jene einer realistischen
Selbsterkenntnis im Lichte Jesu und das ist der Weg,
der Weg der Selbst- und Gottesfindung.

Heilwasser
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