Unbemerkt von aller Öffentlichkeit jährte sich am gestrigen Sonntag der Todestag der Bickendorfer Seherin und Stigmatisierten, Anna Maria Göbel zum 85. Mal. Ihr Grab auf dem Bickendorfer Friedhof existiert noch. Sie ruht in der Gruft ihrer Familie. Ohne jeden weiteren Hinweis ist ihr Name auf dem Grabstein zu lesen.
Anna Maria Göbel hat seit ca. 1921 über 20 Jahre lang ein mystisches Opferleben geführt. Eine Untersuchung in einem Trierer Krankenhaus 1927 soll sie als Betrügerin entlarvt haben. Angeblich hätten sich keine übernatürlichen Zeichen gezeigt. Ihr Seelsorger, Ortspfarrer Adam Faber wurde daraufhin strafversetzt, Anna Maria Göbel wurde gemaßregelt, Besuche verboten, die Familie drangsaliert.
Neueste Nachforschungen und Quellenstudien zeigen ein anderes Bild: Die Untersuchung war eine Farce bzw. für die Seherin eine Qual. Sie dauerte vierzehn Tage, aber zwei der Prüfer haben sie nur ein einziges Mal besucht, die anderen beiden waren nur sporadisch da. Anna Maria Göbel wurde über …More
es wäre interessant zu wissen, was sie gesehen hat und was gesagt
Leider ist die Literatur vergriffe. Es gab zwei Schriften, eine von Georg Priller von 1928 und eine zweite von Kaplan Robert Ernst aus den 1950er Jahren.