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85. Jahrestag des sowjetischen Völkermords an Polen

11.08.2022 13:03

Am Donnerstag jährt sich zum 85. Mal die geplante Ausrottung von Polen im Rahmen der "Polnischen Operation" des NKWD. Das Verbrechen der Russen wird auch als "Holocaust an Polen" bezeichnet.

Hinrichtungsstätten und Bestattungen von Polen der „Polnischen Operation“ NKWDIPN

Die Operation war auf der Grundlage des Befehls Nr. 00485 des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten Nikolai Jeschow vom 11. August 1937 und mit Wissen Stalins gegen die polnische Bevölkerung aus den durch den Vertrag von Riga 1921 in die Ukrainische und Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliederten Gebieten gerichtet. Betroffen waren auch Polen aus Odessa, Kiew, Moskau, Leningrad und Sibirien.

Nikolai Jeschows Befehl habe die Polen zu "Spionen im Dienste des Warschauer Geheimdienstes" erklärt, schrieb das Institut für Nationales Gedenken zum Jahrestag. Die verhafteten Polen habe man in Gruppen aufgeteilt.

"Die erste Kategorie, die alle Spionage-, Sabotage-, Schädlings- und aufständischen Geheimdienstkader umfasst, unterliegt der Hinrichtung; die zweite Kategorie, die weniger als sie aktiv ist, unterliegt der Inhaftierung in Gefängnissen und Gulags mit einer Strafe von fünf bis zehn Jahren", hieß es in Jeschows Befehl. "Sehr gut! Grabt weiter und entfernt diesen polnischen Dreck", schrieb Stalin am Rande von Jeschows Bericht nach weniger als drei Wochen der Repression, aus dem er erfahren hatte, dass bereits mehr als 23.000 Polen verhaftet worden waren.

Die Polnische Operation des NKWD habe nach Angaben von Forschern der russischen Internationalen Gesellschaft für historische Aufklärung, Menschenrechte und soziale Fürsorge „Memorial“ in weniger als 16 Monaten mindestens 111.000 Menschen das Leben gekostet und sei in Wirklichkeit ein gegen die Polen gerichteter Völkermord gewesen. Etwa 140.000 Polen sollen auch „verurteilt“ und in Gefängnisse und Gulags geschickt worden sein. Darunter Frauen und Kinder. Die Repressionen sollen bis November 1938 gedauert haben.

Aufgrund des fehlenden Zugangs zu russischen und weißrussischen Archiven könne das wahre Ausmaß nur geschätzt werden. Einigen Historikern zufolge, könnten in dieser Zeit bis zu 200.000 Polen getötet worden sein. Nach sowjetischen Angaben seien etwa 29.000 Menschen polnischer Nationalität in Gulags geschickt worden. Auch Kinder, darunter Säuglinge, seien in staatliche Einrichtungen geschickt worden, um sie zu "guten Kommunisten" zu erziehen. Frauen und 15-Jährige seien Forschungen von Memorial nach als "sozial gefährlich und zu antisowjetischen Aktivitäten fähig" eingestuft und mit einem Aufenthalt in einem Gulag oder in Arbeitskolonien bestraft worden.
Klaus Elmar Müller
Und jetzt gibt es AfD-Politiker, die Polen lieber nicht in der NATO hätten, weil das die Russen sehr stört.