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Irapuato
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Umfange mit beiden Händen das Kreuz "Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen …More
Umfange mit beiden Händen das Kreuz
"Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so daß sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte." (Lk 9,44 45) Bei meinem Mitbruder löste ein Kreuz mit einer Tafel, auf der geschrieben steht: „Umfange mit beiden Armen das Kreuz!“ die Bekehrung und die Nachfolge Jesu als Ordensbruder aus. Wenn wir auf Jesus schauen, bemerken wir seine Entschiedenheit, mit der er sein Kreuz auf sich nahm mit einer großen Bereitschaft zu seiner Passion. Seine Jünger dagegen waren noch nicht so weit. Deshalb scheuten sie sich, ihn um eine Erklärung zu bitten. Sie hatten Angst vor Kreuz und Leiden und hegten insgeheim noch die Hoffnung auf Reichtum, Ehre und Macht an der Seite Jesu. Freilich ist es wichtig, sich nicht willenlos seinem Schicksal zu ergeben sondern – wie Jesus – unsere Bitten und Klagen vor Gott zu bringen. Dann wird Gott uns Seinen Engel schicken, der uns auf unserem Kreuzweg beisteht. Eine große Hilfe dabei ist das Ölberggebet von P. Matthew Linn. „Schließen Sie Ihre Hand zur Faust, fühlen Sie die Spannung. Bitten Sie Jesus, dass er Ihnen einen Abschnitt in Ihrem Leben zeigt, in welchem Sie eine große innere Spannung verspürten. Erleben Sie, wie Jesus in Ihnen nun Ihre Anspannung teilt, eine Spannung, die Sie davon abhält, Liebe zu empfangen und zu geben. Folgen Sie in Ihrer Vorstellung Jesus in den Garten von Getsemani und stellen Sie sich vor, wie er die Anspannung fühlt und um die Entscheidung ringt. Wiederholen Sie mit ihm seine Worte: „Vater, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorübergehen.“ Wiederholen Sie diese Worte mehrmals, bis auch Sie innerlich zustimmen können. Während Sie diese Worte aussprechen, atmen Sie tief ein und nehmen Sie Jesu Kraft in sich auf, um das zu ändern, was sie ändern können. Dann wiederholen Sie mit Jesus die Worte: „Doch nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille.“ Während Sie diese Worte mehrmals wiederholen, öffnen Sie Ihre Faust und legen Sie die Situation in die Hände Jesu. Von ihm kommt nun viel Kraft, jene Situationen, die sich nicht ändern lassen, ertragen zu können.“

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Buch Kohelet 11,9-10.12,1-8.
Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen. Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für all das vor Gericht ziehen wird.
Halte deinen Sinn von Ärger frei, und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch. …More
Buch Kohelet 11,9-10.12,1-8.
Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen. Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für all das vor Gericht ziehen wird.
Halte deinen Sinn von Ärger frei, und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch.
Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!,
ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen:
am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, die starken Männer sich krümmen, die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken,
und das Tor zur Straße verschlossen wird; wenn das Geräusch der Mühle verstummt, steht man auf beim Zwitschern der Vögel, doch die Töne des Lieds verklingen;
selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; der Mandelbaum blüht, die Heuschrecke schleppt sich dahin, die Frucht der Kaper platzt, doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus, und die Klagenden ziehen durch die Straßen -
ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Rad zerbrochen in die Grube fällt,
der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles Windhauch.

Psalmen 90(89),3-4.5-6.12-13.14.17.
Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub
und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“
Denn tausend Jahre sind für dich,
wie der Tag, der gestern vergangen ist,
wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus;
sie gleichen dem sprossenden Gras.
Am Morgen grünt es und blüht,
am Abend wird es geschnitten und welkt.

Unsere Tage zu zählen, lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Herr, wende dich uns doch endlich zu!
Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld!
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes.
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen,
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,43b-45.
In jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern:
Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden.
Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Lektionar. Rechte: staeko.net

Hl. Thomas von Aquin (1225-1274)

Dominikaner, Theologe und Kirchenlehrer
Kommentar zum Brief an die Galater, 6 (Commentaire sur l'épître aux Galates, in L'homme chrétien – saint Thomas d'Aquin, Éd. du Cerf 1965; ins Dt. übers. © Evangelizo)

Unser Ruhmestitel: der Menschensohn, ausgeliefert in die Hände von Menschen
„Ich aber“, sagt der heilige Paulus, „will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen“ (Gal 6,14). Schau, bemerkt der heilige Augustinus, dort, wo ein Weiser dieser Welt Schande zu finden glaubte, entdeckt der Apostel Paulus einen Schatz. Das, was einem anderen wie eine Torheit erschien, wurde für ihn zur Weisheit (vgl. 1 Kor 1,17–18) und zum Ruhmestitel. Jeder zieht nämlich den Ruhm aus dem, was ihn in seinen Augen groß macht. Wenn er sich für einen großen Mann hält, weil er reich ist, rühmt er sich seines Besitzes. Wer dagegen seine Größe nur in Jesus Christus erkennt, der sieht seinen Ruhm in Jesus allein. So war es beim Apostel Paulus: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20), sagt er. Deshalb rühmt er sich nur in Christus, und vor allem im Kreuz Christi. In diesem sind nämlich alle Beweggründe zusammengefasst, die man dafür haben kann. Es gibt Leute, die rühmen sich der Freundschaft mit den Großen und Mächtigen. Paulus braucht nur das Kreuz Christi, um darin das eindeutigste Zeichen der Freundschaft Gottes zu entdecken. „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Röm 5,8). Nein, es gibt nichts, was die Liebe Gottes zu uns mehr zum Ausdruck bringt als der Tod Christi. „Oh unschätzbares Zeugnis der Liebe!“, ruft der heilige Gregor aus. „Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin.“
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