Santiago_
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Hl. Thomas von Aquin über den Islam

„Mohammed hat den Menschen sexuelle Vergnügungen versprochen, zu denen uns die Fleischeslust antreibt. Damit hat er sie zu seiner Sekte verführt. Seine falsche Lehre enthält auch Anweisungen, die zu seinen Versprechungen passen. So ließ er der sinnlichen Begierde freien Lauf. Wie zu erwarten waren es nach solchen Vergnügungen dürstende Männer, die ihm dabei folgten. Was Beweise für die Wahrheit seiner Lehre angeht, hat er nur solche genannt, die ein jeder mit seinem natürlichen Vermögen verstehen kann, der über nur sehr wenig Geist verfügt.

Tatsächlich hat er die göttlichen Wahrheiten, die er lehrte, mit vielen Märchen und mit völlig erfundenen Lehren vermengt. Er hat keine Zeichen auf eine übernatürliche Weise [Wunder] gewirkt, was der einzig angemessene Beleg für eine göttliche Eingebung bei einem Lehrer der göttlichen Wahrheit [Prophet] ist. Im Gegenteil sagte Mohammed, dass er mit der Macht seiner Waffen gesandt wurde – und das sind Zeichen, an denen es nicht einmal Räubern und Tyrannen mangelt.

Davon abgesehen sind ihm keine Gelehrten, keine in den göttlichen und menschlichen Dingen unterrichtete Menschen, von Anfang an gefolgt. Diejenigen, die an ihn glaubten, waren brutale Männer und Wüstenwanderer, die absolut keine Ahnung von irgendeiner göttlichen Lehre hatten. Durch ihre große Zahl zwang Mohammed mit der Macht seiner Waffen andere gewaltsam, ihm zu folgen.

Ferner erwähnen ihn die göttlichen Verkündigungen von früheren Propheten überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er verfälscht fast alle Zeugnisse des Alten und Neuen Testaments, indem er seine eigenen Lügenmärchen daraus macht. Das kann jeder erkennen, der seine Lehre untersucht. Es war von daher eine gewitzte Entscheidung seinerseits, seinen Anhängern zu verbieten, das Alte Testament und das Neue Testament zu lesen. Sonst hätten ihn diese Bücher der Fälschung überführt. Es ist also klar, dass jene, die Mohammed irgendetwas glauben, dies aus Leichtgläubigkeit tun.“
Guntherus de Thuringia
Für einen so großen Theologen sind das aus heutiger Sicht wenige und schwache Gründe. Damals mochten sie genügen.
Santiago_
Der hl. Thomas hat natürlich noch viel mehr und tiefgründigeres über den Islam geschrieben, die weit über diese allgemeinen Äußerungen hier hinaus gehen. Und doch halte ich - die zitierten Gedanken- auch für unsere Tage für durchaus hilfreich.
Guntherus de Thuringia
@Santiago_ mein Kommentar bezog sich auch nur auf diese Äußerung (aus dem Büchlein der verstorbenen Frau Adelgunde Mertensacker, Christliche Mitte?). - Die Summa contra gentiles des hl. Thomas war hauptsächlich im Hinblick auf den Islam verfasst. - Aus obigem greife ich heraus: 1. Sinnlichkeit und Sexualität: Wurde auch im A.T. positiver gewertet als im Christentum; was die sexuellen Paradiesesfreuden …More
@Santiago_ mein Kommentar bezog sich auch nur auf diese Äußerung (aus dem Büchlein der verstorbenen Frau Adelgunde Mertensacker, Christliche Mitte?). - Die Summa contra gentiles des hl. Thomas war hauptsächlich im Hinblick auf den Islam verfasst. - Aus obigem greife ich heraus: 1. Sinnlichkeit und Sexualität: Wurde auch im A.T. positiver gewertet als im Christentum; was die sexuellen Paradiesesfreuden angeht, weisen Moslems darauf hin, dass sie einmal die untere Stufe des Paradieses darstellen, zum andern, dass sie außer der direkten auch sinnbildliche Bedeutung haben. 2. Wunder werden in der Fundamentaltheologie heute nicht mehr wie früher in der Apologetik als Göttlichkeitsbeweis für das Christentum herangezogen (zumal als historisch gesicherter Grundstock der Wunder Jesu nur die Heilungswunder und Exorzismen gelten); Blaise Pascal: "Ohne Wunder wäre ich kein Christ." Kardinal Newman: "Wunder sind kein Mittel gegen den Unglauben." 3. Kriegsführung usw.: taten auch die Heiligen und Gerechten des Alten Bundes; erlaubt unter Umständen auch die katholische Kirche und praktizierten auch die katholischen Staaten. 4. "Lügenmärchen" - so drückte man es früher aus; konsequenter- und strengerweise müsste man einen großen Teil der frühchristlichen Literatur, nämlich die Apokryphen, dann auch so nennen; die Apokryphen wurden aber meist nicht als Lügenmärchen, sondern als fromme Literatur betrachtet, vor der endgültigen Kanonfixierung sogar im Gottesdienst verlesen (wie das Protoevangelium des Jakobus); usw. usf. --- Bitte bitte, das ist keine Verteidigung des Islams. Es soll nur erklären, warum die Kirche heute den Islam nicht so grobschlächtig beurteilt wie in früheren Jahrhunderten.
Santiago_
Ich kenne die beiden Summen des hl.Thomas sehr genau, darüber hinaus kann ich ihnen das konzise Werk "De rationibus fidei" (gewissermaßen eine "Kurzform" der ScG) empfehlen. Auf meiner Seite können Sie zudem etliches von und über den hl. Thomas finden.