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Heilung eines komplizierten Oberarmbruches auf die Fürbitte des hl. Michael de Sanctis

Der hl. Michael de Sanctis, mit dem Beinamen der Ekstatiker, geboren zu Vich am 29. 9. 1591, wurde Trinitarier in Barcelona und war ein hervorragender Prediger und Beichtvater. Bekannt ist er, ähnlich wie Josef von Cupertino, durch seine ekstatischen Flüge. Er starb mit 33 Jahren am 10. 4. 1625 zu Valladolid. –

Die folgenden Aussagen über die Heilung im Jahre 1625 sind dem Apostolischen Prozeß von Valladolid von 1626 entnommen (Positio super miraculis, Romae 1776, S. 6–9 des Summariums).

Die Zeugen bekunden, daß der Arm des Geheilten haltlos herunterhing, von ihm nicht mehr gehoben werden konnte und sich gedreht hatte. Das sind die klaren Zeichen eines Armbruches. Diese Aussagen beweisen aber auch, daß der Oberarmknochen, der knapp unter dem Schultergelenk gebrochen war, so nicht heilen konnte, da er nicht in völliger Ruhelage war, weil der Arm wie ein Hebel wirkte, und jede kleine Bewegung ein Verwachsen der Bruchstelle unmöglich machte. Daß es sich um einen komplizierten Bruch mit Verletzungen der Umgebung des Bruches handelt, wobei wahrscheinlich ausgetretenes Mark sich isolierend zwischen die Bruchränder geschoben hatte, beweisen die außerordentlichen Schmerzen, die enorme Vergrößerung und Entzündung des Armes, von dem man annehmen muß, daß in den Tagen bis zur Heilung schon wichtige, für die Heilung wesentliche Zellpartien abgestorben waren.


Von dem Geheilten, Herrn Alfons de Ottero Grassal, Ökonomen des Herrn Hieronymus Parecho, 42 Jahre alt, wurde zu Protokoll gegeben: Er hat im vergangenen Jahre sich einen Arm ganz durchgebrochen. Dieser wurde vier oder sechs Tage ärztlich behandelt. Durch diese Behandlung kam es, daß ihm der Arm anschwoll und dreimal so dick wurde, wie er vorher gewesen war. Er bekam so furchtbare und entsetzliche Schmerzen, daß er auf keine Weise weder bei Nacht noch bei Tage Schlaf finden konnte und immerfort nur schrie wegen der schrecklichen Schmerzen. Er konnte auch nicht essen und glaubte, den Verstand zu verlieren. Als es so um ihn stand, besuchte ihn seine Nachbarin, Frau Katharina Diez, die ihn aufforderte, Vertrauen zum Diener Gottes Michael de Sanctis zu haben, und sagte, sie würde ihm eine kleine Reliquie von ihm geben, und er solle überzeugt sein, daß er damit wieder gesund würde und daß seine Schmerzen verschwinden würden wie schon bei manchen anderen. So bat er um die Reliquie und legte sie sich auf in Gegenwart seiner Gattin Maria della Fuente und der Hausgehilfin Hieronyma Martinez, und es gefiel Gott, daß in demselben Augenblick, als er sie sich auf den Arm legte, der so sehr gebrochen und auseinander war, dieser auf der Stelle kleiner wurde und die Verbände nicht mehr hielten und herunterrutschten und daß tatsächlich die Schmerzen aufhörten und er sich so wohl fühlte, als ob er nichts gehabt hätte, und er fing an, mit gutem Appetit zu essen. Die Heilung hat bis heute angehalten, und der Arm ist kräftiger geworden als er gewesen war. Der Zeuge hat die Heilung sofort als ein großes Wunder Gottes anerkannt und ist zum Grabe des Dieners Gottes gegangen, um ihm zu danken. – –

Frau Maria della Fuente, Gattin des Geheilten, 36 Jahre alt: Ihr Mann hatte einen ganz zerbrochenen Arm, der so anschwoll, daß er dick wurde wie ein Bein. Er bekam so rasende Schmerzen, daß er alle zu Mitleid bewegte, die ihn schreien hörten. In ihrer Gegenwart legte er sich die Reliquie auf – ein Taschentuch, das getränkt war mit Blut, das dem Diener Gottes nach seinem Tod aus der Nase geflossen war –, und im selben Augenblick sagte er, er fühle eine große Erleichterung und Erquickung, alle Schmerzen seien verschwunden, er war ruhig und erholt, und als er sich erhob, fielen ihm die Verbände herunter auf die Hand. Der Arm war auf der Stelle abgeschwollen und blieb heil und gesund. – –

Herr Nikolaus de Ottero Grassal, 16 Jahre alt: Sein Vater brach sich den rechten Arm vier Finger breit unter der Schulter in solcher Weise, daß der Arm ihm herunterhing und sich nach hinten drehte und beträchtlich anschwoll. Wegen der gewaltigen Schmerzen stieß er laute Schreie aus. In Gegenwart der Mutter Maria della Fuente und von Hieronyma Martinez wurde ihm die Reliquie aufgelegt, und auf der Stelle sahen der Zeuge und alle Anwesenden, daß der Arm ihm abgeschwollen war und die Verbände sich nicht mehr hielten, und der Vater sagte, er fühle sich wohl, spüre keinen Schmerz mehr, und fing an zu essen, heil und gesund, wie wenn er nie krank gewesen wäre. – –

Hieronyma Martinez, Hausgehilfin des Herrn Roderich Hieronymus Parecho, Auditors der königlichen Kanzlei, 50 Jahre alt: Alfons Ottero Grassal brach sich vergangenes Jahr einen Arm, der ihm sehr dick wurde und ihm so starke Schmerzen verursachte, daß alle, die ihn schreien hörten, Mitleid mit ihm hatten. Sie ging täglich viele Male zu ihm, um nach ihm zu sehen, und er sagte ihr, er könne diese ungeheuren Schmerzen nicht mehr aushalten. In ihrer Gegenwart legte sich Alfons Grassal die Reliquie mit großer Frömmigkeit auf und empfahl sich von Herzen dem Diener Gottes. Sie sah, wie er sie sich auf den gebrochenen Arm legte und im selben Augenblick hocherstaunt sagte, alle Schmerzen in dem Arme seien weg, und dann sah sie sofort, wie er zu essen verlangte, aß und sich ausruhte, wie wenn er nichts gehabt hätte. – –

Katharina Diez, Gattin des Johannes de la Rocchia, 44 Jahre alt: Als sie Grassal so furchtbar leiden sah, sagt sie ihm, sie wolle ihm eine Reliquie des heiligen Paters Michael schicken, und sie schickte sie ihm, und kurze Zeit darauf kam man, um ihr zu danken und zu sagen, sofort, als man sie bei ihm aufgelegt habe, seien die Schmerzen vergangen. – –

Don Roderich Hieronymus Parecho, Auditor der königlichen Kanzlei von Valladolid, 44 Jahre alt, bezeugt, gesehen zu haben, daß Alfons Grassal den Oberarmknochen gebrochen hatte und den Arm gebrochen hielt, daß er entzündet war und sehr schmerzte. Über die plötzliche Heilung hatten ihm Grassal und dessen Frau Maria della Fuente berichtet. – –

Auch Donna Maria de Robar, die Gattin des Auditors, bezeugt, daß Alfons Grassal den Arm gebrochen hatte, daß er ihn nicht mehr heben konnte, daß der Arm geschwollen war und äußerste Schmerzen verursachte. Sofort bei der Auflegung der Reliquie sei der Arm geheilt gewesen und sei der Verband heruntergefallen.

Aus: Wilhelm Schamoni, Wunder sind Tatsachen. Eine Dokumentation aus Heiligsprechungsakten, 2. Auflage, Würzburg/Stein am Rhein/Linz 1976, S. 176-178.
Tina 13
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