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Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,31-35.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen …
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Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,31-35.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen.
Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war.

Lektionar. Rechte: staeko.net


Hl. John Henry Newman (1801-1890)

Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
PPS vol. 6, Nr. 20 “The Visible Temple” [Der sichtbare Tempel] (engl.-dt. trad. © Evangelizo)

Christus, Senfkorn und Sauerteig in der Welt
Durch sein Kommen wollte Christus sich diese Welt unterwerfen, sie als seinen Besitz einfordern, seine Rechte als ihr Meister geltend machen, die widerrechtliche Herrschaft des Feindes zerstören, sich allen Menschen offenbaren und sie als sein Eigentum annehmen. Er ist das Senfkorn, das dazu bestimmt war, stillschweigend zu wachsen, sich auszubreiten und alle Länder zu überschatten; er ist der Sauerteig, der sich im Verborgenen seinen Weg durch die Masse menschlicher Denkweisen und Institutionen bahnen sollte, bis das Ganze durchsäuert war. Himmel und Erde waren bis dahin voneinander getrennt gewesen. Seine gnädige Absicht war es, sie zu vereinen, indem er die Erde dem Himmel gleich machte. Er war von Anfang an in der Welt, aber die Menschen beteten andere Götter an; er kam im Fleisch in die Welt, und „die Welt erkannte ihn nicht“; „er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,10–11). Doch er kam, damit sie ihn aufnehmen, ihn erkennen, ihn anbeten. Er kam, um diese Welt in sich aufzunehmen, damit, so wie er Licht war, auch sie Licht sei. Als er kam, hatte er „keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen konnte“ (vgl. Lk 9,58); doch er kam, um sich einen Ort zu schaffen, um sich eine Bleibe zu schaffen, um sich Wohnungen zu schaffen, um sich eine herrliche Wohnstätte zu bereiten aus dieser ganzen Welt, die von den Mächten des Bösen gefangen war. Er kam in der Dunkelheit, in dunkler Nacht wurde er geboren, in einer Felsenhöhle. […] Dorthin zuerst legte er sein Haupt; aber er hatte nicht vor – gepriesen sei sein Name! –, er hatte nicht vor, für immer dort zu bleiben. Er wollte sich nicht mit dieser Finsternis abfinden. […] Er wollte die Erde verändern. […] Alles sollte durch ihn erneuert werden, aber er bediente sich nicht dessen, was war, um alles aus dem Nichts zu machen. […] Er war „ein Licht, das an einem finsteren Ort schien“ (vgl. 2 Petr 1,19), bis er durch die Kraft, die von ihm ausging, einen Tempel schaffen sollte, der seines Namens würdig ist.