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M.RAPHAEL
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Die Liturgie soll die Gläubigen von der Welt wegführen

Der folgende Blog von Peter Kwasniewski auf LifeSiteNews ist von so starker Erklärungskraft, dass ich ihn übersetzt habe. Er gibt einem ein Gefühl, dass man endlich, nach vielen Jahren der Lüge seitens der Vat.2 Kleriker, die Wahrheit erfährt, auf die die unzähligen eigenen mystischen Erfahrungen verweisen. Auf GTV wird genau dieses Problem - Gott sei Dank - unablässig diskutiert. Aber dieser Artikel ist so klar und deutlich, dass, wenn ein Vat.2 Kleriker nach Lektüre dessen nicht zur Tradition umkehrt, er verurteilt werden kann. Dann ist er bewusst und willentlich ein Feind Gottes.

Das macht wütend auf die moderne Konzilskirche, selbst wenn man ihren Vertretern eine entschuldigende gymnasiale Pfadfindermentalität unterstellt. Aber es ist nicht glaubwürdig, dass sie nur Klampfen am Lagerfeuer spielen wollen. Hinter der Maske ihrer "Menschenfreundlichkeit" sind viele beinharte Machtmenschen, die durch die Etablierung eines gnadenlosen Schutzkollektivs niemals dem Herrn in existentielle Not und Verachtung folgen wollen. Deshalb, wie gesagt, wegen der Vorenthaltung des Himmels und der Vortäuschung falscher Glaubensüberzeugungen wird die Wut größer.

Der Link:

lifesitenews.com/…orld-not-secularize-the-church

Übersetzung:

"Die Liturgie soll die Gläubigen von der Welt wegführen und nicht die Kirche säkularisieren
von Peter Kwasniewski, 22. September 2020 (LifeSiteNews)

Ich habe mal in einem Interview gesagt:

Der usus antiquior ist in jeder Hinsicht wie ein andauernder Exorzismus des Teufels. Er verweist immer wieder auf den Triumpf des inkarnierten Gottes über den alten Feind der menschlichen Natur. Die Tatsache, dass die neue Liturgie die Exorzismen entweder abgeschafft oder gekürzt hat, wo immer sie vorkamen - im Taufritual, in verschiedenen Segensformeln, selbst im eigentlichen Exorzismus Ritual! - spricht Bände.

Eine Dame aus Deutschland schrieb mir als Antwort auf dieses Interview und teilte mir ihre Gedanken zur Papst Benedikts Rede in Freiburg am 25.September 2011 mit, in dem er eine Entweltlichung der Kirche forderte. Es folgt der Kern ihrer sehr interessanten Ausführungen:

Wenn sich die Kirche aus der Welt zurückziehen soll - nicht um diese der Hölle zu überlassen, sondern um sie zu ihrer letzten Bestimmung zu führen und um ihren Blick über das Flüchtige hinaus zu heben - dann muss auch ihre Liturgie das Gleiche tun. Sie muss die himmlischen und ewigen Wahrheiten aufzeigen, all dem Bedeutung verleihen, was hier auf Erden geschieht und das Zeitliche gegenüber den Horizonten von Geschichte und Ewigkeit relativieren.

Diese Entweltlichung findet besonders stark im alten Ritus statt, weniger im neuen. Die traditionelle Feier der Messe betont, dass das Opfer Jesu Christi am Kreuz auf Golgotha auf unblutige Weise wiederholt wird. Der Herr vereinigt uns mit Seinem Tod am Kreuz auf mystische Weise. Seine grenzenlose Liebe für die Menschen erleuchtet uns in dem Moment, in dem Er Sein Leben als Sühneopfer für uns hingibt. Unter dem Kreuz steht die Gottesmutter und der Jünger, den Jesus liebte. Der Tempelvorhang zerreißt in zwei Teile. Die Soldaten stürzen zu Boden. Dunkelheit legt sich über das ganze Land. Die bösen Mächte werden in den Abgrund der Hölle geworfen. Als Folge findet eine tiefe Reinigung statt, ein "Exorzismus" erfolgt, und das in jeder Heiligen Messe, in der das Heilige Opfer vollzogen wird. Die Kirche wird durch die Liebe Christi verherrlicht und zur gleichen Zeit von bösen Mächten befreit. Ihre Feinde werden zerstört. In der Feier des Heiligen Messopfers gibt es immer eine Entweltlichung im Sinne der Reinigung vom Bösen, der Stärkung im Guten und der Verheißung des ewigen Lebens.

Im neuen Messritus steht dagegen die Feier des letzten Abendmahls im Mittelpunkt. Hier wird der Aspekt der brüderlichen Liebe erneuert. Dieser Ritus fördert die friedliche Koexistenz, die Idee der Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Gemeinde. Und dennoch, im Abendmahlsaal ist auch Judas präsent. Die Gottesmutter fehlt. Kein Feind wird vernichtet, noch nicht mal bedroht. Judas stiehlt sich alleine und unbemerkt davon, wie so viele heute in der Kirche. Fast alle Anwesenden nähern sich dem Tisch des Herrn, um die Kommunion zu empfangen, egal ob sie sich in geistlicher Kommunion befinden oder nicht. Stimmen sie vollkommen der Botschaft des Meisters zu und empfangen Ihn als ihr Herr und Gott, oder folgen sie den Pharisäern und Schriftgelehrten, die Seine Vernichtung planen, zusammen mit Pontius Pilatus der mit seinen Schultern zuckt und seine Hände wäscht, bzw. es versucht, um nicht Komplize zu sein? Dieser Messritus als liturgischer Akt exorziert weder die Dunkelheit in unserer Seele noch verstärkt es das Licht der Wahrheit, dass jeden Menschen erleuchten sollte.

Um ein Vergleich mit einem Theaterstück anzustellen, es macht keinen Sinn, dass der Schlussakt und Höhepunkt (das Opfer Christi am Kreuz) in der Aufführung mehr oder weniger ignoriert wird und stattdessen der vorletzte Akt (das Abendmahl) dargestellt wird. Die phänomenologische Unterdrückung des Opferscharakters der Heiligen Messe zu Gunsten des Mahlcharakters ist im Kern ein Skandal. Man kann das nur dadurch erklären, dass die Feinde der Kirche gewusst haben, dass sie die Heilige Messe niemals vollständig beseitigen können. Sie mussten zuerst eine schwächere Form erschaffen, die durch fortschreitende Schwächung irgendwann in dem normalen protestantischen Devotionalismus aufgeht.

Deshalb sind die Feinde der Heiligen Kirche, wichtige und unwichtige gleicherweise, gegen die alte Messe. Selbst Kleriker, die erkennen, dass sie die neue Messform mit allerlei Problemen konfrontiert, halten deshalb an dieser fest.

Der wahre Frühling der Entscheidung von Papst Benedikt den usus antiquior - der geschichtlich tradierte römische Ritus der Heiligen Messe überliefert durch die Tradition - zu "befreien", war nicht einfach eine Versöhnung mit der Piusbruderschaft oder freundliche Beziehungen mit verstreuten Gruppen von Traditionalisten. Wie er in seinem Brief Con Grande Fiducia zum Ausdruck brachte, ging es darum, die Kirche mit sich selbst zu versöhnen, mit ihrer eigenen Geschichte und Tradition. Er hat vermieden, festzustellen, zweifellos aus Gründen päpstlicher Diplomatie, dass es sein Vorgänger Paul VI war, der mehr als jeder andere Papst dazu beigetragen hat, die Bande zu dem seit undenklichen Zeiten gegebenen katholischen Erbe in Bezug auf jeden Aspekt des katholischen Lebens zu zerschneiden. Das war nicht einfach eine missglückte Implementierung des Vat.2 Konzils, sondern ein päpstlich gebilligter Frontalangriff gegen das jenseitige oder übernatürliche Wesen und die entsprechende Mission der Kirche Christi auf Erden.

Leider müssen wir fast 10 Jahre nach der Rede in Freiburg feststellen, dass Papst Benedikts Botschaft der Entweltlichung auf taube Ohren gestoßen ist, einerseits in der verschwenderisch finanzierten Bürokratie der deutschen Bischofskirche und in der überhaupt nicht erfreulichen weiter voran schreitenden Verweltlichung der Gesamtkirche.

Dank Juventutem DC haben wir Zugang zu den folgenden atemberaubenden statistischen Entwicklungen in Deutschland (Holland, Luxembourg). Bzgl. der Details haben sich zwischenzeitlich einige Änderungen ergeben, aber dadurch, dass sie in der Planung angedacht waren und es immer noch sind, bekommen wir einen aussagekräftigen Eindruck von diesem (Vat.2) "Neuen Frühling":

* Die Erzdiözese Freiburg will 1.057 Pfarreien in 40 zusammenführen.
* Die Erzdiözese Utrecht, mit 355 Pfarreien in 1965 und 280 heute, reduziert die Anzahl auf nur 20 im Verlauf des kommenden Jahrzehnts.
* Die Diözese Trier - die älteste in Deutschland - führt 905 Pfarreien in 35 zusammen.
* Die Diözese Essen hat die Zahl ihrer Pfarreien von 259 auf 43 reduziert.
* Die Erzdiözese von Luxembourg hat die Zahl ihrer Pfarreien von 274 auf 33 reduziert.
* Die Erzdiözese von Berlin ist im Begriff die Zahl ihrer Pfarreien von 105 auf 30 bis 2020 zu reduzieren.

Dagegen hat sich, seit der Bekanntmachung von Summorum Pontificum im Juli 2007, die Anzahl der nicht - SSPX Orte, an denen die überlieferte lateinische Liturgie in Deutschland gefeiert wird, von 35 auf über 150 nach Angaben von Pro Missa Tridentina erhöht. Was die Piusbruderschaft angeht, werden 42 Orte genannt, eine Zahl, die über die Jahre ständig gewachsen ist. Es gibt grüne Vat.2 Triebe in diesem merkwürdigen Frühling, (aber nur) genau dort, wo der Prozess der Entweltlichung entweder noch nicht begonnen hat oder wo diesem bewusst widerstanden wird."
Salzburger
Ja, die GOeTTliche Liturgie ist eine GegenWelt in, aber nicht von dieser Welt.
Darum sind FürBitten für Kreti&Plethi völlig inakzeptabel und am Anfang/Ende der Homilie die Termine für ChorProben/KaffeeKränzchen anzusagen ist schlicht ... Atem-beRaubend!
Salzburger
Dieser Artikel ist ehrlichgesagt nicht imposant - im GegenSatz z.B. zum VorTrag vom hw. @Don Reto Nay in Hohenfurth 2019, als Hw. schön ausführte, daß die Hl.Messe eine unio mystica ist (ab dem Sanctus im HimmelReich).
Und man sollte nicht das SederMahl am GrünDonnerstag wider die Kreuzigung am KarFreitag ausspielen: Wahrscheinlich feierten die Pharisäer (und somit die VolksMassen) schon am …More
Dieser Artikel ist ehrlichgesagt nicht imposant - im GegenSatz z.B. zum VorTrag vom hw. @Don Reto Nay in Hohenfurth 2019, als Hw. schön ausführte, daß die Hl.Messe eine unio mystica ist (ab dem Sanctus im HimmelReich).
Und man sollte nicht das SederMahl am GrünDonnerstag wider die Kreuzigung am KarFreitag ausspielen: Wahrscheinlich feierten die Pharisäer (und somit die VolksMassen) schon am DonnersTag, was die Sadduzäer erst am FreiTag (und die Essener nachweislich am DiensTag) begingen, d.h. ER war beim Letzten AbendMahl gewissermaßen schon geopfert (darum konnte ER es auch bereits einsetzen).
Erich Foltyn
die Liturgie ist wichtig, aber wenn das Kirchenvolk nicht einen wesentlichen Teil der Bibel kennt und entsprechende Zusatzliteratur und den Katechismus, was alles unverändert bleiben muß, dann fehlt dem Glauben die Substanz. Man steht in der Messe jahraus jahrein und weiß nicht, um was es sich handelt, danach torkelt man mit betäubten Sinnen aus dem Dom und glaubt man ist ein Apostel.
Moselanus
Sehr guter Vortrag von Peter Kwasniewski, wie man es von ihm erwartet. Allerdings muss ich am Ende entweder im Orginal oder in der Übersetzung ein Irrtum eingeschlichen haben, die Messorte der FSSPX sind infolge von SP nicht so stark gewachsen. Das sind die ehemaligen Indultmessen. FSSPX hat schon lange im deutschen Sprachraum nichts mehr neu gegründet, sogar Kleve und Krefeld geschlossen.
Tesa