martin fischer
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Wann gibt es endlich ein Sondertribunal für die NATO-Verbrechen gegen Serbien? 14.06.2021
Achtundsiebzig Tage lang bombardierte die Nato 1999 ohne Uno-Mandat serbische Krankenhäuser, Schulen, Wasserwerke und Chemiebetriebe. Dieser erste Angriffskrieg mit deutscher Beteiligung seit 1945 führte zu einer ökologischen und humanen Katastrophe. Doch Kirchen, Umweltverbände und Bündnis 90/Die Grünen …More
Wann gibt es endlich ein Sondertribunal für die NATO-Verbrechen gegen Serbien? 14.06.2021
Achtundsiebzig Tage lang bombardierte die Nato 1999 ohne Uno-Mandat serbische Krankenhäuser, Schulen, Wasserwerke und Chemiebetriebe. Dieser erste Angriffskrieg mit deutscher Beteiligung seit 1945 führte zu einer ökologischen und humanen Katastrophe. Doch Kirchen, Umweltverbände und Bündnis 90/Die Grünen schweigen bis heute.
Am 24. März 1999 begann die Nato ihren Luftkrieg gegen Serbien. Ausgerechnet der grüne Außenminister Joschka Fischer heizte mit seinem Kollegen Rudolf Scharping die Kriegsstimmung an. Um „ethnische Säuberungen“, weitere „Vertreibungen“ und eine „humanitäre Katastrophe“ zu verhindern, sei es dringend nötig einzugreifen. Diese Behauptungen sind längst widerlegt, wie Oberstleutnant a.D. Jochen Scholz, ehemaliger Referent beim Generalinspekteur der Bundeswehr im Verteidigungsministerium schon vielfach bestätigte. In den Lageberichten des Amtes für Nachrichtenwesen der Bundeswehr für die Parlamentsabgeordneten war bis zum letzten Tag vor dem Angriff immer nur von einem blutigen Bürgerkrieg zwischen UCK-Soldaten und der serbischen Armee die Rede.
Die Nato beschoss Krankenhäuser, Schulen, Klöster, Industriebetriebe

In einem Arte-Film des ORB vom Sommer 1999 von Sascha Adameck mit dem Titel „Bomben auf Chemiewerke“ erklärte der britische General und ehemalige Befehlshaber der UN-Schutztruppe in Bosnien, Michael Rose: „Das Ziel war, die Militärmaschinerie Miloševićs auszuschalten und zu zerstören. Doch das endete in einem Misserfolg. Daraufhin erweiterte man die Liste der Ziele auf sogenannte zivilmilitärische Ziele, also Brücken, Straßen, Stromversorgung, Krankenhäuser und sogar Fernsehstationen.“...
Die Nato zerstörte oder beschädigte 60 Brücken, 110 Krankenhäuser, 480 Schulobjekte, 365 Klöster, das Fernsehzentren, die Strom- und Wasserversorgung, 121 Industriebetriebe. 2500 Menschen fanden den Tod. Als besonders zynisches Kriegsverbrechen gilt bis heute neben dem Einsatz von über 30.000 Urangeschossen an über 80 Orten die vorsätzliche Bombardierung der großen Chemiezentren in Pančevo, Novi Sad und Bor. Am 4. April 1999, zwölf Tage nach Beginn der Luftschläge, trafen zum ersten Mal Raketen die Raffinerie von Pančevo. Das auslaufende Öl brannte zwei Wochen. Am 6. April 1999 griffen Langstreckenbomber die ältere Ölraffinerie in Novi Sad an. 80.000 Tonnen Öl liefen aus, 20.000 Tonnen verbrannten. Eine riesige Wolke aus Ruß, Teer, Ölpartikeln, Schwefeldioxid und Stickoxiden lag über der Stadt. Nur ein Bruchteil davon löste im gesetzesstrengen Deutschland später den Dieselskandal aus und Debatten über jährliche Todesopfer.
Am 15. und 18. April 1999 und selbst noch am 8. Juni, kurz vor Waffenstillstand, zerstörte die Nato das serbische Chemiezentrum in Pančevo völlig. Erst wenige Jahre zuvor war es auch mit US-Hilfe modernisiert worden. Bauplangenau trafen computergesteuerte Raketen die Düngemittelfabrik, die Ölraffinerie, das PVC-Werk und auf den Meter exakt einen noch halbvollen Tank mit 450 Tonnen Vinylchlorid, dem krebserregenden Vorprodukt für die PVC-Herstellung. Es war einer der Behälter, die die Werkleitung noch als besonders gefährlich an die Nato gemeldet hatte. Obwohl vorsorglich noch 8000 Tonnen Ammoniak nach Rumänien transportiert worden waren, entwichen auch von diesem tödlichen Gas Hunderte Tonnen....

Der ungesühnte Chemiekrieg gegen Serbien: Wer verurteilt endlich die Nato?

Achtundsiebzig Tage lang bombardierte die Nato 1999 ohne Uno-Mandat serbische Krankenhäuser, Schulen, Wasserwerke und Chemiebetriebe …
martin fischer
...Große Mengen an giftigen und krebserregenden Stoffen traten dabei in Wasser und Luft aus. Die Schwaden aus den brennenden Fabriken hüllten Pancevo in eine Giftwolke. Sie bestand aus einer ätzenden und giftigen Mischung von Chlorwasserstoff, Vinylchlorid, Schwefeldioxid und Phosgen, das vor allem für seinen Einsatz als Lungenkampfstoff im Ersten Weltkrieg bekannt ist (siehe auch GrünkreuzMore
...Große Mengen an giftigen und krebserregenden Stoffen traten dabei in Wasser und Luft aus. Die Schwaden aus den brennenden Fabriken hüllten Pancevo in eine Giftwolke. Sie bestand aus einer ätzenden und giftigen Mischung von Chlorwasserstoff, Vinylchlorid, Schwefeldioxid und Phosgen, das vor allem für seinen Einsatz als Lungenkampfstoff im Ersten Weltkrieg bekannt ist (siehe auch Grünkreuz). Ärzte sollen schwangeren Frauen zur Abtreibung und für zwei Jahre zur Vermeidung von Schwangerschaften geraten haben, weil sie Fehlbildungen bei Kindern befürchteten. Während der Bombennächte waren die Giftkonzentrationen teilweise derart hoch, dass Ursula Stephan (damalige Vorsitzende der Störfallkommission der Bundesregierung[120]) von „chemischer Kriegführung mit konventionellen Waffen“ sprach....

Kosovokrieg – Wikipedia


Serbien hat die heute europaweit meisten Fälle von Lungenkrebs
Schon wenige Jahre nach Kriegsende beobachten serbische Mediziner wie der führende Belgrader Onkologe Vladimir Čikarić und die Neurologin Danica Grujičić einen dramatischen Anstieg der Krebsrate und Sterblichkeit. Heute liegt Serbien bei Lungen- und Brustkrebs an der Spitze Europas. Erst im Mai 2018 konnten Ärzte im westorientierten Belgrader Parlament die Gründung einer Untersuchungskommission für alle Folgen der Angriffe mit Uranmunition und auf die Chemieindustrie durchsetzen.
Der ungesühnte Chemiekrieg gegen Serbien: Wer verurteilt endlich die Nato?
martin fischer
The unpunished chemical war against Serbia: Who will finally condemn Nato?
For seventy-eight days in 1999, NATO bombed Serbian hospitals, schools, waterworks and chemical plants without a UN mandate. This first war of aggression with German participation since 1945 led to an ecological and human catastrophe. Yet churches, environmental organisations and Bündnis 90/Die Grünen remain silent to this day. …More
The unpunished chemical war against Serbia: Who will finally condemn Nato?
For seventy-eight days in 1999, NATO bombed Serbian hospitals, schools, waterworks and chemical plants without a UN mandate. This first war of aggression with German participation since 1945 led to an ecological and human catastrophe. Yet churches, environmental organisations and Bündnis 90/Die Grünen remain silent to this day.

On 24 March 1999, NATO began its air war against Serbia. Of all people, the Green Foreign Minister Joschka Fischer, together with his colleague Rudolf Scharping, fanned the flames of war. In order to prevent "ethnic cleansing", further "expulsions" and a "humanitarian catastrophe", it was urgently necessary to intervene. These claims have long since been refuted, as Lieutenant Colonel (ret.) Jochen Scholz, former advisor to the Inspector General of the German Armed Forces in the Ministry of Defence, has confirmed many times. Until the last day before the attack, the situation reports of the Office of Intelligence of the Bundeswehr for the members of parliament only spoke of a bloody civil war between UCK soldiers and the Serbian army.
Nato shelled hospitals, schools, monasteries, industrial plants

In an Arte film by ORB from the summer of 1999 by Sascha Adameck entitled "Bombs on Chemical Plants", the British general and former commander of the UN protection force in Bosnia, Michael Rose, explained: "The aim was to take out and destroy Milošević's military machine. But that ended in failure. They then expanded the list of targets to include so-called civilian-military targets, i.e. bridges, roads, electricity, hospitals and even television stations."
08.06.2021

NATO destroyed or damaged 60 bridges, 110 hospitals, 480 school buildings, 365 monasteries, the television centre, the electricity and water supply, 121 industrial plants. 2500 people were killed. The deliberate bombing of the large chemical centres in Pančevo, Novi Sad and Bor, in addition to the use of over 30,000 uranium shells at over 80 locations, is still considered a particularly cynical war crime. On 4 April 1999, twelve days after the air strikes began, missiles hit the Pančevo refinery for the first time. The leaking oil burned for a fortnight. On 6 April 1999, long-range bombers attacked the older oil refinery in Novi Sad. 80,000 tonnes of oil spilled, 20,000 tonnes burned. A huge cloud of soot, tar, oil particles, sulphur dioxide and nitrogen oxides lay over the city. Only a fraction of this later triggered the diesel scandal in law-abiding Germany and debates about annual fatalities.

On 15 and 18 April 1999, and even on 8 June, shortly before the ceasefire, NATO completely destroyed the Serbian chemical centre in Pančevo. Only a few years earlier it had been modernised, also with US help. Computer-guided missiles hit the fertiliser factory, the oil refinery, the PVC plant and, to the exact metre, a still half-full tank containing 450 tonnes of vinyl chloride, the carcinogenic precursor for PVC production. It was one of the tanks that the plant management had reported to NATO as particularly dangerous. Although 8000 tonnes of ammonia had been transported to Romania as a precautionary measure, hundreds of tonnes of this deadly gas also escaped.

For example, a 20-kilometre-long cloud of poisonous gas drifted for more than ten days over the suburbs of Belgrade into the vegetable and granary regions of Serbia. 40,000 people were evacuated. The concentration of vinyl chloride alone rose at times to 10,600 times the international limit. When the wind shifted, the cloud crept on to Bulgaria, Romania, Hungary. Even 550 kilometres to the south, scientists at the Greek university station of Xanthi measured highly toxic dioxins and polycyclic aromatic hydrocarbon compounds.
Serbia has the most cases of lung cancer in Europe today

Just a few years after the end of the war, Serbian physicians such as leading Belgrade oncologist Vladimir Čikarić and neurologist Danica Grujičić observed a dramatic increase in cancer rates and mortality. Today, Serbia is at the top of Europe for lung and breast cancer. Only in May 2018 were doctors able to push through the establishment of a commission of enquiry in the west-oriented Belgrade parliament into all the consequences of the attacks with uranium munitions and on the chemical industry.

For toxicologist Ursula Stephan from Halle/Saale, the bombing of the Serbian chemical plants is to this day an unpunished deliberate chemical war that deliberately caused long-term damage to thousands of victims. In 1999, when all German environmental associations were silent about it, Stephan was chairperson of the German Incident Commission, an expert association for industrial safety issues and also for the consequences and prevention of chemical accidents. At the end of July 1999, at the request of the World Wide Fund For Nature (WWF office in Vienna), she was the only expert in Germany willing to visit the destroyed chemical sites in Serbia (one of the more than 150 "World Centres of Biodiversity") and to prepare an expert report on the medical and environmental aspects.

Almost simultaneously, specialists from the UN environmental agency Unep, headed at the time by Klaus Töpfer, investigated the damage caused by the chemical attacks on site, including experts from the Brandenburg State Environmental Agency. But in the end they kept the ball NATO-friendly flat in their report and declared as a conclusion of their analyses that most of the "pollution" caused by the leaked and burnt chemicals was legacy from the time before the war.
According to German law, this was a Super-GAU

Ursula Stephan, on the other hand, declared the extent of the destruction, the soil contamination and, above all, the widespread toxic gas clouds to be an "exceptional accident" according to the strict German laws. A super-GAU, so to speak. That is, as a catastrophe out of control, for the extent of which there is no experience, no predictability, no possibility of preparation and therefore no defence scenarios. Comparable to Chernobyl or Fukushima.

According to the experts, 78,000 tonnes of burnt explosive and rocket fuels and the exhaust gases from more than 150,000 hours of flight by bombers and cruise missiles released more than one billion cubic metres of air-polluting substances in addition to all the chemicals. This total amount of carbon dioxide, nitrogen oxides and unburned hydrocarbons was the largest contribution to air pollution and the greenhouse effect since the Gulf War. "Whoever attacks the chemical industry", Ms Stephan said in the ORB environmental magazine "Ozone" in 1999, "knows what he is doing".

Even during the air strikes, Knut Krusewitz, a Berlin University professor of environmental planning, had described these strikes against chemical centres as a new kind of environmental warfare, with which Nato deliberately circumvented the Geneva ban on chemical weapons and violated the Enmod Convention of the UN General Assembly of 1978, according to which "environment-altering techniques that have widespread, long-lasting or serious effects" are prohibited as a means of warfare. Yet to this day there is great silence about the dramatic consequences of this first war of aggression by Nato with German participation.

...Large quantities of toxic and carcinogenic substances leaked into the water and air. The plumes from the burning factories enveloped Pancevo in a toxic cloud. It consisted of a corrosive and toxic mixture of hydrogen chloride, vinyl chloride, sulphur dioxide and phosgene, which is best known for its use as a pulmonary agent in the First World War (see also Green Cross). Doctors reportedly advised pregnant women to have abortions and to avoid pregnancy for two years because they feared malformations in children. During the nights of bombing, the concentrations of poison were sometimes so high that Ursula Stephan (then chairwoman of the Federal Government's Incident Commission[120]) spoke of "chemical warfare with conventional weapons"....
Serbia has the most cases of lung cancer in Europe today
Just a few years after the end of the war, Serbian medical experts such as leading Belgrade oncologist Vladimir Čikarić and neurologist Danica Grujičić observed a dramatic increase in cancer rates and mortality. Today, Serbia is at the top of Europe for lung and breast cancer. Only in May 2018 were doctors able to push through the establishment of a commission of enquiry in the west-oriented Belgrade parliament into all the consequences of the attacks with uranium munitions and on the chemical industry.
Kosovokrieg – Wikipedia