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CSc
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Feindesliebe

Der hl. Thomas von Aquin wirft die Frage auf, ob die Feindesliebe notwendig zur heiligen Liebe gehört:

a) Dies wird geleugnet. Denn:

[...]

II. Die heilige Liebe entfernt nicht die Natur. Jedes Wesen aber haßt von Natur das ihm Entgegengesetzte; wie z. B. das Wasser das Feuer, das Schaf den Wolf.

III. „Die heilige Liebe handelt nicht schlecht.“ (1. Kor. 13.) Das ist aber schlecht, die Feinde zu lieben und die Freunde zu hassen, nach 2. Kön. 19., wo Joab dem David vorwirft: „Du liebst jene, die dich hassen, und hassest, die dich lieben.“

Auf der anderen Seite steht das Wort des Herrn: „Liebet euere Feinde.“ (Matth. 5.)

b) Ich antworte; 1. die Feinde lieben, insoweit sie Feinde sind, ist verkehrt und gegen die heilige Liebe; — das hieße nämlich lieben das, was für den anderen ein Übel ist. 2. Die Feinde lieben als teilhaft im allgemeinen der menschlichen Natur, ist notwendig zur heiligen Liebe gehörig; daß nämlich jemand von jener Allgemeinheit, den Nächsten zu lieben, niemanden ausnimmt. 3. Die Feinde lieben in der Weise daß jemand einen speciellen Liebesakt einem Feinde erweist, ist nicht schlechthin zur heiligen Liebe gehörig, die ja auch nicht vorschreibt, daß wir zu jedem einzelnen Menschen durch besondere Liebesthätigkeit hinbewegt werden; denn das wäre unmöglich. Jedoch muß der Mensch in seiner Seele die Bereitwilligkeit haben, besondere Liebe auch dem Feinde zu erweisen, falls die Notwendigkeit dies erfordert. Daß nun ohne solche Notwendigkeit der Mensch dem thatsächlichen Wirken nach das Gebot der Feindesliebe erfülle, gehört zur Vollendung der Liebe. Denn je mehr jemand Gott liebt, wird er auch im Feinde Gott lieben und sich von der Feindschaft in der thatsächlichen Äußerung dieser Liebe nicht abhalten lassen; wie wenn jemand in hohem Grade einen Freund liebte, er auch dessen Kinder lieben würde, obgleich sie seine Feinde sind. [...]

II. Das Entgegengesetzte, insoweit es entgegengesetzt ist, wird von jedem Dinge gehaßt. Und so muß Uns dies mißfallen, daß sie unsere Feinde sind; als Feinde betrachtet, die Feindschaft also selber dürfen wir nicht lieben. (Vgl. I.) Insoweit sie aber Menschen sind und fähig der ewigen Seligkeit teilhaftig zu sein, sind sie uns nicht entgegengesetzt.

III. Insoweit die Feinde uns feindlich sind, dürfen wir sie nicht lieben. [S. 180]

Quelle: www.unifr.ch/bkv/summa/kapitel541-8.htm
Mission 2020
Das widerspricht ganz klar der Lehre unseres göttlichen Meisters.
CSc
@Mission 2020
Der hl. Thomas erklärt präzise, warum Christus von uns verlangt, dass wir unsere Feinde lieben. Er legt dar, dass wir unsere Feinde nicht deshalb lieben sollen, weil sie unsere Feinde sind (das wäre absurd), sondern obwohl sie unsere Feinde sind. Denn obwohl sie unsere Feinde sind, sind sie immer noch Menschen, die genauso wie wir zur Heiligkeit berufen sind. Aus diesem Grund …More
@Mission 2020
Der hl. Thomas erklärt präzise, warum Christus von uns verlangt, dass wir unsere Feinde lieben. Er legt dar, dass wir unsere Feinde nicht deshalb lieben sollen, weil sie unsere Feinde sind (das wäre absurd), sondern obwohl sie unsere Feinde sind. Denn obwohl sie unsere Feinde sind, sind sie immer noch Menschen, die genauso wie wir zur Heiligkeit berufen sind. Aus diesem Grund müssen wir sie lieben.
a.t.m
Kurzum kann man ja auch dazu sagen (und Matthäus 5 ist so zumindest in meinen Augen verständlicher)

"Liebe den Sünder, Hasse die Sünde"

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen
CSc
@a.t.m
Oder anders formuliert:
Liebe den/deinen Feind, hasse die/seine Feindschaft.
Mission 2020
Tut eine Katholik dies werden die höchsten Kräfte Gottes mobilisiert zugunsten von demjenigen der auf Rache, Vergeltung oder Bosheit verzichtet. Leider habe dies sehr wenige verstanden was der Herr will auch hier im Forum.