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"Was läuft schief?" - Vortrag von Fritz Romig am 21. Okt. im Wr. Akademikerbund

Sehr geehrte Damen und Herrn, liebe Freunde!

Heutzutage ist das öffentliche Leben voll von selbstbewußten Verkündern der neuen techno-kultursozialistischen Synthese. Hieß es unter Lenin "Kommunismus ist Sozialismus plus Elektrizität" gilt heute die Ansicht, dass die "Erlösung der Menschheit" dem Konzept "Digitalisierung plus globaler Multikulti-Kollektivismus" folgen würde.

Selten begegnet man Menschen, die neben einer erfolgreichen beruflichen Karriere mehr als siebzig Jahre über die Ursachen des Kulturregresses und die möglichen Grundlagen einer gleichermaßen prosperierenden wie gottgefälligen Ordnung des menschlichen Zusammenlebens nachdenken konnten. Von unserem nächsten Vortragenden kann man das guten Gewissens behaupten. Im Angesicht der rezenten Menschheitskrise darf ich sehr herzlich einladen zur Teilhabe am Grundsatz-Vortrag von

Univ.Prof. Dr. Fritz Romig
"Was läuft schief?"

Termin: 21. Oktober, 19.00 Uhr
Ort. Wiener Akademikerbund, 1080 Wien, Schlösselgasse 11, rechter Hausflügel; Zugang direkt vom Gehsteig


Friedrich Romig wurde am 21. Sept. 1926 in Königsberg geboren. Herumgeworfen durch die turbulenten Verhältnisse in Deutschland wurde ihm ab 1939 Wien zum Lebensmittelpunkt. Sein Vater, ein begüterter Industrieller, war ein Freimaurer und Liberaler, der von den Nationalsozialisten verfolgt und drei Mal von ihnen inhaftiert wurde. 1944 mußte Romig einrücken. Als Luftwaffenangehöriger geriet er in Frankreich noch im gleichen Jahr in Kriegsgefangenschaft und kam erst über die Verfrachtung nach England, die USA und Belgien wieder nach Wien zurück. Ab 1946 studierte er an der Hochschule für Welthandel. Er promovierte 1950 über „Die Konjunkturforschung als Grundlage der Konjunkturpolitik“ und habilitierte sich 1965 bei dem Spann-Schüler Walter Heinrich. Er sieht sich deshalb auch als Enkelschüler Othmar Spanns, dem Wiederbegründer der Ganzheitlichen Philosophie und Gesellschaftslehre. Für seine Habilitationsschrift wurde er 1966 mit dem Kardinal-Innitzer-Preis ausgezeichnet. Er lehrte als Dozent an der Wiener Wirtschaftsuniversität und als Gastdozent an der Universität Graz und an der Technischen Hochschule Aachen. Er veröffentlichte über 250 wissenschaftliche Arbeiten und Rezensionen, darunter: Wirtschaft der Mitte (Bd. 72 der Stifterbibliothek), Theorie der wirtschaftlichen Zusammenarbeit (Bd. 1 der Beiträge zur ganzheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftslehre), Die ideologischen Elemente in der neoklassischen Theorie (Heft 177 der Volkswirtschaftlichen Schriften), Um das Reich Gottes – vier Traktate über den Konservativismus (Analytische Schriften der Zeitschrift "Die Weiße Rose"), Die Rechte der Nation (Stocker), Der Sinn der Geschichte (Regin) sowie Festschriftaufsätze für W. Heinrich, J. Kolbinger, E. Heintel, A. Rieber, J. H. Pichler, G. Rohrmoser, H.-D. Sander, F. W. Seidler, Robert Hickson. Er war einer der Hauptmitarbeiter am „Lexikon des Konservatismus“
(Stocker Graz 1996). Zahlreiche seiner Publikationen wurden in diverse Weltsprachen übersetzt.
Von 1958 bis zu seiner Pensionierung1986 arbeitete er im Hauptberuf als Planungsdirektor des österreichischen Öl- und Chemiekonzerns OMV. Hier förderte er nachhaltig den Staatssekretär im Finanzministerium und späteren Generaldirektor der OMV, Dr. Wolfgang Ruttenstorfer, dessen Doktorarbeit er 1976 auch betreut hatte. Für seine Verdienste um die Energieversorgung Österreichs wurde Romig 1975 durch den Bundespräsidenten mit dem Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich ausgezeichnet.

Als grundsätzlicher Gegner der EU fungierte Romig zwischen 1992 und 1994 während der Debatten um den EU-Beitritt Österreichs als Europabeauftragter der Diözese St. Pölten und ihres Ortsbischofs Kurt Krenn. Romig war Mitglied der Europakommission der Österreichischen Bischofskonferenz. Seinem Einfluß ist es mitzuverdanken, dass 1994 sich sowohl die FPÖ wie die Grünen gegen den Beitritt zur EU aussprachen.
Besondere Aufmerksamkeit erregte Romig durch seine wiederholten Auseinandersetzungen mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW). Romig vertritt einen Ansatz, der sich um die Verknüpfung von Naturrecht, platonischer Staatstheorie, der Ganzheitslehre Spanns und katholischer Soziallehre bemüht. Er positioniert sich als Gegner der Marktwirtschaft, der Aufklärung, der Trennung von Kirche und Staat und der Wertvorstellungen des demokratischen Verfassungsstaats.

Ich freue mich sehr auf dieses Vortragsereignis und Ihre/Deine Teilnahme.

Mit den besten Grüßen

Christian Zeitz

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Mag. Christian Zeitz
Wissenschaftlicher Direktor
Institut für angewandte Politische Ökonomie
bimashofer.eu
0676/5615901