Clicks1K

Medjugorje (Rom-Kurier)

Rom-Kurier
November - Dezember 2020 Nr. 243

Medjugorje


Da wir die Ansicht beachten wollen, daß gewisse Personen behaupten, sie hätten in Medjugorje von Gott die Bekehrungsgnade bekommen – Gott kann ja auch aus Schlechtem Gutes machen – so halten wir es für unsere Pflicht, diese Meinung zu überdenken, auch wenn es uns klar ist, daß Abonnenten uns kritisieren werden und gar unser Blatt abbestellen; doch „wir lieben Plato, lieben aber die Wahrheit noch mehr“ (amicus Plato, sed magis amica veritas).

* * *

Am 24. Juni 1981 begann in einer Ortschaft des damals noch zur jugoslawischen Föderation gehörenden Landes Bosnien-Herzegowina, die nach Ansicht gewisser Leute berühmtesten Marienerscheinungen der modernen Zeit. Die angeblichen Erscheinungen der Friedenskönigin dauerten auf verschiedene Weise dann fort; gewisse vermeintliche Seher behaupteten, zehntausende Botschaften seien geschehen, ihre Zahl scheine kein Ende zu nehmen. Was diese Jahrzehnte lang dauernden Vorgänge betrifft, wollen wir die Haltung der apostolischen Autorität des Ortes vorausschicken; die einander nachfolgenden Bischöfe der Diözese Mostar, von der Medjugorje abhängt, sind die maßgebenden Repräsentanten. Im Jahre 1982 errichtete der von 1980 bis 93 regierende Bischof Zanic die erste Kommission; sie kam zu dem Ergebnis, daß die „Übernatürlichkeit (der Erscheinungen) nicht feststeht“ („non constat de supernaturalitate“). Diese Ansicht teilte auch der damalige Glaubenspräfekt Kardinal Ratzinger. Später gab es im Jahre 1991 die Erklärung von Zara; auf sie gestützt, bestätigte die jugoslawische Bischofskonferenz die negativen Schlußfolgerungen der eben zitierten Kommission., Im Jahre 1993 folgte Bischof Peric dem Bischof Zanic als Nachfolger, um bis heute Titularbischof der Diözese zu bleiben. Oftmals hat er das Urteil seines Vorgängers wiederholt, indem er es an verschiedenen Orten recht oft vorbrachte. Auch die Pfarrei von Medjugorje gehörte dazu. Über die Pontifikate von Ratzinger und Bergoglio kommen wir zu der 2010 eingerichteten und 2014 aufgelösten Kommission Ruini.

Sie besaß nur beratende Befugnisse und nahm Abstand, die eigenen Schlußfolgerungen offiziell zu verbreiten, denn die Kongregation für die Glaubenslehre ließ verlauten, das endgültige Urteil stehe allein dem Papst zu. Als der Franziskuspapst von einer Flugreise zurückkehrte – das Flugzeug ist ja sein „theologischer Ort“ – gab er genau an: Was die ersten Erscheinungen betraf, als die Seher noch jung waren, so bestätigte der Bericht, müsse man weiterhin nachforschen; danach aber äußerte er ernste Zweifel. Damals veröffentlichte der die Ereignisse von Medjugorje behandelnde Vatikankenner, der Journalist Tornielli folgende vom Vatikan in Abrede gestellte indiskreten Angaben: damals hatten von 15 Mitgliedern der genannten Kommission 13 dafür gestimmt; die sieben ersten Erscheinungen hätten übernatürlichen Charakter gehabt. Weiterhin bestätigte Pater Perrella, ein Mitglied der Kommission, diese Meldung wenige Tage später und behauptete, man habe den Fall in zwei Abschnitte aufgeteilt. Der eine betrachte die sieben ersten Erscheinungen, welche in den ersten Tagen geschahen, als glaubwürdig.
Der andere Abschnitt, welcher die fortdauernden Erscheinungen betrachtete, verwirrte die Kommission. Deshalb betrachtete man die Erscheinungen der ersten Tage als glaubwürdig (obwohl die Ergebnisse der von Bischof Zanic errichteten Kommission und die Erklärungen von Zara anders ausgefallen waren). Dagegen hielt man die in den folgenden Jahrzehnten aufgetretenen Erscheinungen – mehrere zehntausende an der Zahl – nicht für annehmbar. Wir müssen annehmen, daß die angeblichen Seher unglaubwürdig sind, doch zugeben, daß am Anfang der Kern von Medjugorje und der damals entstandene Eifer echt waren – doch darüber müßten wir noch viel sagen. Es wird behauptet, die Kommission hätte nur auf die angeblich geistlichen Früchte genauer geschaut, doch der Kern des Berichtes von Ruini sei nach der Ansicht des Papstes wahr, hätte aber die viel wichtigere Sache ausgelassen, nämlich das angeblich magische Pergament; von ihm behauptete Mirjana, sie habe es von der Gospa (nämlich der hl. Jungfrau selbst) empfangen.

Nach ihren Angaben soll es die angeblichen zehn auf ein unbekanntes Material geschriebenen Geheimnisse enthalten haben, welche niemand sehen konnte (obwohl gewisse Verwandte behaupten, es gesehen zu haben, weil sie daran interessiert waren). Ein von der angeblichen Seherin auserwählter Priester soll zu seiner Zeit den Inhalt enthüllt haben. Im Jahre 2018 hat der Papst den polnischen Bischof Hoser, der die angeblichen Erscheinungen offen unterstützte, besonders für die Pfarrei Medjugorje, zum apostolischen Visitator ernannt. Seine Aufgabe bestand darin, die Pilger zu unterstützen und ihnen zu helfen. Im Jahre 2019 hat man die verschiedenen Pilgerzüge in den Katalog der römischen Zentrale für Pilgerschaften (Opera Romana Pellegrinaggi) eingetragen unter der Bedingung, daß dieser Eintrag nicht als Anerkennung der Ereignisse auf dem Balkan gelten durfte. Diese Position war zweideutig, ja sogar heuchlerisch, wenn man bedenkt, daß der jahrzehntelange Stillstand bei der Anerkennung nicht davon abhängt, wie die Befürworter von Mejugorje meinen, daß es sich um ein Phänomen handelt, das noch im Gange ist (die Kirche schreibt so etwa nicht vor). Die Erklärung von Zara stellte fest, auf der Grundlage der durchgeführten Untersuchungen sei die Anerkennung nicht möglich. Offen dürfte der Vatikan Medjugorje nicht anerkennen, weil dies gefährlich sei; die Verurteilung aber liege nicht vor (obwohl die beiden Ortsbischöfe anders denken). Daher wird es so weiter gehen, wie dies in den Jahrzehnten zuvor geschah; der Stil ist völlig „demochristianisch“, es gibt keine klare Anerkennung, aber auch keine eindeutige Verurteilung.

Nun wollen wir dazu übergehen, den Inhalt und die Lehre, welche Gospa in den vermeintlichen Erscheinungen vorbrachte, zusammenzufassen und zu prüfen. In den ersten Erscheinungen, die vom 24. bis 30 Juni 1981 stattfanden, soll unter anderem, wenn es auch nur dreimal geschah, bei den angeblichen Sehern Furcht, ja sogar Panik aufgetreten sein, große Furcht und bitteres Weinen ergriff sie. Das gilt auch für Vicka – bei den Pilgerfahrten legte die angebliche Seherin Laien und Priestern die Hände auf; diese Erscheinung passte nicht zu der üblichen kirchlich anerkannten Art und Weise des Auftretens Mariens; da kann am Anfang beim Betrachten heilsame Ehrfurcht entstehen. Wir müssen auch klar sagen, wie diese angeblichen Erscheinungen die Rolle der Jungfrau Maria ungebührlich einschränken, da sie in ihrem Auftreten eher der charismatischen Beterin gleicht, als der vom katholischen Glauben gepredigten Gnadenvermittlerin und Miterlöserin. (Sie soll gesagt haben): „Ich kann euch nicht heilen… Ich bin nicht Gott“. (sic) Weiterhin betete sie das „Vaterunser“ wie eine x-beliebige Sünderin. (Sie sprach: „Vergib uns unsere Schuld… und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel“).

Mit dem Dogma der Unbefleckten Empfängnis ist das schwer zu vereinbaren; dagegen wissen wir daß die allerseligste Jungfrau Maria in Lourdes nur das „Ehre sei dem Vater…“ sprach, als die hl. Bernadette den Rosenkranz betete. (Einige Äußerungen der „Mutter Gottes“ von Medjugorje): „Gott leitet alle Religionen, wie der König mit Hilfe seiner Diener, die Untergebenen führt“. „Wir müssen den Glauben jeder Person achten. Wegen seiner Überzeugung dürfen wir niemanden verachten solange er auf seinem Lebensweg ist“. Mirjana berichtete, daß sie (die angebliche Muttergottes von Medjugorje) selbst oft gesagt habe, es sei nicht gut, wenn die vor allem in den Dörfern lebenden Gläubigen zu großen Abstand von den Orthodoxen und den Moslems halten. „Ihr habt nicht den richtigen Glauben, wenn ihr die anderen Religionen der Moslems und der Serben nicht achtet. Ihr seid keine Christen, wenn ihr sie nicht achtet“. Als Pater Vlasic die Frage stellte, ob die mohammedanische Religion gut sei, und wie die Rolle Unseres Herrn aussehe, da gab Mirjana zur Antwort: „Darüber habe ich mit der (allerseligsten) Jungfrau Maria noch nicht gesprochen. Sie hat mir nur das erklärt, was ich eben gesagt habe; sie meinte: „Vor allem fehlt in den Ortschaften die Einheit der Religion. Ihr müßt die Religion eines jeden Menschen achten, euren Glauben aber für euch selbst und eure Kinder bewahren.“ Diese Aussage wendet die vom Konzil gelehrte Religionsfreiheit in vollständiger Weise an. „Vor allem (geht diese Verwirklichung) über Menschen, denen der ausgeglichene Charakter fehlt, dies sind innerlich geteilte und gespaltene Personen“ (sic); nach der Ansicht der Gospa sei diese Sache vor allem durch den Einfluß des Teufels in heutiger Zeit verursacht. Am Schluß wollen wir klar aufzeigen, wie die Verbindung zwischen dem Erscheinungsort Medjugorje und der internationalen charismatischen Bewegung untrennbar ist.

Sehr interessant ist es, den kürzlich verstorbenen Pater René Laurentin zu zitieren. Er verteidigte die angeblichen Erscheinungen, war Mariologe und progressistischer Theologe des Zweiten Vatikanischen Konzils; von vornherein schien er gewußt zu haben, was in jedem Ort Bosniens geschehen sei: „Der deutsche Priester, Pater Herbert Muhlen, Dogmatikdozent an der theologischen Fakultät von Paderborn, verantwortlicher Mann für die charismatische Bewegung in Deutschland, hielt vor einigen Jahren in Zagreb einen Vortrag. Im Verlauf seiner Ausführungen sagte er im Auditorium zu den Priestern und anderen Zuhörern: In eurem Land ist Gott gerade dabei, große Dinge vorzubereiten, die einen tiefgehenden Einfluß auf das Schicksal ganz Europas ausüben werden.“ Ein italienischer Priester, welcher die Wundmale Christi gehabt haben soll, sagte etliche Jahre vor dem Ereignis zu einer Gruppe von Gläubigen aus dem Umkreis von Medjugorje: „Bald wir die allerseligste Jungfrau euer Vaterland heimsuchen.“ Der charismatisch eingestellte Pater Tardiff sagte einmal zu Pater Vlasic: „Habt keine Furcht! Ich sende euch meine Mutter“. Wir dürfen festhalten, daß die von der Pfingstbewegung erfüllte charismatische Bewegung im katholischen Bereich in erster Linie diese Ereignisse (von Medjugorje) vorbereitet und sie dann mit ihrer falschen Lehre und ihren Gebräuchen allein beansprucht hat.

Persönlich regte die Gospa dazu an, die charismatischen Riten der Erneuerung zu vollziehen; deshalb verlangte sie von den angeblichen Sehern, sie sollten, um die Kranken zu heilen, ihnen die Hände auflegen und die charismatischen Öle gebrauchen. Mit Nachdruck forderte sie, daß charismatische Gebetsgruppen entstehen. Das bezeichnende Ereignis war das im August 1983 stattgefundene Treffen, als Pater Tardiff, zwei andere Anhänger und die Pfarrer zusammentrafen (Franziskaner, Seher und Gläubige waren beieinander). Die Leute kamen in der Schule des charismatischen Meisters zusammen; der Meister lehrte sie, Prophezeiungen zu äußern und in Zungen zu reden oder zu singen; die versammelte Schar empfing angeblich die Ausgießung des heiligen Geistes; die berüchtigte Taufe im heiligen Geist (oder was auch immer) fand statt; aus dieser Taufsekte entstand dann die unkatholische charismatische Bewegung. Folgende irre Reden stammen von Bischof Franic: „Mit eigenen Augen kann ich sehen, wie die neue Kirche des Heiligen Geistes entsteht… Auf verschiedene Weise ist der Heilige Geist am Werk; dies geschieht in unserer Kirche, aber auch auf der ganzen Welt. Nach meiner Ansicht ist dies alles eine große und beständige Bewegung. Den Höhepunkt dieser Aktion bildet sozusagen Medjugorje. In der neuen Kirche ist alles eingeschlossen; die neue Kirche aber ist die Fortsetzung und die weitere Ausdehnung der Kirche von gestern… Medjugorje ist gleichsam der Höhepunkt der Tätigkeit des Heiligen Geistes… Die Rolle von Medjugorje sehe ich vor allem in der Annäherung zu den Brüdern der anderen Kirchen, nämlich zu den orthodoxen Brüdern, zu den Moslems und auch zu den marxistisch ausgerichteten Brüdern. Auf einzigartige Weise strahlt die Mutter Gottes die Liebe aus… Ich glaube, daß wir die Jungfrau von Medjugorje verehren sollen… unser Ziel muß darin bestehen, den Glauben an Gott und den Menschen zu stärken“. Der irre redende Monsignore Franic war der Metropolit-Erzbischof von Spalato, ein Götzendiener angeblicher Erscheinungen und fanatischer Vertreter der charismatischen Erneuerung. Unermüdlich behauptete Pater Laurentin, Maria sei das Vorbild der charismatischen Bewegung; in einem Kapitel seines 1975 erschienenen Buches Die Pfingstbewegung bei den Katholiken (Pentecôtisme chez les catholiques) behauptete er klar und eindeutig: „Maria ist pfingstlerisch eingestellt. Maria ist das charismatische Vorbild… das Urbild der im Geiste getauften Christen… Maria ist Prophetin und Zungenrednerin… sie ist der Prototyp der Charismen allgemein und des Zungengebetes, was die Pfingstbewegung kennzeichnet. Bei der charismatischen Gruppe des Zönakels steht Maria im Vordergrund“. Vertrauen wir dem unbefleckten Herzen der allerseligsten Jungfrau Maria; im Fatima hat sie die Bedingungen festgelegt, wie es möglich ist, die wahre Andacht zu ihr in der Welt zu stärken, hat sie ja alle Irrlehren beseitigt, wozu auch die Häresien der Charismatiker gehören.

Sidus sì sì no no, 30.06.2019
Mission 2020
Im Sommer hatte ich einen Artikel veröffentlicht über Kritik an Medugorie. Daraufhin kam es zu einem tagelangen Streit im Forum. Ich habe einfach keine Kraft mehr diesem Herr zu werden.
Escorial
Richtig so, all diese sektiererischen Lügenrichtungen entlarven und kritisieren. Ivica Vego wurde durch die Medju-Pseudoseher 13mal als unschuldig durch die Gospa zementiert. Bald darauf war Ivica Vegos Freundin, die Nonne Leopolda hochschwanger...und so bekannten sie sich zu dieser Schande und verließen die Kirche. Und die Lüge der "Seher"? Unhaltbar, ein Greuel vor Gott....so wird in Bosnien …More
Richtig so, all diese sektiererischen Lügenrichtungen entlarven und kritisieren. Ivica Vego wurde durch die Medju-Pseudoseher 13mal als unschuldig durch die Gospa zementiert. Bald darauf war Ivica Vegos Freundin, die Nonne Leopolda hochschwanger...und so bekannten sie sich zu dieser Schande und verließen die Kirche. Und die Lüge der "Seher"? Unhaltbar, ein Greuel vor Gott....so wird in Bosnien die Jungfrau Maria in den Dreck gezogen.
Aquila
Wichtige Darlegungen!