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M.RAPHAEL
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Beschimpfung der Konzilskirche

Warum beschimpfe ich die Konzilskirche und ihre Kleriker? Hatte ich eine schlechte Kinderstube? Weiß ich nicht, was sich gehört? Doch, das weiß ich ganz genau.

Seit Jahrzehnten beobachte ich diese moderne und „menschliche“ Kirche. Ich habe in ihr Theologie studiert und mitbekommen, dass ein solches Studium heutzutage hauptsächlich bedeutet, einfach die Hintergrundgeschichte auswendig zu lernen. Ich habe bei einem Besuch der Harvard University extra ein Buch über ihre „Case Study Method“ besorgt, um vorzuschlagen, das Theologiestudium mehr auf die Füße des persönlichen Einsatzes und der Diskussion über den Heilswillen Gottes zu stellen. Das wurde natürlich abgelehnt. Der Konzilskleriker soll überhaupt nicht mehr lebendige Erfahrungen mit dem wahren Gott haben, damit er diese in Diskussionen verteidigen kann. Er soll ein durchschnittlicher, lieber und netter Animateur sein, ein Diener des Bürgertums. Die Theologie dient dann nur noch der gemeinsamen Identifikation im Sinne einer modernen „Corporate Identity“ – Unternehmensidentität. Siehe: The Wizarding World of Harry Potter:

de.wikipedia.org/…tter_(Universal_Orlando_Resort)

Dann bin ich in meinem geliebten Kloster Himmerod. Jeder Mitbruder ist mir ans Herz gewachsen. Wir hatten eine wirklich liebevolle Gemeinschaft. Der Herr hat uns zusammen gehalten. Unser Chorgebet war wunderschön. Das Klacken der großen lateinischen Gebetsbücher ist unvergesslich. Wehe, der Mitbruder hat nicht rechtzeitig die Seite umgedreht. Es hat schon manchmal Streit gegeben. Aber die Rauchschwaden des Atems in der Kälte haben alles überdeckt. Die unglaubliche Klaisorgel hat uns begleitet in einem Kirchenraum mit 6 Sekunden Nachhall. Wir waren durchaus glücklich, besonders auch an den Hochfesten beim Schwätzen im Refektorium. „Wie geht es den Bienen und den Pharaonen (Milben, hihi), Bruder Arnold?“ Wir haben gelacht und gelacht.

Aber der Konzilsgeist fraß sich immer mehr in das Kloster. Jedes Jahr wurde mehr geredet. Die Haare wurden länger. Die Disziplin ging den Bach runter. Ich habe gebeten, zu einem Priester für den traditionellen Ritus geweiht zu werden. Ich wollte jeden Morgen zwischen den Vigilien und der Laudes eine Stille Messe in unserer Gnadenkapelle feiern, zusätzlich. Ich wollte niemanden etwas wegnehmen. Das wurde abgelehnt. Über die Jahre hätte ich zigtausende Heilige Messen gefeiert. Kein Interesse. Dann bat ich wenigstens um eine Interessensbekundung, sobald wie möglich zur traditionellen Liturgie zurückzukehren. Auch das wurde abgelehnt. Ich begann zu verstehen, dass das Kloster dem Untergang geweiht war. Ich habe es zu sehr geliebt, um Zeuge dieses Verfalls sein zu wollen und bin, nachdem mir der Herr deutlich bestätigt hatte, dass ich das Kloster verlassen soll, ausgetreten. Dem Abt hatte ich vorher gesagt, dass es ohne Rückkehr zum Geist der Tradition noch zwischen 10 und 20 Jahre dauern würde bis zur Auflösung. Himmerod wurde tatsächlich 14 Jahre nach unserem Gespräch in 2003, also 2017, aufgehoben.

Ich habe jedes Recht, die Konzilskirche zu beleidigen. Sie ist ein Schlag, eine satanische Bosheit, gegen all das, was ich in den vielen Nächten der Stille in Himmerod erlebt habe. Ich sollte im lebendigen Himmerod ein guter Priester sein, zumindest weiter im Chorgestühl unter den Augen Marias den Herrn anbeten und verherrlichen. Nix, das Konzil hat alles zerstört. Wie viele gute Priester und Heilige Messen hat diese Spaß- und Trottelkirche verhindert!!! Konzilskleriker, wir werden uns vor dem Thron Gottes wiedersehen. Wenn ich als Geheimagent unterwegs bin, erkennt man mich nicht. Im Moment bin ich der ausgestoßene Idiot, den ihr verachtet. Später? Ihr „Menschenfreunde“ werdet euch wundern.

Was aber genau ist die Konzilskirche?

Wir frommen Katholiken stellen uns vor, dass die Heilige Kirche, die Braut des Herrn, die Seelen durch die Sakramente in den Himmel führt (Duc in altum!). Der Konzilskirche ist das egal. Der Glaube ist in der Neuzeit immer weiter erodiert bis Nietzsche zu Recht feststellt: „Gott ist tot“. Mit dem Vat.2 Konzil jubilieren die Gottlosen. Endlich können sie Kirche sein ohne Gott. Endlich können sie den Menschengott anbeten. Endlich kein Knien und Opfern mehr. Endlich nur mehr lustig und spaßig.

Die heutige katholische Kirche, die Konzilskirche, ist eine weltliche Institution, deren Aufgabe es ist, die soziale Gemeinschaft des modernen Bürgertums zu konstituieren, zu bestätigen und nach allen Seiten abzusichern. Genau das schätzen der bekennende Atheist Peer Steinbrück und auch Jürgen Habermas an ihr. Um den Schein und den absoluten Anspruch des göttlichen Beistands zu bewahren, leben die Kleriker zölibatär. Allerdings ist der Grund nicht die mystische Hochzeit mit dem Himmel, in dem nicht mehr geheiratet wird, sondern vor allem MACHT. Die unverheirateten Kleriker bilden eine verschworene Gemeinschaft des Zusammenhalts. Sie gehorchen bedingungslos. Dabei ist es egal, ob sie homosexuell sind oder nicht. Hauptsache sie halten die Regeln ein. Gnadenlos werden alle potentiellen Feinde des gutmenschlichen Bürgertums unterdrückt. Besonders die echten Mystiker werden fertiggemacht. Die werden niemals Priester, weil sie die Lüge sofort durchschauen. Das bürgerliche Schutzkollektiv, die Bande der konzelebrierenden Kleriker, steht wie eine Wand, um die Kirche auf die brüderliche Sicherheit der normalen Durchschnittlichkeit in dieser Welt zu reduzieren. Kein Fleisch und Blut mehr, keine Geißeln, keine Schweiß der Frömmigkeit, kein Opfer, keine Sühne und vor allem kein Frieren mehr. Ab jetzt gibt es nur noch das tägliche Süppchen der Caritas für die Armen und den Schweinsbraten für die Gleicheren unter den Gleichen.

Die Konzilskleriker lachen uns Fromme aus. Wir sind für sie die Sektierer, die ewig Gestrigen, die Abergläubischen. Warum lachen sie? Weil sie Machtmenschen sind. Sie wissen ganz genau, hinter wem die große Mehrheit der modernen Menschen steht. Hinter ihnen. Warum? Weil sie genau das verkünden, was das Volk hören will: Es gibt keine Hölle. Gott liebt jeden, besonders die Feministen, d.h. die, die sich rücksichtslos holen, was sie wollen. Wenn ein Priester aus der Reihe tanzt und noch einmal die Hölle predigt, wird er sofort kaltgestellt. Die bürgerliche Volkskirche, die Konzilskirche, kann solche „Sektierer“ nicht brauchen. Sie stören das allgemeine Wohlgefühl und den Optimismus. Und dann werden Messen mit Papiereselsköpfen und lustigen Witzen gefeiert, weil uns Gott ja so sehr liebt. Nur, das ist nicht Gott, das ist der Teufel. Aber die Konzilskleriker sind so hochmütig weltzugewandt, dass sie die Stimme des Herrn der Welt für die Stimme Gottes halten. Oh je. Wie gesagt, wir sehen uns vor dem Thron.
Ginsterbusch ist zurück
Ich hätte es nicht geglaubt. Bis vor zwei Jahren. Da hat unsere Domküsterin exakt so bezeichnet: Sektierer, wir müssten mal mit der Zeit gehen. Die Dame kam aus Polen. Unfassbar eigentlich.
GOKL015
Ich ging vor einiger Zeit mal in eine Messe die nach dem alten Ritus in Latein gefeiert wurde.
Hier wurde mir das erste mal der Unterschied klar.
Der "Alte" Ritus ist ganz einfach frei von lästigen Insekten und Ungeziefer.
Beim neuen Ritus ist alles voll lästiger Fliegen und Insekten einfach furchtbar.
B-A-S
@M.RAPHAEL Danke für diese absolut zutreffende Zustandsbeschreibung der Konzilskirche, die einen immer nur noch trauriger machen kann. 😭
Cavendish
@M.RAPHAEL, vielen Dank für Ihr rückhaltloses Zeugnis. Mit Ihrer Klage über die Allerwelts-Wohlfühlkirche sind Sie wahrlich nicht allein. Aber nichts ist verloren. Psalm 37,7 erinnert uns daran, keine Bitterkeit aufkommen zu lassen: "Warte still und geduldig darauf, dass der HERR eingreift! Entrüste dich nicht, wenn Menschen böse Pläne schmieden und dabei auch noch Erfolg haben!"
schorsch60
Diese Konzilskirche ist leider keine Kirche mehr. Sie ist zu einen Linken Zeitgeistverein geworden. Kardinal Marx und Franziskus könnten jederzeit bei den Grünen arbeiten. Abtreibung und Islamisierung spielt bei ihnen keine Rolle mehr. Migration und Zuwanderung von Muslime befürworten sie. Die Verteidigung des christlichen Abendlandes ist ihnen egal geworden.
ew-g
@M.RAPHAEL So ist's, wenn man den eigenen Vogel für den Hl geist hält.!
B-A-S
@ew-g Verehrter Herr Gerlich, in dem Beitrag konnte ich nicht erkennen, was Sie @M.RAPHAEL vorhalten.
Aber allem Anschein nach fühlen Sie sich angesprochen, sonst würden Sie sich nicht so unangemessen äußern.
Fragen Sie sich doch einmal, warum die Konzilskirche es verstanden hat, die Gläubigen systematisch aus den Kirchen zu vertreiben und heute ganz viele junge Menschen die Messe aller …More
@ew-g Verehrter Herr Gerlich, in dem Beitrag konnte ich nicht erkennen, was Sie @M.RAPHAEL vorhalten.
Aber allem Anschein nach fühlen Sie sich angesprochen, sonst würden Sie sich nicht so unangemessen äußern.
Fragen Sie sich doch einmal, warum die Konzilskirche es verstanden hat, die Gläubigen systematisch aus den Kirchen zu vertreiben und heute ganz viele junge Menschen die Messe aller Zeiten entdecken und schätzen lernen: weil es in der Missa tridentina um den wahren sakralen und ehrfürchtigen Dienst an Gott geht und nicht um die Belustigung und Selbstvergöttlichung der Gottesdienstbesucher. Was ist in diesem Zusammenhang davon zu halten, wenn ein ehemaliger Wallfahrtsdirektor und heute Weihbischof von unserem Herr Jesus Christus als "seinem Bruder" schwafelt? Wo kann da noch Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten wahrgenommen werden?
Bevor Sie das nächste Mal einen solchen gehässigen Kommentar auf eine absolut zutreffende Zustandbeschreibung der heutigen Konzilskirche absetzen, sollten Sie einfach einmal ein wenig nachdenken und das reflektieren, was hier vorgebracht wurde. Besten Dank schon einmal vorab.
ew-g
@B-A-S
Um die schmerzenden Geschwüre unserer Kirche zu sehen, braucht's kein Pamphlet - trotzdem gilt das "credo... in... ecclesiam". Inwieweit mag man selbst Teil der Geschwüre sein?

Offensichtlich geht es in meinem Vorwurf nicht um die vorgetragenen Details. Die Überzeugung von der Richtigkeit eigener Erkenntnisse darf niemals die Demut vor potentiellem Irrtum ersetzen. Wer andere bewusst …More
@B-A-S
Um die schmerzenden Geschwüre unserer Kirche zu sehen, braucht's kein Pamphlet - trotzdem gilt das "credo... in... ecclesiam". Inwieweit mag man selbst Teil der Geschwüre sein?

Offensichtlich geht es in meinem Vorwurf nicht um die vorgetragenen Details. Die Überzeugung von der Richtigkeit eigener Erkenntnisse darf niemals die Demut vor potentiellem Irrtum ersetzen. Wer andere bewusst und ausdrücklich beschimpft, niedermacht, handelt nicht nur lieblos, sondern er zeigt auch ein unerträgliches Maß an Überheblichkeit. Sich ein solches Recht herauszunehmen, ist reine Hybris - auf die @M.RAPHAEL auch noch stolz ist.

Wer die Wahrheit verkündet, kann das gelassen und nüchtern tun ohne überschäumende Emotionen, ohne Giftigkeiten, ohne persönliche Unterstellungen. Darauf bezieht sich mein Vorwurf, wie wohl unschwer zu erkennen ist, oder?

Darüber sollte so mancher hier "einfach einmal ein wenig nachdenken und das reflektieren", nicht wahr?
B-A-S
@ew-g Ihre wachsweiche Entgegnung kann nicht Ihre absolut maßlose Engleisung gegenüber @M.RAPHAEL entschuldigen, die ohne Substanz ist und eine Sünde gegen den Heiligen Geist darstellt, die nicht vergeben werden kann (siehe Mt 12,31 und 32). Mit freundlichem Gruß! 😭 🥵
@M.RAPHAEL @schorsch60 @Cavendish @Magee @Rufinus
ew-g
@B-A-S Und Sie sind sicher, ein solches Urteil fällen zu können? Mit Verlaub: Lassen Sie sich nicht auslachen!
B-A-S
@ew-g Dann unterlassen Sie doch solche verachtenswerte Kommentare, die hoffentlich nicht Ihrem Bildungsgrad entsprechen: "So ist's, wenn man den eigenen Vogel für den Hl geist hält.!"
Und noch ein Kommentar mit Rechtschreibfehler! Lachen Sie doch zunächst einmal über sich selbst!