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Heilwasser
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Woran erinnert uns das?

Woran erinnert uns das?

Weh, wie einsam sitzt da, die einst so volkreiche Stadt.
Die Fürstin über die Länder ist zur Fron erniedrigt.
Sie weint und weint des Nachts, Tränen auf ihren
Wangen. Keinen hat sie als Tröster von all ihren
Geliebten. Untreu sind all ihre Freunde, sie sind ihr
zu Feinden geworden. Gefangen ist Juda im Elend,
in harter Knechtschaft. Nun weilt sie unter den
Völkern und findet nicht Ruhe. All ihre Verfolger
holten sie ein mitten in der Bedrängnis. Die Wege
nach Zion trauern, niemand pilgert zum Fest, verödet
sind all ihre Tore. Ihre Priester seufzen, ihre Jung-
frauen sind voll Gram, sie selbst trägt Weh und
Kummer. Ihre Bedränger sind an der Macht, ihre
Feinde im Glück. Denn Trübsal hat der Herr ihr
gesandt wegen ihrer vielen Sünden. Ihre Kinder
zogen fort, gefangen, vor dem Bedränger. Gewi-
chen ist von der Tochter Zion all ihre Pracht.
(Klagelieder Jeremias 1,1-6)

Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat durch die
Rute seines Grimms. Er hat mich getrieben und
gedrängt in Finsternis, ins Licht. Täglich von
neuem kehrt er die Hand nur gegen mich. Er
zehrte aus mein Fleisch und meine Haut, zerbrach
meine Glieder, umbaute und umschloss mich mit
Gift [Galle] und Erschöpfung. Im Finstern ließ er
mich wohnen wie längst Verstorbene. Er hat mich
ummauert, ich kann nicht entrinnen. Er hat mich
in schwere Fesseln gelegt. Wenn ich auch schrie
und flehte, er blieb stumm bei meinem Gebet.

(Klagelieder Jeremias 3,1-8)

Ein Gelächter war ich all meinem Volk, ihr
Spottlied den ganzen Tag. Er speiste mich mit
bitterer Kost und tränkte mich mit Wermut.

Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen, er drückte
mich in den Staub. Du hast mich aus dem Frieden
hinausgestoßen, ich habe vergessen, was Glück ist.
Ich sprach: Dahin ist mein Glanz und mein Ver-
trauen auf den Herrn. An meine Not und Unrast
denken ist Wermut und Gift.
Immer denkt meine
Seele daran und ist betrübt in mir. Das will ich
mir zu Herzen nehmen, darauf darf ich harren:
Die Huld des Herrn ist nicht erschöpft, sein
Erbarmen ist nicht zu Ende. Neu ist es an jedem
Morgen, groß ist deine Treue. Mein Anteil ist
der Herr, sagt meine Seele darum harre ich auf
ihn. Gut ist der Herr zu dem, der auf ihn hofft,
zur Seele, die ihn sucht. Gut ist es, schweigend
zu harren auf die Hilfe des Herrn.
(Klagelieder Jeremias 3,14-26)

Anm.: Mich erinnert das an die Impfbedrängnis
Israels: Maske, Testen, Quarantäne, Impfung. Dort
ist es mit am schlimmsten.


Heilwasser
„Wenn der Winter beginnt, wird Jeremia seine Klagelieder ausrufen.“
Heilwasser