Clicks22

Die Äußerungen von José Bergoglio [2 / 4] (Rom-Kurier)

Rom-Kurier

Juni - Juli - August 2019 Nr. 235

Die Äußerungen von José Bergoglio

Die gegen die Diözese gerichtete Zentralisierung

„Als am 4. April 2016 der Heilige Vater Franziskus dem unterzeichnenden Staatssekretär eine Audienz gewährte, setzte er fest, das vorausgehende Gutachten des Heiligen Stuhls sei für die Errichtung eines gültigen religiöses Institut notwendig.... So sieht er die Notwendigkeit, zu vermeiden, daß solche Einrichtungen auf diözesaner Ebene errichtet werden“ (Neufassung in Bezug auf Kanon 597 des CIC über die Gründung von Diözesaninstituten, 20. Mai 2016. Die gegenwärtige Neufassung wird durch die Veröffentlichung im Osservatore Romano promulgiert und tritt am 1. Juni 2016 in Kraft).

Unser Kommentar

Im Namen der falschen bischöflichen Kollegialität verliert der Diözesanbischof die früher immer innegehabte Gewalt. (CIC, 1917, Kanon 100 § 1) (vgl. E. Ruffini, Die Hierarchie der Kirche in der Apostelgeschichte und den Briefen des heiligen Apostels Paulus, Rom, 1921 /La Gerarchia della Chiesa negli Atti degli Apostoli e nelle Lettere di San Paolo; A. Vellico, Die Bischöfe entsprechend der katholischen Lehre / De episcopis iuxta doctrinam catholicam F. Roberti – P. Palazini, Lexikon der Moraltheologie, Dizionario di teologia Morale,Rom, Studium IV. Ausgabe 1968, Band I, S. 866, Stichwort Istituti ecclesiastici;V. Del Giudice, Die Einrichtungen des kanonischen Rechts / Istituzioni di Diritto Canonico, Mailand, 1936, S. 228-235).Zunächst wird anerkannt, daß ein Institut des religiösen Lebens diözesanes Recht besitzt, dann legt Rom endgültig fest, daß es päpstliches Recht erhält. Diese neue Regelung verstößt gegen die beständige Praxis der Kirche und den gesunden Menschenverstand. Der Ortsbischof weiß ja, welche Personen von ihm die kanonische Errichtung in seiner Diözese verlangen, Rom dagegen kann das nicht wissen. Aus diesem Grund ist die Hilfe der diözesanen Ortsbischöfe notwendig. Die in diesem Bereich festgelegte Zentralisierung verstößt gegen den antiken Weisheitsspruch: „factotum facit nihil – wer alles tun will, bringt nichts zustande“. Auf Grund göttlicher Einrichtung sind die Bischöfe die Nachfolger der Apostel und unterstehen somit, was die ordentliche Leitung der einzelnen Diözesen angeht, der Autorität des römischen Pontifex. (CIC, 1917, Kann. 329, §1; Kann. 3329, § 1). „Die Jurisdiktion ist die bedeutendste Gewalt des Bischofs“: «Der Heilige Geist hat die Bischöfe zu dem Zwecke eingesetzt, die Kirche zu regieren» (Antonius Piolanti, Lexikon für dogmatische Theologie / Dizionario di Teologia dogmatica, Rom, Studium IV. Ausg. 1957, S. 435, Stichwort Vescovo).

Dieser demokratische Zentralismus des Papstes Bergoglio steht im Widerspruch zu seinen Äußerungen über moralische Themen: „Wer sind wir, den Homosexuellen zu verurteilen? Wenn es wahr ist, daß er Gott sucht…“ (Bei dem Interview während des Rückflugs von Armenien am 27. Juni 2017 hat er diesen Satz zum zweiten Mal geäußert). (Wir aber meinen: Sollte der Homoxuelle wirklich Gott suchen, muß er zuerst aufhören zu sündigen; so sprach Jesus zur Ehebrecherin, sie müsse die Sünde vermeiden, weil sie die göttliche Ordnung aufhebt und gegen das 6. Und 9. Gebot schwer verstößt. Der eigentliche Grund besteht darin, daß der Papst, gerade weil er der Papst ist (und wenn er will, tut er das auch übertrieben, indem er sich für die Gewalten einsetzt, welche die Bischöfe immer ausgeübt haben), muss er den vom ihm geweideten Schafen (d.h. den Gläubigen) sagen, welches Gras gut und welches schlecht ist, welches Wasser trinkbar ist und welches nicht, welches fremde Tier freundlich, welches feindlich ist, sonst ist er ein schlechter Hirt, weil er vor dem Wolf flieht, (vgl. Jo. X., 1-21), indem er nicht nur davonrennt, sondern einfach den Mund hält (hl. Johannes Chrysostomus, Kommentar zum Evangelium nach Johannes). Der gute Hirte hat die Verpflichtung, ausdrücklich hervorzuheben, daß homosexuelles Verhalten die naturgegebene und christliche Sittlichkeit verletzt; diese Praxis verstößt gegen die Natur und schreit vor Gott um Rache (Der vom hl. Papst Pius X. verfaßte Katechismus der christlichen Lehren. 154).