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M.RAPHAEL

Der betende Leib und die Volksfrömmigkeit

Der mystische Leib des Herrn ist kein mentales Konstrukt, in den sich der Mensch durch eine bewusste Setzung integrieren könnte, sondern er ist Körper. Wie die Physis ist er entsprechend gesetzlich, konsequent und konsistent aufgebaut, nur dass Ihn die wunderhafte Liebesordnung der Freiheit bestimmt und nicht der unterdrückende Zwang der Naturgesetzlichkeit. Deshalb kann nur der den Leib des auferstandenen Herrn erkennen, der sich selbst der Liebesordnung Gottes in soweit ausgeliefert hat, dass er Sein Liebeshandeln leiblich nachvollziehen kann (siehe die Emmaus Jünger, die den leiblichen Vollzug des Herrn erkennen).

In keinem Fall darf die Liebesordnung deshalb als Willkür verstanden werden. Die Gesetzlichkeit der Leiblichkeit gilt unbedingt. Die Wundmale trägt der Herr bis in alle Ewigkeit, weil sie Liebe sind. Genauso gilt, dass eine Narben hinterlassende Verletzung des Körpers von keinem Psychiater weg diskutiert werden kann.

Vor Gott steht der Mensch mit seinem Leib. Dieser vollzieht die Beziehung. Deshalb ist es auch er, der eigentlich betet. Das Ziel aller Heiligen war immer, dass jede Faser des Körpers selbst zum Gebet wird. Dann betet der Leib 24 Stunden am Tag. Alle seine Erfahrungen, Freude und Leid, gehen in die Anbetung ein. So wird Gott immer durch das ganze Leben verherrlicht. In diesem Sinn wird auch die Heilige Schrift verständlich. Selbst wenn der Mensch mit seinen Gedanken „woanders“ ist, ist er mit seinem Leib immer mit Gott verbunden.

Der fromme Katholik plappert nicht wie die Heiden (Mt 6,5-8). Nicht das mental gesetzte und bewusste Gebet entscheidet über die Gottesbeziehung (wie für die Protestanten), sondern die leibliche Integration als Einheit mit der leiblichen Liebesordnung des Herrn. Natürlich betet der Katholik auch die traditionellen Gebete, aber nicht so sehr als Konstitution, sondern als Ausdruck der Wahrheit und der Liebe. Der Leib kommt zuerst, das Bewusstsein folgt (Libet-Experiment?).

Weil das Bewusstsein nicht „so wichtig“ ist, ist Abtreibung Mord, tauft die Kirche die Kinder schon im Säuglingsalter. Kontemplative Mönche müssen kein einziges Wort mit ihrem Intellekt in den Medien veröffentlichen, um dem Herrn „gut“ zu dienen, solange sie mit ihren Körpern der „aktiven“ Lebensgier der Körper der Feinde Gottes (Unzucht) ein radikales NEIN entgegensetzen. Gerade deshalb ist die kontemplative Ruhe ihrer Körper ein viel sichtbareres Zeugnis der Leiblichkeit der Liebe Gottes, als der aktive Jesuit, der eine kommunistische Einkommensverteilung anstrebt. Der tut nur das, was auch sehr viele Atheisten verstehen und wollen. Nur der kontemplative Verzicht auf „Leben“, d.h. die Wüste jenseits der Fleischtöpfe Ägyptens, lässt den konsum- und spaßorientierten Körper des Weltmenschen kurz aufhorchen, bevor er sich mit edlem und für seine fleischliche Nase gut riechendem Eau de Cologne in seine Luxuslimousine setzt, um seinem Leib etwas gutes zu tun. Später gibt es ein hervorragendes Risotto in einem exquisiten Restaurant mit Sonnenuntergang. Da werden alle Sinne bedient. Etwas anderes will ein Bergoglio Jesuit auch nicht, nur umgekehrt.

Mit meinem Bewusstsein rede ich wochenlang nicht mit Gott, dennoch sind wir leiblich immer zusammen. Wir lieben uns sehr. Wie ein altes Ehepaar verstehen wir uns blind (mit aller Demut!). So ist der ganze Himmel. Es ist unglaublich herrlich. Weil sich die Verbindung im Leib vollzieht, ist die sakramentale Natur der Heiligen Kirche unverzichtbar. Ihre Sakramente sind die Nahrung des gesamten Leibes der Liebe. Niemand kann auf die Sakramente verzichten, sonst würde er sehr schnell seelisch verhungern. Sein Leib würde dem Tod anheimfallen. Keine Zelle kann ihren Leib verlassen, kein Charakter in einem Liebesroman kann den Roman verlassen. Draußen, außerhalb der Heiligen Kirche in selbst eingebildeten Fiktionen, gibt es kein Leben. Deshalb ist der Protestantismus ein Symptom für die eigentliche Herrschaft des gottlosen Säkularismus, selbst wenn er unablässig Herr, Herr, Herr schreit. Er ist gottlos.

Die Volksfrömmigkeit ist im bewusstseinsunabhängigen leiblichen Sinn dagegen durch und durch katholisch. Fromme und liebenswerte Slowenen, aber nicht nur die, können ihr ganzes Leben den NOM feiern und fallen dennoch nicht vom Glauben ab, weil sie mit ihrem Leib in die Liebesordnung Gottes eingebunden sind. Sie gehören Ihm. Der NOM ist für sie eine Familienfeier vor dem Herrgottseck in der Stubn. Wer kann was dagegen haben?

In diesem Sinn verstehe ich auch den schönen Beitrag von @HerzMariae:

P George Elsbett von den Legionären Christi berichtet auf facebook übe…

Hier ist die Internetseite der Schwestern:

herzjesukloster-hall.at/herz-jesu-kloster-hall/

Ich wünsche ihnen alles Gute und viel Liebe. Auch bei ihnen würde ich das o.G. in Bezug auf die Volksfrömmigkeit anwenden. Ähnliches gilt auch für die Kartäuser.

Die Schwestern scheinen keinen Volksaltar zu haben. Allerdings fehlen die drei Kanontafeln auf dem Altar. Der Priester wird vielleicht den NOM mit dem Rücken zum Volk feiern.

Urspr. stand hier eine Anfrage in Bezug auf die Bedeutung von „hochst.“ im Zusammenhang mit einem Kommentar zu diesem Beitrag. Nachdem eine Klärung von „hochst.“ zu „hochwst.“ stattgefunden hat, ist dies nur noch ein Platzhalter.