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Burg Katzenstein: Burgkapelle Das Bildprogramm der Kapelle zeigt in der Apsis Christus den Weltenrichter in der Mandorla auf einem Regenbogen sitzend. Auf seinem Mund ruhen zwei Schwerter, seine …More
Burg Katzenstein: Burgkapelle
Das Bildprogramm der Kapelle zeigt in der Apsis Christus den Weltenrichter in der Mandorla auf einem Regenbogen sitzend. Auf seinem Mund ruhen zwei Schwerter, seine Hände, Füße und seine Brust zeigen die Wundmale der Kreuzigung. Ihn umgeben Engel, die die Posaunen blasen und so das nahende Gericht ankündigen, weitere Engel tragen die Marterwerkzeuge der Kreuzigung heran. Neben Christus kniet vom Betrachter aus links die Gottesmutter Maria, rechts Johannes der Täufer. Unterhalb des Jüngsten Gerichts zieren die zwölf Apostel die Apsiswand. An der Ost- und Südwand erstrecken sich auf drei Ebenen verschiedene Geschichten der Bibel. In der obersten Ebene beginnend mit dem Kindermord in Bethlehem, mittig über der Apsis zeigt sich Jesus als Weltenherrscher mit einer Segensgeste und dem Buch mit Alpha und Omega, rechts daneben die Darbringung Jesu im Tempel in Jerusalem.
Auf der Südwand folgt aus der Kindheitsgeschichte Jesu die Diskussion mit den Schriftgelehrten im Tempel, daneben eine Krippendarstellung und die Flucht nach Ägypten.
Die mittlere Ebene schildert das Ostergeschehen, links der Apsis die Dornenkrönung, rechts der Apsis Simon von Sirene, der Jesus hilft das Kreuz zu tragen. Interessanterweise ist Simon von Sirene hier eindeutig durch einen gelben Hut als Jude gekennzeichnet. Auf der Südwand folgen die Kreuzigung, die Kreuzabnahme durch Josef von Arimathäa, die Frauen am leeren Grab und der Auferstandene. Die Heiligendarstellungen der untersten Ebene sind leider kaum noch erhalten. Über die Dargestellten kann nur gemutmaßt werden. Möglicherweise handelt es sich bei der Dreiergruppe auf der Südwand um die Diözesanheiligen des Bistums Augsburg, St. Simpert, St. Afra und St. Ulrich. Katzenstein war bis 1810 dem Augsburger Bistum zugehörig und gelangte erst durch einen Gebietstausch zwischen den Königreichen Bayern und Württemberg unter württembergische Kirchenverwaltung. Der heilige Ulrich selbst entstammte dem Geschlecht der Grafen von Dillingen und wurde im nahen Wittislingen geboren. Ulrich wurde 923 Bischof von Augsburg und war der erste Heilige, der nach dem noch heute gültigen Verfahren 993 heiliggesprochen wurde.
Auf der Nordwand der Kapelle sind die drei Ausmalstufen zu erkennen. Die schlafenden Jünger am Ölberg entstammen ebenfalls dem ältesten Malzyklus von 1240. Daneben sieht man einen Kreuzweg, der der Zeit um 1410 entstammt und unter der Empore zeigt sich schließlich der gute Hirte, ein Zeuge der jüngsten Ausmalung der Kapelle von 1500. Die übrigen Malereien von 1410 und 1500 wurden bei der Sanierung der 1970er Jahre entfernt und sind damit leider verloren.
Der Dachaufsatz mit kleinem Glockenstühlchen stammt von 1669.

2015 wurde die Kapelle zusammen mit dem Denkmalamt umfangreich restauriert.
Durch den 20 Jahre langen Stillstand der Burg Katzenstein, dran über ein offenes Dach Wasser in die Kapellenwand mit ein und beschädigte diese schwer.
Die Feuchtigkeit machen den Bildern schwer zu schaffen und somit wurde hier ein Opferputz aufgezogen. In der Zwischenzeit wurde das Dach wieder geschlossen und somit die Wände der Kapelle wieder trockengelegt.
Nun ist Sie wieder frei von feuchten Wänden und kann ich Ihrer ganzen Pracht gezeigt werden.
Hier finden auch Hochzeiten und Taufen statt.