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Abgeordneten-Orgie im Adlon (spoekenkiekerei.wordpress.com)

Abgeordneten-Orgie im Adlon

28. November 2021

Wie einst in der DDR lohnt sich auch heute in der Bundesrepublik ein Studium der Provinzzeitungen. Viele wichtige Nachrichten sind nur dort zu finden, weil sie von der Berliner Hauptstadt-Qualitätspresse entweder übersehen oder absichtlich unterschlagen werden. Ein Beispiel dafür fand sich am 11. November 2021 in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die „Einblicke in die Abgründe des Lobbyismus“ (Titel) gab. Darin war Brisantes zu lesen: Bundestagsabgeordnete sollen im Berliner Nobel-Hotel Adlon offenbar eine Sauf-Orgie gefeiert und sich von einem Lobbyisten ausgehalten lassen haben.

Aber der Reihe nach: Vor dem Osnabrücker Landgericht hat sich derzeit der Unternehmer Hendrik H. wegen Betruges zu verantworten. Seine Masche war einfach: H. verkaufte Windkraftanlagen in Form von ganzen Windparks. Ein Millionengeschäft. Grün orientierte Unternehmen rannten ihm die Bude ein, denn jeder will ja Gutes tun und der Regierung in Berlin gefällig sein. Das kleine Problem an den Projekten von H. war: Sie existierten nicht.

Der Verlauf des Prozesses offenbarte zwei Dinge:
1. Die Branche ist an Dummheit nicht mehr zu toppen. H. berichtete, dass selbst plumpe Fälschungen in seinen Prospekten niemandem auffielen.
2. H. suchte die Nähe zur Macht und fand sie.

Wir zitieren aus der Zeitung: „In Berlin pflegte H. beste Kontakte, traf Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordnete. Fast immer solche von der CDU, zu deren Kreisen er dank seines Cheflobbyisten – eines früheren Spitzenfunktionärs der Jungen Union – beste Drähte hatte. H. gab an, in den Parlamentskreis ,Ruhe und Genuss‘ aufgenommen worden zu sein.“
„Ruhe und Genuss“ – Abgeordnete, die ihrem Kreis einen solchen Namen geben, müssen schon eine besondere Spezies sein. Denn Ruhe haben sie in Berlin nie, und für Genuss ist in Sitzungswochen eigentlich auch kein Platz. Oder doch? H. plauderte im Prozess einige Namen von Abgeordneten aus, die im Berliner Nobelhotel Adlon in seiner Suite möglicherweise ein- und ausgingen: Jan Metzler (CDU), Johannes Steiniger (CSU), Markus Uhl (CDU) und FDP-Chef Christian Lindner, der jetzt Finanzminister werden soll. Mit dabei soll auch Noch-Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gewesen sein. Es sei gegessen und getrunken worden, erzählte H., der die Kosten für einen Abend in seiner Suite mit 26.000 Euro angab. Das ist selbst für das Adlon ein außerordentlich hoher Betrag.

Noch mal die Neue Osnabrücker: „Laut H. gab es auch mindestens ein Treffen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) – einem guten Freund des H.‘schen Cheflobbyisten.“ Der Name des Lobbyisten wird nicht genannt. H. soll geplant haben, in das Masken-Geschäft einzusteigen, kam aber wegen des gegen ihn schließlich vollstreckten Haftbefehls nicht mehr dazu. Spahn bestreitet laut Zeitungsbericht die Kontakte; allerdings wurden im Prozess Mails an den Minister verlesen, die die Version von H. bestätigen.
Jetzt schauen wir uns einmal die Runde der Abgeordneten von „Ruhe und Genuss“ etwas genauer an. Es fällt auf, dass die meisten mit Familienangelegenheiten nichts am Hut haben. Zwar ist oder war (das wechselt bei ihm) Lindner verheiratet, und auch Uhl gibt in seiner Vita an, verheiratet zu sein. Die anderen sind „ledig“ oder machen keine Angaben. Angaben zu Kindern finden sich bei keinem der bekannt gewordenen Teilnehmer. Spahn ist nicht nur durch seine privaten Immobiliengeschäfte, sondern auch durch seine Ehe mit einem Mann bekannt geworden. Kinder hat auch er nicht. Wenn die Kinder morgens nicht für Kita oder Schule vorbereitet werden müssen, kann man nachts auch mal länger feiern.

Bei „Ruhe und Genuss“ scheint es sich möglicherweise um eine dieser Berliner Seilschaften zu handeln, von denen auf den Fluren des Bundestages nur hinter vorgehaltener Hand erzählt wird.

Und jetzt soll uns mal einer erzählen, solche netten Abende wie in H.s. Adlon-Suite gebe es bei der Pharma- und Impfbranche nicht.
wordpress.com/2021/11/28/abgeordneten-orgie-im-adlon/
Vered Lavan
💩=CDU. Kann ich nicht mehr ernst nehmen! Lest von Peter Huth "Die Selbstbediener". 😬
Stelzer
Wie oft müssen die es uns noch beweisen daß sie das Volk für Idioten halten und selbst nichts von Corona befürchten.