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Das Himmelreich am Baikalsee

Eine interessante und vor allem lehrreiche Dokumentation, ungeachtet des russisch-orthodoxen Kontextes. Im Vordergrund steht der grundlegende Konflikt zwischen sich (zu Recht oder Unrecht) in …More
Eine interessante und vor allem lehrreiche Dokumentation, ungeachtet des russisch-orthodoxen Kontextes. Im Vordergrund steht der grundlegende Konflikt zwischen sich (zu Recht oder Unrecht) in unmittelbaren Kontakt zu Gott wähnenden Laien und der sich als vermittelnde Instanz verstehenden Hierarchie. Der Kosak baut die Kirchen/Klöster ja nicht „wegen aktuellen Bedarfs“, sondern im Blick auf den von ihm prophezeiten Bedarf in der Endzeit (Süßwasser-Reservoir Baikalsee). Die Hierarchie möchte das Vorhaben aber in den „normalen Geschäftsgang“ einfügen: erst Gemeinde, dann Kirche, dann ggf. Kloster und nicht etwa andersrum.

Laien mit eher schwierigem Umgang und einer eigenwilligen Persönlichkeitsstruktur, geltungssüchtige Kleriker, politisch versierte Bischöfe soll es auch anderswo geben. Dickköpfige Möchtegern-Patriarchen, die anderen ihre eigenen Regeln aufzwingen wollen (Motto: Entweder wie ich will oder gar nicht!) und völlig teamunfähig sind, Gläubige, die zu gerne selbst noch untereinander Anstoß nehmen und eine Kirchenstruktur, die alles unter Kontrolle haben will und tatkräftige Laien nach wie vor wie damals Jeanne d’Arc betrachtet...
Kirchfahrter Archangelus
Verehrte Mitforisten,
ich bitte um Verständnis, dass Spam-Kommentare ohne inhaltlichen Bezug zum Posting gelöscht werden. Vielen Dank.
Marie M.
Mich besticht die große Ernsthaftigkeit des Valerij, und der tiefe Glaube, der den Gläubigen Maßstab und Orientierung ist. Gerade dieses begegnet mir immer wieder bei vor allem russisch-orthodoxen Christen. Katholiken hierzulande, die evtl. ähnliche Charakterzüge aufweisen, werden dagegen eher lächerlich gemacht oder in die fundamentalistische (rechte) Ecke gestellt.
Kirchfahrter Archangelus
Durchaus richtig. Allerdings wird, wie bei vielen eigenwilligen Charakteren, auch bei Valerij nicht klar, ob er den göttlichen Willen oder nicht vielmehr den eigenen im Sinn hat. Man betrachte sein ständiges Herumquengeln bei Ehefrau und Erzbischof, weil er unbedingt Mönch werden will. Als ihm sein (mit ihm ja sympathisierender) geistlicher Berater mitteilt, dass er nach dem Tode der Frau …More
Durchaus richtig. Allerdings wird, wie bei vielen eigenwilligen Charakteren, auch bei Valerij nicht klar, ob er den göttlichen Willen oder nicht vielmehr den eigenen im Sinn hat. Man betrachte sein ständiges Herumquengeln bei Ehefrau und Erzbischof, weil er unbedingt Mönch werden will. Als ihm sein (mit ihm ja sympathisierender) geistlicher Berater mitteilt, dass er nach dem Tode der Frau seiner Berufung nachgehen könne, akzeptiert Valerij dies nicht, sondern versucht stattdessen, seine Frau zu nötigen, Nonne zu werden, um sein Ziel schnell zu erreichen. Auch „stalkt“ er den Erzbischof, um seinen Kopf durchzusetzen. Er wirkt auf mich weniger als ruhiger, spiritueller Mensch, sondern eher wie ein verärgertes Trotzköpfchen.