@Christine Juhre Ich habe meinen nächsten Kollegen, meinen geistlichen Begleiter, einen Abt, zwei Generalvikare und einen Kardinal gefragt, sie gaben mir in allen Einzelheiten Recht, befahlen mir aber gleichzeitig ohne detailliertere Begründung, den Mann den Papst zu nennen; ebenso redete mein Bischof, in den Details schien er mir jeweils zuzustimmen, im Gesamtergebnis befahl er all seinen Priestern, im heiligen Kanon des Hochgebetes zu lügen bzw. zu schwindeln; d. h. insgesamt erfolgte so gut wie keine Antwort. Was ich einsehe, ist, dass die Kirche mit einer Stimme sprechen soll; was ich nicht einsehe, ist, dass sie dabei bis zur Verdunkelung des Glaubens gehen dürfe.
Mein Vorschlag: Beschränken wir uns auf das, was wir zweifelsfrei wissen. Nehmen wir zur Not die frappanteste Aussage, die Sie machen, und erlauben uns logisches Denken.
Sie sagen, ich bzw. wer auf meiner Seite steht verleugne die Unfehlbarkeit des Heiligen Vaters. Sie sind damit in zwei Sackgassen:
A) Ich halte Bergoglio nicht für den Heiligen Vater, z. B. weil er selber erklärt, er wolle das politische Oberhaupt der Kirche sein. Der Papst aber, wenn wir in Wahrheit einen solchen haben, ist auch und hauptsächlich das geistliche Oberhaupt. Dieses wäre unter gewissen Voraussetzungen unfehlbar, das andere nicht, ich kann ihn also, wenn er nur politisch führt und führen will, Nichtpapst nennen und brauche ihn nicht für unfehlbar oder auch nur glaubhaft zu halten.
B) Wenn wir statt dessen annehmen, er sei nicht nur das politische, sondern auch das geistliche Oberhaupt, warum verkündet er dann über lange Zeit, wiederholt und hartnäckig schwerste Irrtümer in Bezug auf den Glauben, und was macht dann der Begriff der Irrtumsfreiheit des I. Vatikanums, das ist die Begründung dessen, was Sie wohl mit Recht Unfehlbarkeit nennen, überhaupt noch für einen Sinn? Oder seit wann legt etwa die Kirche Wert darauf, gestern etwas anderes zu lehren als heute?
Ausweg haben Sie allem Anschein nach keinen. Und Denken, das erlauben Sie mir doch, oder? Also, erklären Sie mir bitte, welchen Ausweg Sie haben, ausser dass Sie blinden Blindenführern folgen (vgl. Mt 15,14). Dass er grosse Irrtümer lehrt, können Sie z. B. mit Leichtigkeit anhand meines obigen Fragenkataloges ersehen. Wenn Sie eine Frage mit Ja beantworten, bedenken Sie jedesmal den frappanten Unterschied zu Herrn Bergoglio; sollten Sie etwas mit Nein beantworten, lösen Sie bitte das daraus folgende logische Problem. Dann kommen Sie genau auf meinen Standpunkt.