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Nicky41
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Der Evangelist unter den Propheten - Der Prophet Jesaja

Der Advent ist die Zeit der Propheten. Der Prophet Jeremia, dem man vorwirft, der geborene Schwarzseher zu sein, kann nichts anderes als die Wahrheit sagen. Die Wahrheit aber ist, dass die Sünde ins Verderben führt. Nur Gottes Liebe kann die Chance zu einem neuen Anfang geben. Die Propheten Ezechiel und Daniel sehen in ihren Visionen den kommenden Erlöser und Heiland.

Am deutlichsten von allen Propheten aber spricht Jesaja vom kommenden Messias. Man hat ihn deshalb den "Evangelisten" unter den Propheten genannt.

Es waren politisch unruhige Zeiten, in denen er lebte. Die Weltmacht Assyrien bestimmte den Gang der Geschichte. Jesaja mischte sich immer wieder in die Politik ein. Er gab seinen ungebetenen Rat. Man wollte ihn nicht hören, aber immer trat genau das ein, wovor er gewarnt hatte. Das hätte den Politikern zu denken geben müssen. Trotzdem nahm man Jesaja nicht ernst. Man wollte sich nicht dreinreden lassen.

Das Buch Jesaja berichtet davon, dass Gott selbst dem König ein Angebot macht, um seinen Propheten zu bestätigen. "Du darfst dir ein Zeichen erbitten" (Jes 7,11). Der König will sich nicht darauf einlassen, denn es würde ihn in seiner politischen Handlungsfähigkeit einschränken. "Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen" (Jes 7,12). So sagt der König. Auf den ersten Blick sieht das nach Glauben und Vertrauen aus. Rügt nicht Jesus die Schriftgelehrten und Pharisäer, als sie ein Zeichen von ihm erbitten? Sie wollen einen offensichtlichen Beweis, dass er der Messias ist. Wie oft sagt Jesus zu einem Menschen: "Dein Glaube hat dir geholfen."

Wenn Ahas, der König es ablehnt, Gott um etwas zu bitten, dann ist in seinen Worten nur schwer sein in fromme Formulierungen gehüllter Unglaube zu überhören. Er gibt Jesaja zu verstehen, dass er nur deshalb kein Zeichen erbittet, damit er Gott eine Blamage erspart, denn er würde seine Bitte ohnehin nicht erfüllen können. So klein das Reich des Königs ist und so bedroht seine Macht, es fehlt ihm nicht an Einbildung. Der Prophet ist in seinen Augen ein Schwätzer, den man möglichst rasch wieder loswerden muss. Jesaja geht, aber nicht ohne ihm vorher die Meinung gesagt zu haben: "Hört her ihr vom Hause David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen?" (Jes 7,13).

Durch unnütze Kriege haben diese Könige das Land ruiniert und alle Menschen in Armut gebracht. Durch ihr schlechtes Vorbild haben sie den Glauben an Gott zur Nebensache werden lassen und zum moralischen Niedergang beigetragen. Die Könige haben auf ganzer Linie versagt: religiös, politisch und wirtschaftlich. Sie haben ihre Existenzberechtigung verloren. Trotzdem ruft der Prophet nicht dazu auf, diesen Königen das Vertrauen zu entziehen und das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, obwohl das Volk doch allen Grund dazu hätte.

Nicht einmal Gott verwirft das Haus David, denn im Gegensatz zu den Menschen hält er seine Versprechungen. Ahas will kein Zeichen erbitten, aber ihm und dem ganzen Volk wird Gott ein Zeichen seiner Liebe und Treue geben: "Die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel, Gott mit uns, geben" (Jes 7,14).

Es wird nicht gesagt, wann dieses Zeichen eintritt. Wird es noch unter der Regierung von König Ahas sein oder erst in späterer Zeit? Es sollte Jahrhunderte dauern. Die Könige aus dem Hause Davids hatten längst ihre Macht verloren. Israel erinnerte sich an die Worte des Propheten, ohne sie recht zu verstehen und recht deuten zu können. Als aber der Engel Gabriel bei Maria eintrat, um ihr, der Jungfrau, zu sagen, dass sie die Mutter des Heilands werden sollte, da begann sich das Wort des Propheten Jesaja zu erfüllen.

Elisabeth sagte zu Maria: "Selig bist du, weil du geglaubt hast" (Lk 1,45). Darauf kommt es immer und immer wieder an. Bei König Ahas und dem Volk Israel nicht anders als bei uns.Der Glaube rettet. Der Glaube gibt Kraft. Der Glaube ist die Grundlage für die Hoffnung und die Liebe.

Jesaja hat recht mit seinen Worten: "Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht" (Jes 7,9). Das gilt für Könige und Politiker. Das gilt für das Volk Israel und jeden von uns.
Stelzer
Der Prophet Jesaja Jesaja mischte sich immer wieder in die Politik ein. Er gab seinen ungebetenen Rat. Man wollte ihn nicht hören, aber immer trat genau das ein, wovor er gewarnt hatte.
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