16:13
Santiago_
16
Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.2.4. Probleme der Moderne - Subjektivität, Qualia und Interaktion. Eine Reihe von und mit Kpl Johannes M Schwarz Das erste sogenannte „traditionelle“ Problem der Phil…More
Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.2.4. Probleme der Moderne - Subjektivität, Qualia und Interaktion.

Eine Reihe von und mit Kpl Johannes M Schwarz
Das erste sogenannte „traditionelle“ Problem der Philosophie, das, wie gesagt, erst durch die Moderne entstand, hat mit Subjektivität, Objektivität und dem menschlichen Bewusstsein zu tun.
In einer mechanistischen Welterklärung sind Farbe, Temperatur, Geruch, Geschmack so wie alles andere einfach die Struktur oder die Bewegung von Teilchen – Teilchen, die entsprechend den Naturgesetzen agieren. Und hier entsteht nun das sogenannte Subjektivitätsproblem. Ein und derselbe Apfel wird von einem rot und von einem anderem, aufgrund zB einer Farbenblindheit anders gesehen. Beißt man hinein, wird ihn der eine süß, ein anderer aufgrund der aktuellen Eigenschaften seiner Zunge vielleicht ein Stück säuerlicher empfinden. Für die Erklärung der Wirklichkeit in einem mechanistischen Sinn sind solche subjektiven Eindrücke natürlich nicht wünschenswert. Man will ja gültige Gesetze und Quantifizierungen. Denn nur diese schaffen die Bedingungen für technologische Nutzbarkeit. Aus diesem Grund sahen sich schon die ersten Denker der Moderne gezwungen, eine Unterscheidung einzuführen. Demnach gibt es Primär- und Sekundärqualitäten. So lehren es etwa Galilei, Descartes und Locke. Unter Primärqualitäten versteht man jene, die „objektiv“ quantifizierbar scheinen: Festigkeit, Ausdehnung, äußere Form, Bewegung oder Zahl. Sekundärqualitäten hingegen sind jene Dinge, die unmittelbarer auf subjektive Wahrnehmung zurückgehen, wie Farben, Geschmack, Geräusche oder Gerüche. Es mag zwar etwas wie „Röte“ im Objekt selbst geben - als physikalische Struktur, die bestimmte Lichtwellen schluckt und andere zurückwirft, aber das Erleben von Röte ist subjektiv und existiert nur im Betrachter.
Das scheint eine elegante Lösung. Doch die subjektiven, von einer Einzelperson erlebten Eindrücke, welche man in der Regel qualia nennt, schaffen auch Probleme – vor allem dann, wenn man sie später in einem weiteren Schritt selbst materialistisch erklären will.