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Dante Alighieri - Die Göttliche Komödie.

(Gekürzte Fassung)

Dante (Durante) Alighieri ward zwischen dem 18. Mai und 17. Juni 1265 (wahrscheinlich am 30. Mai) zu Florenz geboren. Nach seinem eigenen Zeugnis war die Familie adelig. Seine Mutter starb früh; wir wissen nichts von ihr: Sein Vater, nach der Annahme ein unbedeutender Mensch, folgte ihr bald. Als der Knabe neun Jahre alt war, sah er ein um ein Jahr jüngeres Mädchen in blutrotem Kleidchen. Es fasste ihn eine schwärmerische,heftige Neigung zu dem jungen Ding, das er (mit einem Phantasienamen?) als Beatrice später besingen und verklären sollte. Im übrigen haben wir wenig Nachrichten aus seiner Jugend; er wird eine gute Erziehung genossen haben und beteiligte sich früh an dem politischen Leben seiner Vaterstadt. Mit 24 Jahren machte er die Schlacht bei Campaldino gegen die Aretiner mit; mit 25 Jahren (1290), nach dem frühen und plötzlichen Tode Beatrices, fasste er aus seiner schweren Trauer heraus den Entschluss, «von ihr in einer Weise zu sprechen, wie noch von keiner jemals gesprochen worden ist.» Und mit der ihm eigenen Heftigkeit suchte er nun durch eifrigstes Studium seine Kenntnisse zu mehren und seine Fähigkeiten auszubilden. In das Jahr 1292 fällt dann seine Vermählung mit Gemma Donati, und in der Folgezeit hat Dante eine Reihe städtischer Ämter bekleidet. Er stieg schnell empor und ward 1399 Mitglied der Regierung, einer der Priori. Aber dieses unselige Priorat war nach seinen eigenen Worten die Quelle all seines Unglücks. Die guelfische Partei hatte sich nämlich in zwei Lager gespalten, die Schwarzen und die Weißen, deren Führer sich immer heftiger befehdeten. Dante selbst gehörte zu den Weißen; sein Schwager Donati war das Haupt der Schwarzen. Es gelang den letzteren, die Hilfe des Papstes zu gewinnen, indem sie ihre Gegner als heimliche Ghibellinen verdächtigten. So geriet Florenz ganz in die Hände der "Schwarzen", hunderte von Weißen wurden verbannt, darunter auch Dante, dem man Ämterverkauf, Untreue, Erpressung usw. vorwarf,dessen Besitztümer man verwüstete, dem man den Feuertod in Aussicht stellte, wenn er sich je wieder auf florentinischem Gebiete sehen ließe.
«Die Verbannung,» sagt Jakob Burckhardt, «hat die Eigenschaft, dass sie den Menschen entweder aufreibt oder auf das höchste ausbildet.» Und in den fast 20 Jahren der Verbannung ist der Dichter erst zu seiner überwältigenden Größe emporgewachsen.

Er hat Florenz nie wiedergesehen, aber er kam von Florenz nicht los. «Mein Volk,» schreit er auf, «was hab' ich dir getan?» Und in Liebe und Sehnsucht hier, in Hass und Zorn da gedenkt er immer und überall seiner Vaterstadt, die ihn verstoßen. Die bitteren Erlebnisse beschleunigen und vollenden den Wandel seiner politischen Anschauungen: der Guelfe wird zum Ghibellinen. Nur das Kaisertum kann dem zerrütteten Lande Ruhe und Frieden bringen; nur das Kaisertum ihm selbst die Heimat wiedergeben. Aber die begeisterten Hoffnungen, die er an den Römerzug Heinrichs VII. knüpfte, gingen bei dem plötzlichen Tode des Kaisers (1312) jäh unter. Er musste weiter "fremdes Brot essen und fremde Treppen auf- und niedersteigen," ja, Florenz erneuerte nicht nur das Todesurteil gegen ihn, sondern dehnte es auch auf seine Söhne aus. Ein ruheloser Pilger durchwanderte der Varbannte fast ganz Italien. Nach Verona und Bologna, Padua und Paris weisen seine Spuren; gastfreundlichen Fürsten dient er als Gesandter, zu anderen mag er als Lehrer sein Brot erworben haben.Vorzeitig gealtert, lebte er die letzten fünf Jahre in Ravenna bei dem Herrn der Stadt, einem Verwandten der Francesca da Rimini. Dort starb er, fieberkrank von einer Gesandtschaft aus Venedig zurückkehrend, im Alter von 56 Jahren am 14. September 1321. Sein großes Werk, die «Göttliche Komödie,» hatte er eben vollendet. In dem seiner letzten Wohnung gegenüberliegenden Franziskanerkloster ward er beigesetzt.Auf seinem Grabdenkmal stehen lateinische Verse; die beiden letzten besagen: «Hier ruh' ich, Dante, gebettet, vertrieben vom Vaterlande, geboren von Florenz, der Mutter, die mich liebte.» In späterer Zeit hat diese Mutter die Gebeine ihres größten Sohnes oft zurückverlangt, ohne bei Ravenna Gegenliebe zu finden.

Aus: "Geschichte der Weltliteratur" von Carl Busse
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Album: Dante Alighieri - Die Göttliche Komödie. Audio & Video: Hörbücher, Hörspiele, über die Commedia, Div.
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