Jede Religion hat eine regulierte Symbolik, die ohne dass man es beabsichtigt mit "fremden Elementen" interagiert. Wenn sich im Rahmen der "amazonischen Feier" also Menschen vor zwei Statuetten, die sich der Form nach an der "Pachamama" orientieren, niederwerfen, so bedeutet das auf der Symbolebene der katholischen Religion, dass diese Statuetten dieselbe Ehre verdienen wie das ausgesetzte Allerheiligste Altarsakrament, d.h. wie Christus in der sakramentalen Realpräsenz. Anders gesagt: Durch diese Prostratio wird die "Mutter Erde" auf der Symbolebene "real präsent" angebetet. Wenn das nicht ein absoluter Rückfall ins Heidentum und eine Verleugnung der Menschwerdung Gottes in Christus ist, was dann?
Vor diesem Hintergrund erhalten die 200-jährigen Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick eine dramatische Bedeutung für die Kirche der Gegenwart.
Zu den Visionen der Augustinerin gehören auch einige apokalyptische Prophezeiungen über die Zukunft der Kirche. Was sie voraussagte, klingt in manchem wie eine Vorwegnahme der nachkonziliaren Liturgiereform: „Die Messe war kurz" und am Ende wurde das Schlußevangelium aus dem Johannesevangelium nicht mehr gelesen.
Am 13. Mai 1820 sah sie in einer Vision zwei Päpste und zwei Kirchen: „Ich habe diese Nacht" das Bild „von zwei Kirchen und zwei Päpsten gehabt". Sie sah den Papst „und sah, wie unter ihm eine andere dunkle Kirche in Rom entstand". Sie sah ein Gebäude ohne Altar und ohne Allerheiligstes: „Ich sah nur Bänke und in der Mitte wie einen Rednerstuhl. Es wurde da gepredigt und gesungen; sonst war nichts."
Über die Leute, die sich in dieser „falschen" Kirche ohne Sakrament des Altares, Emmerick spricht oft auch von „Afterkirche" versammeln, schaute sie:
„Ein jeder zog einen anderen Götzen aus seiner Brust und stellte ihn vor sich hin und betete ihn an. Es war, als zöge jeder seine Meinung, seine Leidenschaft hervor wie ein schwarzes Wölkchen, und wie es heraus war, nahm es gleich ein bestimmte Gestalt an, und es waren lauter Figuren, wie ich sie an dem Halsgeschmeide der unechten Braut in dem Hochzeitshause hängen sah, allerlei Menschen- und Tiergestalten. Der Gott des Einen war ganz kraus und breit, breitete viele Arme aus und wollte Alles umschlingen und auffressen; der Gott des Andern machte sich ganz klein und krümmte sich zusammen; ein Anderer hatte bloß einen hölzernen Knüppel, den er ganz verdreht anschaute, der Dritte hatte ein abscheuliches Tier, der Vierte eine Stange." Das besondere ist, daß „diese Götzen den ganzen Raum ausfüllten [...] und wenn sie fertig waren, kroch der Gott eines Jeden wieder in ihn hinein. Das ganze Haus aber war dunkel und schwarz und alles, was darin geschah, war Dunkelheit und Finsternis. Nun wurde mir auch der Vergleich gezeigt zwischen jenem Papst und diesem und zwischen jenem Tempel und diesem."