Maximilian Schmitt
Tatsache ist nun einmal, - auch wenn menschliche Eitelkeit es nicht wahrhaben will -, daß die Relation des Menschen wie auch der Schöpfung im Allgemeinen zu Gott ist eine reale, aber die Relation Gottes zu seiner Schöpfung eine rein gedachte, will sagen, logische ist. Der Grund liegt darin, daß Gott reiner Akt ist und somit nichts aus der Schöpfung auf ihn einwirken kann. Gott schafft die Dinge, …More
Tatsache ist nun einmal, - auch wenn menschliche Eitelkeit es nicht wahrhaben will -, daß die Relation des Menschen wie auch der Schöpfung im Allgemeinen zu Gott ist eine reale, aber die Relation Gottes zu seiner Schöpfung eine rein gedachte, will sagen, logische ist. Der Grund liegt darin, daß Gott reiner Akt ist und somit nichts aus der Schöpfung auf ihn einwirken kann. Gott schafft die Dinge, indem er sie in sich selbst erkennt und auch nur durch seine Selbsterkenntnis erhält er sie im Dasein. So ähnlich verhält es sich also mit unserem Gebet. Wir brauchen das Gebet zu Gott dringend. Gott braucht schon deswegen nichts von uns, weil seine Relation in Bezug auf uns eben nur logischer Art ist. Hier könnte folgender Einwand kommen: Aber was ist mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes? Hätte sie dann überhaupt real stattgefunden? Die Antwortet lautet, auch wenn der menschgewordene Logos durch nichts von Seiten der angenommen Menschheit "affiziert" wird, so hat aber immerhin, innertrinitarisch gesprochen die Menschwerdung als Sendung vom Vater her ihren "Terminus ad quem" im Logos. Auch bleibt ja die Annahme der Menschennatur durch den Logos von der angenommen Natur aus gesehen, ebenfalls real. Sie Diekamp, Dogmatik, Band II, §§14, 15, Seite 201 ff. archive.org/details/diekamp-dogmatik-band-2