Clicks1.6K
de.news
2

Der Heilige Geist muss ins Wartezimmer – von Monsignore N.N.

Die italienische Zeitschrift JESUS aus dem Verlagshaus der Edizioni Paoline bietet aktuelle Beiträge kulturell-religiöser Natur an, um die Diskussion darüber im Zeichen der „Öffnung“ und des „Dialogs“ anzuregen.

In ihrer Juli-Ausgabe, für die man satte 5,90 € berappen muss, geht es unter anderem um die Gestalt Jesu „zwischen geschichtlichen Daten und den Erzählungen des Glaubens“.

Die Redaktion leitet das Thema so ein: „Mit Sicherheit wissen wir, dass Jesus existiert hat und Jude war.... Über die Figur des Jesus von Nazareth jedoch gibt es darüber hinaus nicht viele geschichtliche Gewissheiten. Wahrscheinlich hatte er nicht mit einem so vorzeitigen und gewaltsamen Tod gerechnet. Mit Sicherheit hatte er keinerlei Absicht, eine neue Religion zu gründen“.

Ob der selige Giacomo Alberione (1884-1971), der Gründer der Edizioni San Paolo, solche grenzdebilen Theorien gutgeheißen hätte? Ich blättere trotz allem unverdrossen weiter und finde auf Seite 98 einen Comic.

Er stellt den 45-jähriger Diözesanpriester Don Ermanno D’Onofrio vor, ein Tausendsassa, der neben dem Priesteramt als Psychologe, Psychotherapeut, Familienberater sowie als Experte in juristischer Psychologie, Transaktionsanalyse und Psychodiagnostik tätig ist.

Gleichzeitig ist er auch Direktor der Migrantenpastoral seiner Diözese Frosinone sowie in der Friedensbewegung engagiert.

Don Ermanno ist also ein sozialer Psycho-Flüchtlings-Hermann, der offenherzig berichtet, wie er vor dem Eintritt ins Priesterseminar eine Freundin hatte (O-Ton: „eine sehr intensive Beziehung“), aber jetzt unbeschwert im Zölibat lebe.

Als Ehe- und Familienberater (hier im Bild mit einer Mitarbeiterin, mit der er sichtbar „sehr intensiv“ zusammenarbeitet) organisiert er Ehevorbereitungskurse, die im besagten Comic zur Sprache kommen.

Don Ermanno sagt dazu: „In meinen Kursen kommt es vor, dass sich einige Paare trennen und neue Verbindungen eingehen“. Ein solches Bäumchen-wechsle-dich gibt dem Wort „Ehevorbereitung“ eine ganz neue Bedeutung.

Auf die Frage nach dem Sex antwortet Don Ermanno: „Voreheliche Reinheit, aber in einem realistischen Rahmen: man kann (es) nicht zu lange hinauszögern. Das kann auch schwerwiegende psychologische Probleme verursachen“.

Ahh, allzu viel Keuschheit macht krank...

Das illustriert der Comic mittels eines ratlos dreinblickenden Paars in düsteren Farben und Trauerkleidung hinter einer Art Dornenhecke, offenbar tragische Opfer einer ruchlos praktizierten vorehelichen Reinheit.

Bei so viel „Realismus“ braucht man sich nicht zu wundern, dass Don Ermano von der Welt und von JESUS (nicht von Jesus) auf Händen getragen wird. In seinem Psycho-Nebel steht Amoris Laetitia offenbar hoch im Kurs. Denn die Begriffe „real“/“realistisch“ kommen dort gleich dreißigmal vor - im Sinne einer „realistischen“ pastoralen Unterscheidung.

Mir fällt dazu Kol 2 ein: „Christus ist die Wirklichkeit. Gebt Acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und leerem Trug einfängt.“

Da Psycho-Hermann auch als Psychotherapeut im Gefängnis tätig ist, wirft sein Gesprächspartner ein: „Ich nehme mal an, dass viele der Gefangenen gläubig sind“.

Don Ermanno bürstet diesen Hinweis elegant ab: „Ja, aber ich sage immer: lasst den Heiligen Geist im Wartezimmer. Zuerst heilen wir die menschlichen Verwundungen.“

Wie gut, dass ich die 5,90 € für JESUS nicht selbst ausgegeben habe, sondern mir die Zeitschrift von einem Mitbruder ausgeliehen habe.

Das Geschreibsel passt gut zum Titel der Buchvorstellung auf Seite 94, bei der das neueste Werk des Papstanbeters, Pater Antonio Spadaro SJ, angepriesen wird: Die neue Welt des Franziskus (2018, € 21).

Da möchte ich den Katholiken zurufen: Das kommt dabei raus, wenn man den Geist im Wartezimmer lässt.

Spart Euch die 21 Euro und kauft den Katechismus des Hl. Pius X. Den gibt es schon ab 7,90 €.
Stelzer
Grenzdebil triffts genau
HerzMariae
Die Beiträge von Monsignore N.N. sind immer eine Erheiterung / Wohltat für die Psychohygiene.