Clicks316
marthe2010
Die Kathedrale nach der Schlacht (Gertrud von le Fort, Gedicht) Dieses Gedicht verfasste Gertrud von le Fort unter dem Eindruck der Zerstörung der Kathedrale von Reims 1914. Eine weitere Version laut…More
Die Kathedrale nach der Schlacht (Gertrud von le Fort, Gedicht)

Dieses Gedicht verfasste Gertrud von le Fort unter dem Eindruck der Zerstörung der Kathedrale von Reims 1914.
Eine weitere Version lautet (Änderungen in rot hervorgehoben von mir):
Meiner leuchtenden Fenster vergossenes Blut
Färbt die Gassen,
Meines Chores sprießende Pfeilerhut
Hat Blüten gelassen.

Meiner Tore zerschmetterte Flügelpracht
Steht weithin offen:
So tragt denn herein, was die wilde Schlacht
gleich mir getroffen!

Tragt her, was die Stadt an Wunden nicht faßt,
Hier wollt sie betten:
Noch hab ich Kraft für der Wölbung Last
Noch kann ich retten.

Noch hat euer Feuer mich nicht verzehrt
Noch kann ich bergen
-
Freunde und Feinde, die mich versehrt,
Kommt, meine Schergen.

Ich bin des Herrn, der Schmerzen vergibt:
Nehmt mein Vergeben!
Ich bin des Herrn, der euch sterbend geliebt:
Gebt ihm das Leben.

Ich bin des Geistes, dem Zeit und Streit
Ein großes Vorüber -
Ich bin ein Vorhof der Ewigkeit:
Schlummert hinüber!

Gertrud von le Fort, Die Kathedrale nach der Schlacht
--------
Dieses Gedicht ist (in der Version des Beschreibungstextes) aufgeführt in dem Zyklus „Aus schwerer Zeit“ in dem Gedichtband: Gertrud von le Fort: „Gedichte“, Insel-Bücherei Nr. 580, 1958.
Die Version auf der Karte stammt von Facebook.