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82. Jahrestag des sowjetischen Überfalls auf Polen

17.09.2021 11:38

Die aggressive Politik Deutschlands und der Sowjetunion habe 1939 einen Konflikt ausgelöst, wie es ihn vorher in der Geschichte nie gegeben habe, betont Premierminister Mateusz Morawiecki.

Agresja sowiecka na PolskęIPN

Die aggressive Politik Deutschlands und der Sowjetunion habe 1939 einen Konflikt ausgelöst, wie es ihn vorher in der Geschichte nie gegeben habe, betont Premierminister Mateusz Morawiecki. Heute vor 82 Jahren, am 17. September 1939, hat die Sowjetunion Polen überfallen. In die östlichen Gebiete des Landes ist die Rote Armee einmarschiert und hat damit die Beschlüsse des geheimen Ribbentrop-Molotow Pakts realisiert, in dem Deutschland und die UDSSR die Einflusssphären unter sich aufgeteilt hatten.

Die Allianzen und Koalition, so Morawiecki auf Facebook, hätten sich geändert. Was sich nicht änderte, seien die “Leiden der Nationen, die mit dem Leben und der Gesundheit für den Mangel an effektiver Politik von Seiten der europäischen Anführer zahlten, die die Totalitarismen hätten in ihre Schranken weisen können”, so der Premierminister.

Das polnische Volk habe besonders unter dieser Passivität gelitten. “Die Massentransporte nach Sybirien, Katyń, Auschwitz, über 6 Millionen verlorene Menschenleben”, zählte Morawiecki auf. Wenn er heute auf die Situation an Polens östlicher Grenze blicke, dann denke er an Ciceros´ Maxime, laut der die Geschichte die Lehrerin des Lebens ist. Und er frage sich: “erinnern sich auch andere an diese Wahrheit?”, so Morawiecki auf Facebook.

Zum 82. Jahrestag des Überfalls der Sowjetunion auf Polen wird heute in Białystok ein Museum eröffnet, das an die Opfer der Abtransporte nach Sybirien erinnert.

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Die Aggression vom 17. September 1939 –Geschichtslüge der aktuellen Kremlpolitik. Der Präsident des polnischen Instituts für Nationales Gedenken über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Überfalls auf die polnischen Staatsangehörigen.

Am 17. September 1939 erfüllte Stalin seine Verpflichtungen aus dem Geheimprotokoll zum Molotow-Ribbentrop-Pakt gegenüber Hitler. Der Einfall der Roten …
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Die Aggression vom 17. September 1939 –Geschichtslüge der aktuellen Kremlpolitik. Der Präsident des polnischen Instituts für Nationales Gedenken über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Überfalls auf die polnischen Staatsangehörigen.

Am 17. September 1939 erfüllte Stalin seine Verpflichtungen aus dem Geheimprotokoll zum Molotow-Ribbentrop-Pakt gegenüber Hitler. Der Einfall der Roten Armee ließ dem Deutschen Reich die Eroberung Polens beschleunigen. Der 17. September 1939 war und bleibt das Symbol für die perfide Zusammenarbeit zwischen Hitler und Stalin im Kampf gegen die freien Völker Europas. Bevor Wladimir Putin oder Alexander Lukaschenko ein weiteres Mal Lügen über den sowjetischen Überfall auf Polen am 17. September 1939 verbreiten, sollte man sich die Ursachen, den Verlauf und die Folgen dieses barbarischen Angriffs auf polnische Staatsangehörige in Erinnerung rufen.


Der bevorstehende 82. Jahrestag der sowjetischen Aggression gegen Polen findet unter den Vorzeichen einer historischen Desinformationsoffensive statt, die darauf abzielt, allgemein bekannte und unbestrittene Tatsachen zu verfälschen. Um die Gründe für den sowjetischen Einmarsch in Polen am 17. September 1939 zu erklären, wird auf die Ideologie und auf bewährte propagandistische Muster der Sowjetzeit zurückgegriffen, wonach die Besetzung Ostpolens durch die Rote Armee im September 1939 als Befreiung der weißrussischen und ukrainischen Bauern und Arbeiter von der Unterdrückung durch polnische Großgrundbesitzer und die Bourgeoisie zu betrachten ist. Außerdem werden neuerdings Argumente zur Rechtfertigung des sowjetischen Angriffs auf Polen ins Feld geführt, die aus dem sowjetischen Deutungskanon so noch nicht bekannt waren, sich aber nahtlos in das propagierte Bild Polens als „fremdenfeindliches“ und „antisemitisches“, von „Nationalisten“ beherrschtes Land einfügt. Im offensiven Diskurs über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs wurde der aus der Sowjetzeit bekannte Vorwurf einer Mitschuld Polens am Kriegsausbruch durch widerliche Anschuldigungen der Mitwirkung am Holocaust ergänzt.

Der russische Präsident Putin erklärte in einem Artikel über den Zweiten Weltkrieg (der Text wurde in einer russischsprachigen Fassung auch auf der Website des Kremls veröffentlicht), der im vergangenen Jahr in der US-amerikanischen Fachzeitschrift „The National Interest“ erschien, dass, hätte die UdSSR halb Polen nicht besetzt, „Millionen von Menschen verschiedener Nationalitäten, darunter auch die um Brest und Grodno, Przemysl, Lemberg und Wilna lebenden Juden andernfalls von den Nazis und ihren lokalen Unterstützern - Antisemiten und radikalen Nationalisten - zerfleischt worden wären“1. Dies ist besonders zynisch von Seiten der Russischen Föderation. Es sei darauf hingewiesen, dass Moskau sich im Herbst 1939 weigerte, tausende von Juden aufzunehmen, die von Wehrmacht, Polizei und SS über die Demarkationslinie vom 28. September 1939 getrieben wurden. Diese lagerten in der Folge in einem Streifen Niemandsland. Sowjetische diplomatische Vertreter legten in dieser Angelegenheit bei der deutschen Botschaft Protest ein und forderten ein Ende der Abschiebung von Menschen aus dem deutschen Interessenbereich. Jüdische Flüchtlinge, die im September 1939 nach Ostpolen geflohen waren, wollte die UdSSR unbedingt wieder zurück zu den Deutschen abschieben. Im Rahmen des vereinbarten deutsch-sowjetischen Flüchtlingsaustausches im Frühjahr 1940, von dem mehr als 60.000 Menschen betroffen waren, wurden rund 1.600 Juden ins Dritte Reich überstellt. Es wären noch deutlich mehr gewesen, hätten die Deutschen sich nicht geweigert, diese aufzunehmen.

Im Zuge des Massakers von Katyn wurden über fünfhundert Juden hingerichtet, darunter auch Major Baruch Steinberg, Oberrabbiner der polnischen Armee sowie der Vizepräsident der Stadt Lemberg, Wiktor Chajes. Die meisten Opfer der Deportationen im Juni 1940 (82%), bei denen insgesamt etwa 78.000 Menschen verschleppt wurden, waren polnische Juden. Ihre einzige „Schuld“ bestand darin, dass sie an ihre Wohnorte zurückkehren wollten - stammten sie doch aus dem Teil Polens, der nun von den Deutschen besetzt wurde. Mehrere tausend von ihnen starben während der Deportation. Auch in sowjetischen Lagern starben polnische Juden - an Unterernährung, Krankheiten und Überarbeitung. Unter diesen war der Rabbiner an der Großen Synagoge in Warschau - Professor Moses Schorr.

Die Mitglieder jüdischer Parteien und Organisationen, die prinzipiell als „konterrevolutionäre“ Vereinigungen galten, wurden von den sowjetischen Behörden verfolgt. Und so kamen in die sowjetischen Gefängnissen auch zahlreiche Zionisten, Anhänger der bundistischen Bewegung und Mitglieder der zionistischen Jugendorganisation Betar, darunter Menachem Begin (der spätere israelische Ministerpräsident) und die Abgeordneten zum polnischen Sejm Dr. Emil Sommerstein und Maurycy Leser. Angesichts dieser wohlbekannten Fakten ist die Behauptung, dass die UdSSR sich der Hälfte Polens bemächtigte, um die lokale Bevölkerung, darunter die Juden, zu schützen, als absurd zu betrachten. In den zeitgenössischen Schilderungen wurde diese Sichtweise rein instrumentell genutzt, um die Sowjetunion im Gegensatz zur historischen Wahrheit als Staat darzustellen, der bereits ab 1939 eine antideutsche und damit auch projüdische Politik verfolgte.

Per Erlass des belarussischen Präsidenten Lukaschenko wird der 17. September in Belarus als Tag der nationalen Einheit gefeiert. Heute erinnert sich kaum jemand daran, dass im sowjetischen Weißrussland in der Zeit zwischen den Weltkriegen auf staatlicher Ebene am 11. Juli ein Feiertag mit ähnlichem Unterton begangen wurde - der Tag der Befreiung Weißrusslands „von den polnischen Besatzern“, mit dem an die Besetzung der Stadt Minsk im Sommer 1920 durch die Rote Armee während der bolschewistischen Offensive gegen Warschau im Polnisch-Sowjetischen Krieg erinnert werden sollte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geriet der Feiertag in Vergessenheit und die Ereignisse des 17. September wurden in den Hintergrund gedrängt, die enge Zusammenarbeit Stalins mit Hitler in den Jahren 1939-1941 einen Schatten auf das "makellose" Bild der Sowjetunion werfen konnte.

Rufen wir uns die Chronologie der Ereignisse in Erinnerung, die im September 1939 zum Angriff auf Polen führten. Die imperialistischen Absichten der bolschewistischen Führung waren stets mit passenden Propagandaparolen unterlegt. So habe die Rote Armee vor 82 Jahren ihren „Befreiungsmarsch“ begonnen, um „das Joch der Gutsbesitzer und Kapitalisten abzuschütteln“ und „den ukrainischen und belarussischen Brüdern mit dem Bajonett die Freiheit zu bringen“. In Wahrheit trat die Sowjetunion auf der Grundlage des am 23. August 1939 in Moskau unterzeichneten deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt an diesem Tag de facto als Verbündeter des Dritten Reichs in den Krieg ein und annektierte in der Folge auch noch Teile Finnlands, die baltischen Staaten und Teil des Rumäniens. Ich möchte daran erinnern, wie weitreichend die Festlegungen im Hitler-Stalin-Pakt waren. Neben den südöstlichen und nordöstlichen Woiwodschaften der Zweiten Polnischen Republik, die im Frühjahr 1940 als Teil der belarussischen und ukrainischen Sowjetrepublik in die UdSSR eingegliedert wurden, besetzte die Sowjetunion auch Teil des Finnlands und Litauen, Lettland und Estland wurden im Juni 1940 von den Sowjets annektiert. Ende Juni und Anfang Juli 1940 kam es zur Besetzung Bessarabiens und der nördlichen Bukowina. Diese Gebiete wurden in die Sowjetunion und die Ukrainischen SSR und der im August 1940 gegründeten Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik eingegliedert. Neben der erwähnten sowjetischen Propagandaparolen von der „brüderlichen Hilfe für die unterdrückten Völker“ und dem „Schutz von Leben und Eigentum“ wurde die Politik der Eroberung neuer Gebiete damit begründet, dass das durch die Bestimmungen des Friedensvertrags von Riga entstandene „Unrecht wiedergutgemacht werden müsse“.

Mit dem Vertrag von Riga vom 18. März 1921 wurden die Ostgebiete der ehemaligen Rzeczpospolita, d.h. Polen-Litauens, die zu einem großen Teil von Ukrainern, Weißrussen, Juden und anderen Nationalitäten bewohnt wurden, in zwei Teile aufgeteilt: ein Teil wurde Polen angeschlossen und der andere Teil ging in die Sowjetunion (formell in die belarussische und die ukrainische Sowjetrepublik) ein. Die desaströse Wirtschaftslage nach dem Ersten Weltkrieg und dem Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1919 bis 1921, die allgemeine Rückständigkeit der Region im Vergleich zu anderen Landesteilen, der „Landhunger“ und die grassierende Arbeitslosigkeit hatten dazu geführt, dass linke politische Bewegungen, die mit radikalen Parolen auftraten und eine soziale, politische und wirtschaftliche Umgestaltung forderten, starken Zulauf hatten. Die in der Nationalitätenpolitik der Zweiten Polnischen Republik begangene Fehler, darunter Restriktionen im Bereich Bildung für nationale Minderheiten, führten vor dem Hintergrund des von der bolschewistischen Propaganda verbreiteten Mythos von Glück und Wohlstand im Arbeiter- und Bauernstaat, zu einem Gefühl der Enttäuschung und des Unrechts unter den polnischen Bürgern ukrainischer, jüdischer und weißrussischer Nationalität. Es gelang nicht, eine einheitliche Plattform zu schaffen, auf der alle Minderheiten gemeinsam das polnische Staatswesen mitgestalten könnten. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache, die auch in der polnischen Geschichtsschreibung so genannt wird. Auf der anderen Seite verschwieg die sowjetische Propaganda geflissentlich, wenn sie die Feindseligkeit und Illoyalität der nationalen Minderheiten dem polnischen Staat gegenüber herausstellte, die große Zahl weißrussischer, ukrainischer und jüdischer Soldaten in den Reihen der polnischen Armee, die an den Kämpfen an der polnisch-deutschen Front teilnahmen.

In der Zeit des Großen Terrors von 1937-1938 fand die sowjetische Nationalitätenpolitik nach einer kurzen Zeit des Flirts und der Unterstützung kultureller Bestrebungen ihr blutiges Finale. Nach unvollständigen und immer noch aktualisierten Daten der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial wurden allein 111.000 Menschen während der Polnischen Operation des NKWD im Jahr 1937 ermordet.

Nach dem sowjetischen Überfall auf Polen am 17. September 1939 waren Deportationen und Verhaftungen die Hauptformen der politischen Repression. Zwischen 1939 und 1941 gab es insgesamt vier Massendeportationen der Zivilbevölkerung aus den von der Sowjetunion annektierten Gebieten weit in die UdSSR hinein. Wenn man alle Kategorien polnischer Staatsangehöriger berücksichtigt, die von Repressionen betroffen waren, d.h. die festgenommen, in Kriegsgefangenenlagern festgehalten, von Gerichten, Militärtribunalen oder anderen außergerichtlichen Stellen abgeurteilt wurden, kann die Zahl der Personen, die von Repressionen betroffen waren, konservativ auf fast eine halbe Million geschätzt werden. Diese Zahl enthält keine jungen Menschen, die zum Besuch von Fabrik- und Betriebsschulen zwangsverpflichtet wurden, keine Personen, die zur Roten Armee eingezogen und zur Arbeit in entfernten Regionen der Sowjetunion deportiert oder mit ähnlichen Zwangsmaßnahmen belegt wurden. Über die Sterblichkeit während den Deportationen, an den Orten der Zwangsansiedlung und in den Arbeitslagern liegen nach wie vor keine vollständigen statistischen Zahlen vor. Die Ermittlung der tatsächlichen Zahl der Deportierten ist ausgesprochen schwierig und wird immer noch kontrovers diskutiert.

Der Höhepunkt von sowjetischen Repressionen gegen Bürger der Zweiten Polnischen Republik war das Massaker von Katyn. Auf Beschluss des Politbüros vom 5. März 1940 wurden die polnischen Kriegsgefangenen aus den drei Sonderlagern in Ostaschkow, Kozelsk und Starobilsk und - was oft vergessen wird - Gefangene, die in Gefängnissen in Sowjet-Weißrussland und der Ukraine festgehalten wurden, massenhaft erschossen. Immer mehr Historiker gehen heute davon aus, dass die Täter des Massakers von Katyn nach dem im Großen Terrors entwickelten Grundsätzen vorgingen. Oft wurden die Urteile von denselben Henkern vollstreckt, von denen ganz oben auf der Liste Wassili Blochin steht, dessen Grausamkeit selbst unter den sowjetischen Folterern berüchtigt war. In den Massengräbern von Katyn liegen polnische Staatsangehörige verschiedener Konfessionen und Volkszugehörigkeit. Sie wurden wegen ihrer Loyalität dem polnischen Staat gegenüber ermordet. Doch war dies noch nicht das Finale der blutigen Repressionen. Zu einem weiteren Verbrechen kam es bereits nach dem Angriff des Dritten Reiches, des ehemaligen Verbündeten, auf die Sowjetunion im Juni 1941. Im Zuge der Evakuierung von Gefängnissen in den sowjetischen Weißrussland und Ukraine wurden Tausende von zu Unrecht Beschuldigten ermordet.

Polnische Staatsangehörige stehen ganz oben auf der Liste der Unterdrückten in den Gebieten, die infolge vom deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt durch UdSSR annektiert wurden. Obwohl es sich in der Mehrheit um Polen handelte, kamen auch Ukrainer, Weißrussen, Russen, Juden, Litauer und Vertreter anderer Nationalitäten in den Folterkammern des NKWD oder in sowjetischen Arbeitslagern. Wie in den Zeiten des Großen Terrors wurden sie am häufigsten einer angeblichen Spionage beschuldigt, ihnen wurde eine „falsche“ Abstammung oder mangelnde Loyalität gegenüber dem Sowjetstaat zur Last gelegt oder ihnen wurden andere von den Sowjets als Verbrechen betrachtete Handlungen vorgeworfen.

Paradoxerweise waren von den Repressionen durchaus auch Kommunisten, d.h. Mitglieder der ehemaligen Kommunistischen Partei Polens und der ihr angegliederten Organisationen - der Kommunistischen Partei der Westukraine und Westweißrusslands - betroffen. So steht auf der 1994 an Polen übergebenen „Ukrainischen Katyn-Liste“ auch der Name des kommunistischen Schriftstellers Andrzej Wolica und viele andere Namen einfacher kommunistischen Parteimitglieder. Die meisten Aktivisten der ukrainischen und belarussischen Nationalbewegung, die mit der Sowjetmacht sympathisierten und sie oft aktiv unterstützten, waren bereits in den 1930er Jahren unbarmherzigen Repressionen ausgesetzt. Damals wurde Branislau Taraschkewitsch, ehemaliger Abgeordneter zum polnischen Sejm und einer der Begründer der weißrussischen Rechtschreibung, ermordet. In dieser Zeit kamen ums Leben auch ukrainische Künstler und Vertreter der „hingerichteten Renaissance“, der gewaltsam bekämpften ukrainischen kulturellen Bewegung. Ähnliches geschah im sowjetischen Weißrussland. Entgegen der sowjetischen Propaganda, startete das NKWD nach dem 17. September 1939 eine wahre Hetzjagd nicht nur auf Polen, sondern auch gegen Vertreter aller anderen, in den östlichen Woiwodschaften der Zweiten Polnischen Republik lebenden Völker. Verhaftet wurden die ukrainische und weißrussische Intelligenz, Lehrer, Anwälte und Ärzte. Und obwohl sie oft selbst in offener Opposition zu den staatlichen Behörden der Zweiten Polnischen Republik standen und sich mit der belarussischen oder ukrainischen Nationalidee identifizierten, wurden sie gnadenlos ermordet. Die Ukrainische Katyn-Liste enthält beispielsweise die Namen von Mitgliedern ukrainischer politischer Parteien, darunter auch Parlamentsabgeordnete und Senatoren der Zweiten Polnischen Republik. Der bekannte weißrussische Aktivist, der ehemalige Premierminister der Belarussischen Volksrepublik, Anton Luzkewitsch, starb in einem sowjetisches Lager, nachdem er zuvor beschuldigt wurde, für den polnischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Festgenommen wurden auch Aktivisten jüdischer gesellschaftlicher und politischer Organisationen, von Religionsgemeinschaften betriebene Schulen wurden geschlossen und Geistliche waren ständigen Repressionen ausgesetzt.

Die Industrie und der Bankensektor wurden verstaatlicht, und der größte Teil des Bodens und des Eigentums der "landbesitzenden Klasse" wurde in Staatseigentum überführt. Die sowjetische Wirtschaftspolitik, ausgerichtet auf die Ausbeutung der Bauern, die Auferlegung immer weiterer Versorgungslasten und die Verpflichtung zur Beteiligung an öffentlichen Arbeiten; die angefangene Kollektivierung der Landwirtschaft, die "freiwillig-obligatorische" Rekrutierung zur Arbeit in weit entfernten Regionen der UdSSR und die Einziehung zur Roten Armee, vervollständigen neben der Repression das traurige Bild der Politik von „Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit“. Trotz des Anschlusses der ehemaligen Ostprovinzen der Zweiten Polnischen Republik an die Belarussische und die Ukrainische SSR bestand die Grenze 1939-1941 weiter und ihr Überschreiten und der Verkehr vom östlichen in den westlichen Teil bedurfte einer entsprechenden Genehmigung des NKWD.

Jahrzehntelang stellte die sowjetische Lügenpropaganda den Überfall am 17. September 1939 aus einer für sie bequemen Sicht dar. Auch heute versucht die Russische Föderation, trotz zahlreicher Veröffentlichungen und angesichts der offenkundigen Tatsachen, diese bewaffnete Aggression dreist als „Befreiungsakt“ darzustellen. Tatsächlich handelte es sich dabei um einen Akt der Versklavung und des Terrors, der hunderttausenden polnischen Staatsangehörigen vieler Glaubensrichtungen und Volkszugehörigkeiten das Leben kostete. Das sollte man nicht vergessen.

Dr. Karol Nawrocki

Präsident

Institut für Nationales Gedenken IPN – Kommission zur Strafverfolgung von Verbrechen gegen das Polnische Volk

16. September 2021

1. Und Millionen Menschen verschiedener Nationalitäten, darunter die um Brest und Grodno, Przemysl, Lemberg und Vilnius ansässigen Juden, würden der Vernichtung durch die Nazis und ihre lokalen Handlanger - Antisemiten und radikale Nationalisten – anheimfallen. W. Putin, 75 Jahre Großer Sieg: Gemeinsame Verantwortung für die Geschichte und die Zukunft, kremlin.ru/events/president/news/63527 [Zugriff am 4.9.2021] / 1. А миллионы людей разных национальностей, в том числе евреи, жившие под Брестом и Гродно, Перемышлем, Львовом и Вильно, были бы брошены на уничтожение нацистам и их местным приспешникам – антисемитам и радикал-националистам. В. Путин, 75 лет Великой Победы: общая ответственность перед историей и будущим, kremlin.ru/events/president/news/63527 [dostęp 4 IX 2021]

ipn.gov.pl/…-historical-lie-of-the-current-policy-of-the-.html
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Deutsch - russische Zusammenarbeit bei Eroberung Polens, 1939