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Höllensturz in der Interpretation von Tom Waits

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Tom Waits Musik und Stimme ist nichts für jeden. Diese Musik muss man mögen, und ab und an mag fehlt mir dieser Blues. Bei einem Lied hör ich im Hintergrund das Stichwort „Jesus“. Vor einigen Tagen …More
Tom Waits Musik und Stimme ist nichts für jeden. Diese Musik muss man mögen, und ab und an mag fehlt mir dieser Blues. Bei einem Lied hör ich im Hintergrund das Stichwort „Jesus“. Vor einigen Tagen bin ich dann stutzig geworden und versuche, der Sache auf den Grund zu gehen. Das Lied heißt „Way down in the hole“ von der CD „Big Time“ und der Text ist eine Überraschung. Es geht um den Höllensturz des gefallenen Engels und die Sicht von Tom Waits.

Wenn wir im Garten Eden wären, ja dann, aber Verzeihung, jetzt geh den schweren Weg und halt dich an Jesus. Aber den Teufel, den halte unten in der Höhle. Das Böse ist nicht das Andere, sondern das gefallene Andere, das mit uns verwandte Andere, böse zwar, aber eben nur so böse, dass wir es auch sein könnten, wenn wir denn selber gefallen wären. Deshalb halten wir uns fest, fest an der Hand unseres Herrn. Wir alle sind sicher, wenn der Donner anfängt zu rollen. Aber den Teufel, den müssen wir unten halten.

Dann wird die Stimme von Tom Waits bestimmter, zorniger: Diese rot gehörnte lausig niedrige Kreatur. Lobe gefälligst den Herrn. Ja, wer ist dieser Dämonenmeister und Teufelsfürst. Wir müssen gegen das Böse angehen, wir müssen hinunter in die Höhle und ihn mit der Macht unserer Technik hinauspusten.

Die Stimme von Tom Waits mäßigt sich wieder. Die Engel fangen an zu singen, alles über das mächtige Schwert von Jesus, mit ihren Flügeln schirmen die Engel uns und halten uns nahe beim Herrn. Aber der Versuchung sollen wir keine Beachtung schenken. Haltet den Teufel unten. Und noch einmal, damit wir es auch wirklich verstanden haben. Jesus kümmert sich um das große Ganze wie auch um unsere kleinen Sorgen. Aber den Teufel, den wir müssen wir unten halten.

Wenn ich die Stimmung des Liedes richtig höre, dann wird es teuflisch, wenn wir den Teufel töten wollen, ihn rauspusten. Nein, Tom Waits endet – adressiert an den Teufel – mit „find einen Platz zu leben, aber unten, unten, unten.“ Aber hört einfach mal rein in „Way down in the hole“ von Tom Waits.