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M.RAPHAEL
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Warum haben sie keine Angst?

Gestern hatte ich wieder mal den Mut, mir ein paar Minuten „katholischen Gottesdienst“ im ZDF anzuschauen.

www.zdf.de/…/katholischer-go…

Es geht nur noch um politischen Interessenausgleich. Sie beten nicht: „Herr, nehme uns unseren Hochmut, damit wir uns vor Dir hinknien können. Gebe uns die Stärke, unsere Schwäche zu akzeptieren und kleine Brötchen zu backen.“ Nein, sie beten: „Herr, unsere Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme (eigentlich meinen sie ihre rücksichtslose Gier nach Macht und Herrschaft über die bürgerliche Ordnung) führt in den Streit. Schenke uns eine christliche Streitkultur.“ Wahnsinn. Die traditionelle Demut und das Selbstopfer sind völlig verloren gegangen.

Achtung: Fromme Katholiken werfen sich nicht deshalb vor Gott nieder, weil sie autoritäre Charaktäre oder verklemmte Lebensverneiner wären, oder weil Gott ein böser Tyrann wäre, der freie Menschen nicht ertragen könnte. Nein, sie knien nieder, weil sie, erfüllt von wahrer Liebe, erkennen, dass der böse Tyrann in ihnen selbst versteckt nur darauf wartet, sie in die Feindschaft gegenüber ihre Mitmenschen zu führen. Z.B. eine heutige Superfrau, die ihren Ehemann für einen neuen austauscht, ist völlig davon überzeugt, dass sie alle Menschen als Spaßobjekte benutzen kann. Selbstliebe, z.B. im Sinne der Forderung nach einem erfüllten Sexualleben, ist keine Liebe, sondern teuflischer Hass.

Die Vat.2 Kirche hat den Himmel aus dem Blick verloren. Es geht ihr einzig und allein um politischen Ausgleich, soziale Bestätigung und Zusammenhalt. Wie schon Peer Steinbrück festgestellt hat und kürzlich auch Jürgen Habermas, kann die Moderne das nicht selbst herstellen. Rituelle Religion erscheint unverzichtbar für ein überindividuelles Bewusstsein. Die Form und der gemeinschaftliche „Mythos“ sind dann gar nicht so wichtig. Vat.2 Vertreter können auch in Moscheen beten und loben sich noch für ihre Aufgeschlossenheit und Intelligenz.

Dann ist es nur konsequent, wenn ein Bischof Bode die Kirche von Jerusalem nach Galiläa transportieren möchte. Schluss mit dem Skandal des Kreuzes, hin zur mitmenschlichen und integrativen Kommunikationsgesellschaft mit angeschlossenem Pflegedienst für homosexuelle Priesterinnen.

Gloria Global am 7. September 2020

Warum haben diese Menschen keine Angst vor Gott? Bischof Bode scheint ja Mt 16,23 mit Absicht zu ignorieren.

Am 1. Oktober 1979 war ich auf dem Boston Common, als Papst Johannes Paul II dort die erste Heilige Messe in den USA feierte. Ich war fasziniert. JP II hatte ein starkes Charisma. Die heutigen Fragen stellten sich noch nicht. Der Aufbruch in eine herrliche Zukunft der Menschheit hatte noch keine Risse. Auch ich war mit meinem Doppelstudium von Volkswirtschaft/Betriebswirtschaft ganz vorne dabei. Am Abend schaute ich Stark Trek (Raumschiff Enterprise) und war überzeugt, dass der Wille Gottes die Menschheit zu den Sternen führen wollte. Die schreckliche Gitarrenmusik in den Jazzmessen erschien da nur als eine Frage des Geschmacks, nicht wirklich wichtig.

Diese Aufbruchsstimmung ist der Grund für das Vat.2 Konzil. Alle glaubten an den Fortschritt. „Wir verlassen das dunkle Mittelalter und werden auch modern. Unsere Zukunft ist hell und rational. Der Fortschritt hat keine Grenzen.“ Im Grunde waren wir alle Hegelianer. Die Technologie bewies es. Jede Woche gab es eine bessere Maschine. Die vollständige Herrschaft über die Natur war nur eine Frage der Zeit. Und die Maschine arbeitet. Alles wird verbessert, effizienter, rationaler. Die Dialektik ist ein Naturgesetz. Der Fortschritt ist NICHT aufzuhalten. Wer nicht mitschwimmt, wer sich nicht anpasst, geht zu Grunde.

Der Wille Gottes ist der Fortschritt. Jede neue Straßenbahn gibt Zeugnis. Gott ist die Dialektik, durch sie kommt er zu sich. Der kleine und „im Flow“ Vat.2 Bischof hilft ihm dabei. Er ist bereit zur Hingabe an die materielle Herrlichkeit der Menschheit auf Erden.

Das ist das Ziel. Es muss kommen. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben:

www.youtube.com/watch

Mit Hilfe seiner Vernunft, vom Gott der Menschenliebe erleuchtet, wird und kann der Mensch das irdische Paradies auch im Weltall bauen. Das motiviert die Freimaurer und die Vat.2 Bischöfe. Sie weinen. Das beflügelt ihren Willen. Wer kann dagegen sein?

Hatte der Begründer des Positivismus, Auguste Comte, nicht eine Art Menschheitsreligion angestrebt? Er nannte seine Liebe zur Menschheit als dem Höchsten Wesen (Grand Être) Altruismus. Die Engländer haben ihn geliebt. Die Freimaurer tanzten auf den Tischen vor Glück. Jetzt waren Gott und Mensch vereint. Jetzt wollte Gott immer, was auch die Menschen mit Hilfe ihrer fortschrittsgeweihten Vernunft wollten. Hatte nicht Adam Smith das Profitstreben des einzelnen durch seine „Invisible Hand“ – unsichtbare Hand zum öffentlichen Gut geheiligt? Ist nicht deshalb auch das Machtstreben der Feministinnen, der Homosexuellen und aller Minderheiten gerechtfertigt und gut für die gesamte Menschheit? Die Vat.2 Kirche beginnt verständlich zu werden.

Etwas daran ist grundlegend falsch. Weil auch ich vor Glück bei Star Trek fast geweint habe, die Moderne durch und durch kenne, weiß ich, dass die USS Yorktown niemals gebaut werden kann. Was ist der Grund?

Satan, der „Gott der Menschenliebe“, lügt.

Ich höre hier auf. Die Darstellung der Dunkelheit, des Bösen und der verdeckten Abgründe verlangt einen eigenen Aufriss, soweit das überhaupt möglich ist. Ist der Herr deshalb an das Kreuz gegangen? Sind die Apophthegmata Patrum deshalb so paradox und vernunftkritisch? Der kontemplative Mönch schweigt. Worte sind Schall und Rauch. Er ist weise. Die vorkonziliare Kirche hat das noch gewusst. Erlösung und damit wahre Menschlichkeit gibt es nur jenseits der Kreuzigung.

Bischof Bode will die USS Yorktown. Er ist aufgeregt und träumt. Aber die Enterprise wird ihn in die Hölle fliegen. Er hätte es wissen können, wenn er nicht so verbohrt gewesen wäre.

Der Scheinwerfer Gottes kann einiges über das Böse ans Licht bringen. Das ist das Metier Raphaels. Demnächst.

Bode, vertraue nicht auf die Enterprise. Vertraue auf Raphael!!! Er kennt den Weg.
Salzburger
"Seit Mitte letzten Jahrhunderts, seit Baudelaire, Flaubert, Kierkegaard, Dostojewski, Ruskin, Burckhardt, ist es eine bekannte Tatsache, daß der Glaube an den Fortschritt den Dummkopf kennzeichnet." (GOMEZ DAVILA)
Salzburger
"Der katholische Kult wurde reformiert, damit die Wärme der verklumpten Masse das Ei des Grand-Être von Comte ausbrütet." (GOMEZ DAVILA)
Salzburger
p.scr.: "Bei Comte stoßen sich die größten Irrtümer und einige große Wahrheiten mit den Ellbogen. Comte versucht, zu den Konsequenzen der Reaktion zu gelangen, indem er sie von Thesen ableitet, die ihr widersprechen." (idem)
Lautato20
Fernsehgottesdienst: Eine wunderschöne Kirche, aber alles andere befremdet mich (immer mehr). Texte, Gesang, Zelebration,.... Es ist alles so beschwingt und laut. Nach dem Kyrie war Schluss für mich.
Kreidfeuer
a priori kommen alle in den Himmel und die Hölle ist leer, trotzdem singen die das Kyrie?
Das ist mindestens so gescheit wie die unbefleckte Empfängnis und die Erbsünde gleichzeitig zu leugnen.
🥴
Tina 13
Die Fräckle der Modernisten, wenn man die sieht, abschalten, denn das sollte man sich nicht antun, da weiter zuzuschauen.