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Synodaler Weg: Bischof Rudolf Voderholzer protestiert gegen autoritäre Alleingänge des Präsidiums (www.bistum-regensburg.de)

Synodaler Weg: Bischof Rudolf Voderholzer protestiert gegen autoritäre Alleingänge des Präsidiums

29.05.2020

Der Regensburger Bischof, Dr. Rudolf Voderholzer, fordert das Präsidium des Synodalen Weges auf, die gemeinsam beschlossenen Regeln der Synodalität einzuhalten und satzungsgemäß vorzugehen. Eigenmächtig festgesetzte Veranstaltungen müssten abgesagt und zusätzlich vorgegebene Themen zurückgenommen werden. Bischof Voderholzer: „Wenn schon ein partizipatives Verfahren durchgeführt werden soll, dann kann sich das Präsidium nicht hierarchische Alleingänge erlauben.“

Das Präsidium des Synodalen Weges hatte zuvor ohne Abstimmung festgesetzt, dass sogenannte Regionalforen die für den September vereinbarte Synodalvollversammlung ersetzen sollen. Gleichzeitig wurde ein neues Thema eingeführt. Das verkündete das Präsidium per Rundschreiben und Pressemeldung.

Bischof Voderholzer: „Ich bin der Überzeugung, dass es nicht mit dem Wesen einer ‚synodalen Kirche‘ vereinbar ist, wenn von der Spitze ausgehend, ohne allgemeine Konsultation, autoritär Alleingänge praktiziert werden, die alle anderen vor vollendete Tatsachen stellen.“

Die geplante Vollversammlung lasse sich problemlos als Videokonferenz durchführen. Dies sei mittlerweile gängige Praxis und gerade die gut organisierte Sitzungsstruktur der Vollversammlung des Synodalen Weges lasse dies leicht zu. Bischof Voderholzer schreibt in einem Brief an das Präsidium des Synodalen Weges: „Erstens gibt es kein Format von dezentralen Konferenzen, die weder ein Synodalforum noch eine Synodalversammlung sind (vgl. Art. 2 der Satzung des Synodalen Weges), und zweitens ist das Thema ‚kirchliche Erfahrungen mit der Corona-Pandemie‘ (vgl. Art. 1 und Art. 8 der Satzung des Synodalen Weges) nicht vorgesehen (ebenso wenig wie das Thema ‚Glauben und Leben in der Welt von heute‘, vgl. Antrag Woopen / Picken). So ist auch weder von der Satzung noch von der Geschäftsordnung die Leitungsstruktur einer solchen Konferenz geklärt.“

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Genauso text- und formfixiert wie bei den Konzilsdokumenten, dem Kirchenrecht und Verlautbarungen aus Rom kleben die Konzilskonservativen nun einfältig an den mit der linken Mehrheit geschlossenen „Vereinbarungen“. Konkrete Texte sind für Progressive aber bekanntlich lediglich unverbindliche Zwischenstationen zu ihrem Endziel "Nationalkirche", befristet, um breite Zustimmung zu sichern (siehe „Geist des Konzils“...), temporäre Waffenstillstände, um umso entschlossener wieder anzugreifen.

Nicht umsonst sprach P. Karl Rahner SJ bereits während des Konzils davon, nach demselben gezielt über die dort beschlossenen Texte hinauszugehen: „Gestern bin ich von Rom gekommen. Müde. Aber man kann dort doch immer wieder dafür sorgen, dass das Schlimmste verhütet und da und dort ein kleiner Aufhänger in den Schemata geboten wird für eine spätere Theologie...“.1 (Orientierung, Band 48/1984, München, 27. April 1964, S. 191, zitiert nach Neue Sehnsucht nach dem alten Ritus, a.a.O., S. 39)

Nichts gelernt aus den letzten fünf Jahrzehnten?

Allerspätestens seit dem Beschluß von 87%, sich mit späteren Beschlüssen nicht an das Kirchenrecht gebunden zu fühlen, müßte eigentlich auch Konzilskonservativen klar sein, dass die Eigenkreation „Synodaler Weg“ von der progressiven Mehrheit willkürlich beherrscht wird und keinerlei gesicherten Rechtsrahmen hat. Konzilskonservative Teilnehmer sind nur als Feigenblatt geduldet, um die Revolte noch etwas zu tarnen, nach Lenin "nützliche Idioten".