Clicks28

Fünfhundert Jahre Luthertum - Die wirkliche Gestalt des Falschpropheten vom 16. Jahrhundert - ZweiterTeil LUTHERS LEHRE (Rom-Kurier)

Rom-Kurier

Januar-Februar 2020 Nr. 238

Luther

Fünfhundert Jahre Luthertum

Die wirkliche Gestalt des Falschpropheten vom 16. Jahrhundert

ZweiterTeil

LUTHERS LEHRE


Luthers Propaganda gegen den Papst

In verschiedenen Werken hatte Luther in ungestümer und vulgärer Weise den Papst angegriffen; die geschickt angefertigten Holzschneidereien (Xylographien), welche die Schriften begleiteten, bewirkten, daß auch sehr viele ungebildete, des Lesens und Schreibens unkundige Menschen die lutherischen Darlegungen annahmen. (An den christlichen Adel der deutschen Nation vom 1520; Die babylonische Gefangenschaft der Kirche von 1520; Die Freiheit eines Christen von 1520; Die bebilderte Antithese des Lebens Christi und des Antichristen von 1521; Die Bedeutung der zwei schrecklichen Figuren, des Esel-Papstes und des Kalbsmönches von 1523; Der kleine und große Katechismus; Das Bild des Papsttums von 1545; Tischgespräche von 1546; Gegen das vom Teufel gegründete Papsttum in Rom von 1546). Als fähiger Propagandist hatte Luther schnell begriffen, wie wichtig für die ungebildete Masse die Bilder sind, wenn sie den Papst und die Kirche von Rom lächerlich und verzerrt darstellen; so wiegen sie ein ganzes Buch auf. Bewegungen wie die sogenannte Aufklärung, der Liberalismus, die Freimaurerei, der russische Bolschewismus, der Modernismus, die kulturelle Revolution von 1968-69 haben Luthers Propagandamethoden wieder aufgegriffen.

Der von Luther in der Philosophie und Theologie vertretene Nominalismus

Was den philosophischen Standpunkt betrifft, hat der Nominalismus Ockhams großen Einfluß auf Luthers Denken gehabt. Die Ablehnung der von Platon, Aristoteles und dem hl. Thomas dargelegten Metaphysik brachte schon in den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts die Franziskaner in der Kirche so weit, daß sie bestritten, es sei möglich, die Wirklichkeit und die Wahrheit zu erkennen. Weiterhin lehnten sie die Wahrheit ab, die allgemeinen Begriffe seien fähig, die Realität auszudrücken; sie bestritten sogar, daß die universalen Wesenheiten und Naturen nur für den Vorteil der Einzelpersonen da seien. Diese Denkweise führte zu verschiedenen individuellen Anschauungen. Auf dem Gebiet der Religion behauptet das Luthertum die Schrift allein genüge / sola scriptura. Im Bereich der Philosophie vertrat Descartes und seine Bewegung den Satz: „Ich denke, also bin ich /cogito, ergo sum“. Auf politischer Ebene meinten Macchiavell und der Liberalismus, die Staatsräson brauche keine Moral. Im wirtschaftlichen Bereich schrieb der Liberalismus vor: „Gewähren lassen“! Alle diese Einstellungen öffneten die Tore zum relativistischen, skeptischen und agnostischen Subjektivismus: Nichts ist sicher, höchstens jeder hat seine eigene persönliche Meinung und interpretiert die Heilige Schrift nach Belieben. In der von Ockham ausgelösten Bewegung und dem Luthertum ist die idealistisch ausgerichtete moderne Art bereits schon enthalten. Das neuzeitliche Denken bricht mit der griechisch-römischen Klassik, mit der Patristik und Scholastik; es beachtet nicht mehr den christlichen Staat (res publica christiana), es verachtet somit das mittelalterliche Christentum, obwohl der Stellvertreter Christi der katholische Papst und das christliche Reich es geleitet haben. Das heilige Reich deutscher Nation aber bildete die Schutzmauer der Kirche, es war der bewaffnete Arm der über keine weltlichen Waffen verfügenden Kirche.

Mit Luther entstand auch die falsche moderne Art

Schon Ockham, dann auch der unchristliche Humanismus, die Renaissance und folglich auch Luther beendeten die traditionsverbundene klassische Zeit und begannen klar und deutlich auf unumkehrbare Weise die andere moderne in den Untergang vorwärts stürmende fortschrittliche (progressistische) Zeit. Sie ist die Vorläuferin des Idealismus und des Modernismus – diese Bewegung ist ja nach dem heiligen Papst Pius X. das Sammelbecken aller Irrlehren und Häresien. Diese Epoche führte auch zu dem die falsche moderne Art schrecklich übertreibenden Nihilismus (zu Nietzsche, Marx, Freud, Jung, zur Frankfurter Schule und zum französischen Strukturalismus). Die Entstehung der nationalen Religionen und Staaten öffnete den Weg zum Absolutismus, das heilige römische Reich sollte verschwinden. Dies geschah wirklich im Jahre 1918 mit dem Ende des ersten Weltkriegs. An die Stelle der Nationen sind heute das Weltbürgertum (Mondialismus), der universale Tempel und der allgemeine Weltstaat getreten. Das sind Entwürfe des italienischen Kabbalismus aus den XV. und XVI. Jahrhundert, Konzepte der Freimaurer und Vorstellungen der universellen israelischen Allianz. Da haben wir vor uns die gut gebaute Schnellstraße zum Reich des Antichristen. Leider ist der heidnisch ausgerichtete Geist, ja noch mehr die Einstellung des jüdisch, talmudisch und kabbalistisch orientierten Humanismus in die Seelen der Kirchenmänner und auch einiger Päpste der Renaissance eingedrungen. Diese hohen Herren… gelehrte Mäzene pflegten in Saus und Braus zu leben und benutzten jede Gelegenheit, Feste zu feiern. Die römischen Karnevalsfeste sind in der ganzen Welt berühmt, daß sie sagenhafte Feiern zur Verherrlichung der Päpste darstellten… Vetternwirtschaft, weltliches und mondänes Auftreten, ehrgeiziges Streben nach Macht und oft verschwenderische Lebensführung. Solche Charakterzüge sind keine guten Beispiele für das Papsttum… Ja, es ist wirklich ein großes Wunder, wie die Kirche alle Verfolgungen und die skandalerregende Lebensführung ihrer zahlreichen Prälaten überleben konnte (A. Pelliciari, Martin Luther, Siena, Cantagalli, 2012, S. 27-28). Deshalb dürfen wir heute nicht daran zweifeln, daß sie auch die vom neuen Modernismus verursachte Krise überstehen wird, obwohl die Wirren bereits ein halbes Jahrhundert andauern.

Eine Zusammenfassung von Luthers Lehre

Luther glaubte, er habe in seinen 1515-16 gehaltenen Kommentaren zum Römerbrief des hl. Paulus das Prinzip und die Grundlage für das eigene theologische System gefunden. Auf folgende Weise wollen wir die lutherische Lehre zusammenfassen: 1.) Selbst ohne gute Werke reicht der Glaube aus, den Menschen zu rechtfertigen und zu heiligen. 2.) Die ursprüngliche Gerechtigkeit (im Paradies) fällt mit der Natur des Menschen überein; sie ist kein Gnadengeschenk Gottes, sondern der menschlichen Natur geschuldet. 3.) Die erste Sünde hat die Natur des Menschen völlig zerstört und unfähig gemacht, die Wahrheit zu erkennen; die Erbsünde vernichtete den freien Willen derart, daß er überhaupt nicht mehr da ist. 4.) Daher braucht der Mensch seine Handlungen nicht zu verantworten, nicht einmal Gott kann ihn heilen. 5.) Die Erlösung und Heiligung der menschlichen Natur liegen völlig außerhalb des Menschen; beide Größen sind vergleichbar mit dem Mantel; er hebt die Sünde nicht auf, sondern deckt sie nur zu. 6.) Die Heiligung ist nur das Werk Christi; Christus ersetzt den Menschen. Der Mensch dagegen braucht beim Werk der Erlösung nicht mitzuarbeiten. 7.) In der Seele des gerechtfertigten Menschen ist die heiligmachende Gnade nicht gegenwärtig. 8.) Der einzige Akt, den der Mensch (bei der Rechtfertigung) vollbringen kann, ist der Glaube und das Vertrauen; der Mensch übergibt seine Seele Gott, indem er auf dessen Barmherzigkeit vertraut und an die Vergebung der Sünden glaubt. Gegen die Sünden braucht er nicht anzukämpfen, indem er sie etwa bereut oder sie wiedergutmacht. 9.) Die Sakramente nützen nichts, weil sie keine Gnade vermitteln. 10.) Die hierarchisch gegliederte Kirche ist keine göttliche Einrichtung, sondern eine Erfindung des Menschen, zwischen der Einzelperson und Gott gibt es keinen Vermittler. 11.) Die wahre Kirche Christi ist unsichtbar und ist die Gemeinschaft der von Gott vorherbestimmten Personen. (Vgl. P. Parente – A. Piolanti – S. Garofalo, Lexikon für dogmatische Theologie / Dizionario di Teologia dommatica,Proceno di Viterbo, Effedieffe, 5. Auflage, 2018, Stichwort Lutheranismus und Protestantismus).

Der Haß auf Gott

Alle diese unsinnigen Behauptungen beweisen Luthers Haß auf Gottes Gerechtigkeit, da er es unterließ, den Begriff des göttlichen Erbarmens richtig zu bilden. 1545, ein Jahr vor seinem Tod schrieb er im Vorwort all seiner Werke (opera omnia)folgende Sätze: „Obwohl mein Klosterleben tadellos war, fühlte ich mich vor Gott als Sünder, denn mein Gewissen war sehr unruhig. Jenen strafenden Gott liebte ich nicht, sondern hasste ihn, denn im geheimen murrte ich gegen ihn“. Daraus entstand seine Häresie, die guten Werke seien nicht notwendig, die Rechtfertigung komme allein durch den Fiduzialglauben an Gott zustande; daher reiche es aus, das Vertrauen zu haben, die Erlösung zu erlangen; wir werden das Heil erhalten, auch wenn wir die Zehn Gebote Gottes nicht erfüllen. Dazu schreibt Martin Luther am 1. August 1521 in einem Brief an Melanchthon: Sündige fest, doch glaube noch fester an dein Heil! /pecca fortiter, sed fortius credi. Leicht können wir erkennen, wie Luthers Lehre das moralische Leben und die Religion zerstören müssen, da sie zur Sünde gegen den Heiligen Geist drängt. Luther besaß die Anmaßung, er könne auch ohne Verdienste das Heil erreichen; doch am Ende steht nur der Eigensinn. Der Haß auf Gott gehört zu der Natur des protestantischen Glaubens; dieses Laster führt zur Aufruhr gegen die römische Kirche, obwohl Jesus Christus sie auf den hl. Petrus gegründet hat.Wir können Luthers Abfall und Trennung von Rom nur dann verstehen, wenn uns klar ist, daß er sich gegen Gottes Gerechtigkeit empörte und auflehnte, vertrat er doch die Häresie, der freie menschliche Wille sei vollkommen zerstört. Zum Beispiel lesen wir in der dritten These von Wittenberg: „Der Mensch gleicht dem morschen Baum, nur das Böse kann er wollen und tun“. In der fünften These heißt es: „Der menschliche Wille ist nicht frei, das Gute oder das Böse zu wählen, weil er der Sklave des Bösen ist.“

Die Entfesselung der Gefühle

Luther hat es gut verstanden, mit viel List und Schlauheit das Gift seiner falschen Lehre im Volk zu verbreiten. Zu diesem Zweck benutzte er die einfache und klare Sprache; außerdem war sie überladen, verzerrt und verstellt wie bei Voltaire, doch für alle verständlich. Luther war wirklich der Meister, das Volk zu verführen; seine Art zu schreiben, erhielt Hilfe durch die kurz zuvor gemachte Erfindung der meisterhaft angewandten Buchdruckerei. Seine Mittel waren kurze, bündige Botschaften und wirkungsvoll formulierte Redewendungen. Sie waren gut verständlich, leicht auswendig lern- und wiederholbar. Durch solche geschickte Propaganda entfesselte Luther den Haß gegen die göttliche Ordnung. Sein Ziel bestand darin, das Herz und das Gefühl mehr anzusprechen, als die Vernunft zu benutzen. Genauso wie Gott und die Kirche hasste Luther die Vernunft. Er nannte sie die „Hure des Teufels“. Wir sehen klar, daß Luther die Grundlagen für den im 21. Jahrhundert aufgekommenen Nihilismus im Ansatz bereits gelegt hatte; diese philosophische Haltung haßt das Gute, denn wie will die richtige Logik und Moral, das geschaffene und ungeschaffene Sein zerstören. Männer wie Nietzsche, Marx, Freud, Jung, die (19)achtundsechziger (die Frankfurter Schule und der französische Strukturalismus) haben eigentlich nichts Neues erfunden, sondern mit aller Kraft die Leidenschaften für die Popmusik, den Alkohol und die Drogen entfesselt und wieder vorgelegt. Die genannten Personen und Bewegungen beseitigten die letzten festen Mauern und Wälle, welche den Staat, die Familie und die Einzelperson noch schützten, dann aber war das Innere der Seelen leicht angreifbar. Der unheilvolle Einfluß, den die entfesselten Leidenschaften ausübten, griff die empfindsame Seite des Menschen an. (Da gilt der Grundsatz: Nichts kommt in die Vernunft hinein, was nicht früher schon in den Sinnen war / nihil est in intellectu quod prius non fuerit in sensu). Tatsächlich vermag nur Gott auf das Wesen der Seele direkten Einfluß auszuüben; der Teufel jedoch und seine Diener – unter ihnen ragt Luther besonders hervor – können nur über die äußeren und inneren Sinne den Verstand und den Willen des Menschen beeinflussen. Das Unterbewußtsein, die Ordnung der Gefühle und die religiösen Erfahrungen des modernistischen Systems haben ihre Wurzeln im Luthertum; das Luthertum erreichte den Höhepunkt im Modernismus und in der Bewegung der 68er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Der Mensch ist nicht frei

Nachdem Luther das Gottesbild verzerrt hatte, verwirrte und zerstörte er auch die normale Auffassung vom Menschen; er meinte der menschliche Wille sei überhaupt nicht mehr frei, sondern vollständig versklavt und daher nicht mehr verantwortlich für seine Taten. In seinem Werk Über den geknechteten Willen / De servo arbitrioschrieb Luther im Jahre 1525, der Mensch sei mit dem Pferd vergleichbar; zwei Reiter können da aufsteigen, das Tier aber kann nichts tun, weder den einen positiv wollen, noch den anderen daran hindern: „Wenn Gott aufsteigt, dann wird der Mensch dorthin gehen, wohin Gott gehen will. Wenn aber der Teufel aufsteigt, geht der Mensch dorthin, wohin ihn der Teufel führt. Die Richtung, wohin es geht, hängt nicht vom Menschen ab, das entscheiden die verschiedenen Reiter“. Weiterhin will Gott nicht, daß alle Menschen das Heil erreichen, sondern er bestimmt einige zur ewigen Verdammnis, obwohl sie keine Schuld haben. So versteht man, daß ein solcher Gott, wenn er in absurder Weise existieren würde, böse und hassenswert wäre. Luther hat selbst das natürliche Gottesbild zerstört. Luthers Gott ist nicht der allmächtige, fürsorgende und barmherzige Gott des Alten und des Neuen Testaments. Er hat auch nichts mit Jesus zu tun, sondern scheint der schlechte Gott zu sein. Dieser schlechte Gott gehört zu der dualistischen Auffassung der manichäischen Gnosis und bildet so das Gegenteil des christlichen Gottes.Wenn Gott die Menschen erschaffen hätte, um sie dann ewiglich in die Hölle zu verbannen, so wäre er ein scheußliches Monster, ja sogar ein Teufel. Luthers Haß auf Gott und die römische Kirche wird in der Sprache des ehemaligen Klosterbruders erkennbar: „Sie ist gewaltsam, leidenschaftlich, vulgär, phrasenhaft, demagogisch und umstürzlerisch gefärbt“. Diese Ausdrucksweise ist typisch für den Aufrührer, weil sie von Haß und Gewalt erfüllt ist. Der von der Erbsünde geschwächte Mensch vermag sie leicht anzunehmen, weil sein Hang zum Schlechten größer ist, als zum Guten, sein Haß stärker ist als die Liebe, er selbst mehr zur Gewalt als zur Ausgeglichenheit neigt. Wir erinnern hier an das Bild der beiden vom hl. Augustinus entworfenen Staaten. Auf der einen Seite ist der Gottesstaat (civitas dei).Da bewirkt die Gottesliebe, daß der Mensch über die eigene Person demütig denkt. Auf der anderen Seite steht der Teufelsstaat (civitas diaboli); da treibt die Eigenliebe den Menschen dazu an, Gott zu hassen. In der Menschheitsgeschichte prallen diese beiden Staaten dauernd aufeinander. Alle Tage bis zum Ende der Welt greifen diese beiden Philosophien einander an, bald siegt die eine Seite, bald die andere. Doch den Endsieg erringt der Gottesstaat. Luther hatte nicht im Sinn, ordentlich zu diskutieren und die Wahrheit zu suchen; er wollte nur schimpfen, lächerlich machen, zu Haß und Feindschaft anstacheln, denn der Haß auf Gott und dessen Geschöpfe erfüllte ihn und trieb ihn an. Der wichtigste Grundsatz und das Fundament des Luthertums ist der metaphysische und teuflische Haß auf Gott, Gottes Kirche und die von Gott geschaffene Kreatur. Zuerst hetzte er die Hälfte Deutschlands gegen Rom auf, dann stachelte er die deutschen Fürsten zum Krieg gegen die Bauern an.

Der Krieg gegen die Bauern

Nicht nur die Menschen, welche die Erde bebauen, sind hier mit dem Wort „Bauern“ gemeint, sondern allgemein das in Armut lebende Volk. Zuerst schmeichelte Luther diesem Volk und redete ihm nach dem Mund, dann aber revoltierte es gegen ihn, wie er selbst gegen den Papst revoltierte. Als aber das Volk damit begonnen hatte, Luther den Gehorsam zu verweigern, ging er auf die Seite der Fürsten und hetzte sie gegen das Volk auf, weil es seine Autorität und das Ansehen der Fürsten nicht hätte beanstanden dürfen, sondern ihnen gehorchen müssen. Ganz ungestüm trieb Luther die Fürsten an, die Bauern zu bekämpfen, sie sollten ihre Gegner „erdrosseln, aufhängen, verbrennen und enthaupten“. (Gegen die Räuber und Mörderbanden der Bauern, 1525). In einer Predigt aus dem Jahre 1526 behauptete Luther, „das Volk und die gemeine Masse sei unchristlich und bliebe so“, weil sie das Unrecht begangen hatten, ihm den Gehorsam zu verweigern. All das hat Luther behauptet, als er sich gegen den Papst und den Kaiser auflehnte. Seine Stütze waren die deutschen Fürsten; ohne die Adligen hätte das Luthertum keine Erfolg gehabt. Etwa hunderttausend Bauern fanden den Tod während des etwa acht Jahre dauernden mit den deutschen Fürsten geführten blutigen Krieges. In seinem Werk „Ob das schlimme Kriegsvolk ins Paradies kommen könnte“ behauptete Luther entsprechend seiner vorgefassten Anschauung (Ideologie), der Urheber solcher Massaker sei Gott gewesen. Mit dem Religionsfrieden von Augsburg im Jahre 1555 verschwand allmählich die religiöse Einheit Europas; dieses Abkommen gestand den protestantischen Fürsten das Recht zu, in ihren Ländern den eigenen Untertanen den sogenannten reformatorischen Kult aufzuerlegen. („Wer das Land beherrscht, darf die Religion bestimmen /cujus regio ejus et religio“).Der erste Weltkrieg beseitigte die letzten Spuren des Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation). Die Neue Weltordnung und das sozial verbrämte Reich des Teufels hat das christliche Reich und das Königtum Christi über die Gesellschaft abgelöst. Sicherlich ist das Luthertum ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur sogenannten Neuen Weltordnung, die ja das Vorzimmer zur Herrschaft des Antichristen ist. In der Geschichte der Kirche und der Menschheit förderte Luther mehr den Rückgang als die gute Weiterentwicklung. Durch seine schlimme nationale Einstellung hat er tatsächlich die Gründung einer nationalen Pseudokirche verursacht und sie wie im Alten Testament einem einzigen Volk zugewendet. Das Alte Testament verschwand, weil das Neue und Ewige Testament an seine Stelle getreten ist; nun ruft Jesus Menschen aus allen Nationen dazu auf, in seine auf Petrus gegründete Kirche einzutreten. Luther dagegen hat die germanischen Völker aufgefordert, gegen die universelle und katholische Einstellung Roms zu revoltieren. Mit 1500 Jahren katholischer Vergangenheit hat er radikal gebrochen und ist zur einseitigen rabbinisch-jüdischen Haltung zurückgekehrt; an dessen Stelle setzte er die pangermanisch geprägte Haltung, welche das Heil nur für Israel/ Germanien vorbehielt.

Der Haß auf die Kirche Christi

Auch den von Christus gewollten Aufbau der Kirche hat Luther zerstört. Tatsächlich setzte er an die Stelle des Priestertums das Laientum, denn er schaffte sowohl das Sakrament der Priesterweihe wie auch alle anderen Sakramente ab. Die Taufe ist die Ausnahme, doch nach seiner Meinung unterläßt sie, die Erbsünde zu tilgen, vielmehr verleiht sie der Seele des Getauften nur die äußerliche Heiligkeit. Wie die Decke den Schmutz unsichtbar macht, verbirgt das Sakrament der Taufe die Erbsünde unter sich. Zugegeben führten viele Geistliche der Renaissance kein erbauliches Leben, doch diesen traurigen Zustand der Dinge machte Luther unheilbar und trieb ihn auf die Spitze. Er benutzte die gute Gelegenheit, gescheit da herzureden, der liebe Gott habe durch die einfachen Gläubigen Seine Kirche retten wollen, weil die Geistlichen völlig unwürdig gewesen sind. An Christi Stelle setzte Luther die eigene Person; so gründete er eine andere religiöse Gemein-schaft. In der Ersatzkirche nahmen die deutschen Fürsten die Stelle von Petrus, der Apostel, der katholischen Priester und des hl. Imperiums ein. Somit ist Luthers Kirche wesentlich verschieden von der Kirche des inkarnierten Wortes. (In der Kirche gilt folgende Regelung): Der heilige Wille Christi vereint die gläubigen Katholiken mit Gott; Ihm dürfen sie ihre Gaben darbringen, von Ihm können sie ihre Gnaden empfangen. Die aufsteigende und absteigende Vermittlung zwischen Gott und Mensch bringt das Priestertum zustande, doch dies darf nur ausüben, wer das Sakrament der heiligen Weihe empfangen hat. Dagegen sprach Luther im strengen Sinne vom allgemeinen Priestertum aller Gläubigen. Sie dürfen die Existenz der Sakramente bewirken und sie spenden, ohne daß die Vermittlung des Dieners, welcher die heiligen Weihe empfangen hat, notwendig wäre. Tatsächlich aber können wir im Evangelium lesen, wie Jesus seine Apostel ausgewählt und dabei gesagt hat: „Nicht ihr habt mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt…“ (Jo 15, 16 nach Allioli).

Der deutsche Erzketzer widersprach dem Gottessohn: Während Jesus Christus sagte: …“Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen… Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was immer du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein…“ (Mt XVI, 18 f), sollte Luther festlegen, daß nicht nur Petrus, sondern die ganze Gemeinde der Gläubigen die Schlüssel des Reiches erhalten haben. Da Luther mit dieser religiösen Volksherrschaft die Einrichtung des monarchischen Primates des Papstes zu ersetzen suchte, kam er auf den Gedanken, die Macht der Fürsten allzu herrisch und despotisch zu machen. Jede Gesellschaft braucht notwendigerweise Autorität. Damit Deutschland nicht in die anarchische Unordnung gerät, verlangte Luther von den Fürsten, den Aufstand der Bauern niederzuschlagen; diese begannen damals, zu den Waffen zu greifen und gegen ihn zu protestieren, denn genauso hatte er zuvor gegen den Papst demonstriert. Die Macht der deutschen Fürsten wurde despotisch und tyrannisch, wie jede falsche Macht, die, um befolgt zu werden, auf den übermäßigen Einsatz von Gewalt zurückgreifen muss.

Martinus

Anschrift der Redaktion:

ROM-KURIER, Ass. Amis de St. François de Sales, CH—1950 SION

Konten: in der SCHWEIZ: ROM-KURIER, 1950 SITTEN, Postanweisung auf Konto C.C.P. 34-321518-5 Oder Bank:Les Amis de St François de Sales, Crédit Suisse, 1950 Sion, Suisse Nr. 715452-00 — BIC CRESCHZZ80A– IBAN: CH16 0483 5071 5452 0000 0 – Clearing: 4835

Jahresabonnement: Schweiz: CHF 30.— Ausland: CHF. 35.— / EUR 30.–

E-mail Adresse: info@amissfs.com – www.amissfs.com

Geben Sie Ihre Bestellung durch über Tel. Nr. 41-27 322.85.08 oder E-mail