Aggressiver NATO-Partner Azerbajdschan zwingt Armenien zu massiver Aufrüstung. Fast 50% mehr für Waffen....

Zu Beginn des Monats hatte Aserbaidschan beispiellose Angriffe auf armenisches Territorium gestartet und es teilweise besetzt. Armenien meldete 207 getötete oder vermisste Soldaten während der zweitägigen schweren Kämpfe sowie vier getötete und zwei vermisste Zivilisten. Am 28. September meldete Armenien drei weitere durch aserbaidschanischen Beschuss getötete Soldaten, und Aserbaidschan hat mit weiteren Angriffen gedroht, um sich diplomatische Vorteile bei den laufenden Verhandlungen über ein Friedensabkommen zu verschaffen. In Jerewan ist man sich sicher, dass der nächste Überfall durch den NATO-Partner Azerbajdschan nur eine Frage der Zeit ist.

Der armenische Militärhaushalt ist im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bereits jetzt einer der größten der Welt. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts machte der armenische Verteidigungshaushalt im Jahr 2021 4,4 Prozent seines BIP aus und war damit der neunthöchste Wert der Welt. (Aserbaidschan lag mit 5,3 Prozent an fünfter Stelle.)Nun hat Armenien angekündigt, seinen Verteidigungshaushalt zwei Jahre nach der Niederlage im Krieg gegen Aserbaidschan um fast 50 Prozent zu erhöhen, da Baku weiterhin militärischen Druck ausübt.

Das Geld hätte Armenien sicher auch für etwas anderes gut gebrauchen können. Doch der Überfall durch den NATO-Partner Azerbajdschan, der von Israel massiv aufgerüstet und von der Türkei vorbehaltslos unterstützt wird, zwingt Armenien das Geld unter anderem für das indische Pinaka Langstreckenraketen-Artillerie-System auszugeben.....Armenien ist der erste ausländische Käufer dieses hochgelobten Sytems, dass dem christlichen demokratischen Land, das vom Westen allein gelassen wird, das Überleben sichern könnte.

Der Militärhaushalt für 2023 wird 501 Milliarden Dram (über 1,2 Milliarden Dollar) betragen, wie aus einem Haushaltsentwurf hervorgeht, den die Regierung auf einer Kabinettssitzung am 29. September vorlegte. Das wäre ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Haushalt 2022 in Dram und ein noch größerer Anstieg in Dollar, da die armenische Währung in den letzten Monaten stark aufgewertet hat.


Armeniens militärische Beschaffungssituation hat sich seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine zu Beginn dieses Jahres weiter verschärft. Dies hat offenbar zu einer Unterbrechung der Waffenlieferungen aus Moskau geführt, das bisher praktisch das Monopol für Waffenlieferungen an Armenien innehatte.

Auf der Kabinettssitzung spielte Premierminister Nikol Pashinyan auf eine Unterbrechung der Waffenlieferungen von "Verbündeten" an, die er Aserbaidschan anlastete.

martin fischer
Armenia is first foreign buyer of Indian Pinaka long-range rocket-artillery system
eurasianet.org/armenia-promises-big-boost-in-military-spending
charlemagne
Armenien hat angekündigt, dass es die von Russland geführte kollektive Verteidigungsorganisation OVKS im Jahr 2023 verlassen wird, wenn seine OVKS-Verbündeten (insbesondere Russland) ihnen nicht gegen Aserbaidschan zur Hilfe kommen (was ja eigentlich der Sinn dieses Bündnisses ist).
martin fischer
verständlich. Die Organisation besteht offensichtlich nur auf dem Papier
michael7
Wahnsinn! Und das Gas aus Aserbaidschan wird uns jetzt als "moralische" Lösung verkauft! 🤪 😡
Amperdeus
Moral ist die Tendenz, das Bad mit dem Kinde auszuschütten. Karl Kraus
martin fischer
@Amperdeus Der einzige Alliierte Armeniens ist (eigentlich war) Russland. Die NATO und Israel stehen auf der Seite Azerbajdschans.....Armenien nähert sich jetzt Iran an, weil wir es allein lassen....
Amperdeus
Bereits heute, nicht erst nach dem Sieg über Russland, sollten sich die Alliierten dringend um Unterstützung für Armenien kümmern.