Carlus
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ZUM MOTU PROPRIO SUMMORUM PONTIFICUM

+++ZUM MOTU PROPRIO SUMMORUM PONTIFICUM+++
Es ist der Wunsch Seiner Exzellenz Monsignore Mario Oliveri
"Angesichts des Klimas der Ungewissheit und der Verwirrung, das die Gegenwart erschüttert, möchte ich allen meine zweite Rede anlässlich der "Drei Tage des Klerus" vom 18. bis 20. September 2007 vorlegen, um heute wie damals mit neuer Überzeugung im Rahmen der allgemeinen Überlegungen über die Unveränderlichkeit der Liturgie die Bedeutung des Motu Proprio "Summorum Pontificum" von Papst Benedikt XVI. zu bekräftigen.
Albenga, 7. Juni 2021
+Mario Oliveri, emeritierter Bischof von
Albenga - Imperia
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II. Die Rede des Bischofs, Teil I:
Vorstellung des Motu Proprio "Summorum Pontificum".
Unsere Überlegungen von heute morgen über die Unveränderlichkeit der Liturgie machen es leicht und einfach, die Bedeutung und den Wert des Motu Proprio Summorum Pontificum zu verstehen, das sich auf die Feier der Heiligen Messe in der ordentlichen Form gemäß der von Papst Paul VI. verkündeten Reform des Messbuchs und in der außerordentlichen Form gemäß dem Messbuch von Johannes XXIII. aus dem Jahr 1962 bezieht, das einfache Änderungen am Messbuch des heiligen Pius V. vornahm, oder besser gesagt, das die Änderungen einführte, die unter dem Pontifikat von Pius XII. stattfanden. Die Bedeutung und der Wert - meiner Meinung nach von grundlegender Wichtigkeit - des Motu Proprio von Benedikt XVI. besteht darin, daß er implizit und wenn auch nicht expressis verbis daran erinnert hat, daß die Liturgiereform, die von der Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium gewünscht und gefordert und dann unter dem Pontifikat von Papst Paul VI. durchgeführt wurde, weder das Wesen noch die Substanz der göttlichen Liturgie verändert hat, daß sie das, was zum Wesen des göttlichen Opfers der Heiligen Messe gehört, nicht berührt hat - weder wollte noch konnte -: Die Heilige Messe ist in dem, was sie durch göttliche Einsetzung ist, unangetastet geblieben, ihr Opfercharakter ist unangetastet geblieben (des wahren Opfers, der wahren sakramentalen Vergegenwärtigung des Opfers von Golgatha, wie es von Christus selbst beim letzten Abendmahl vorweggenommen wurde), des heiligen Abendmahls, das Christus mit seinen Jüngern opferte, mit denen, die er zu seinen Aposteln erwählt hatte, mit denen, die er nach seinem Willen berufen hatte, das Geheimnis Christi, des Erlösers, in Zeit und Raum, donec veniat, bis zur Vollendung des Reiches Gottes darzustellen.
Unversehrt und völlig unentbehrlich für die sakramentale Verwirklichung des Opfers Christi ist daher der vom Herrn Jesus gewollte Dienst geblieben, der Dienst des Heiligen Priestertums, eine Teilhabe an seinem Priestertum, durch die allein das Geheimnis Christi vergegenwärtigt, der Neue und Ewige Bund aufgerichtet, das Volk des Neuen und Ewigen Bundes errichtet und der Gott wohlgefällige geistliche Gottesdienst verwirklicht werden kann.
Die Liturgiereform hat die Notwendigkeit beibehalten, daß alle liturgischen Riten und Zeichen den wahren Inhalt und das Wesen jeder echten liturgischen Handlung zum Ausdruck bringen, das heißt, daß die Liturgie und in herausragender und höchster Weise die heilige Messe das Handeln Christi ist, ein Handeln, das durch das priesterliche Amt geschieht, ein Handeln, das ganz auf Gott ausgerichtet ist, Es ist ein Handeln, das sich ganz an Gott, an die Heiligste Dreifaltigkeit, richtet, ein Handeln, das all jene ergreift, die, durch die Gnade der Erlösung wiedergeboren, fähig werden, in Christus eine dem Vater wohlgefällige Opfergabe zu werden, ja sie werden sogar zum Gegenstand der Zufriedenheit des Vaters (der seine ganze Zufriedenheit in den Sohn legt, eine Zufriedenheit, die sich über all jene ergießt, die zum Sohn gehören, die zu Christus gehören). Wer könnte vernünftigerweise bestreiten, dass all diese Merkmale in der Feier der Göttlichen Liturgie vor der Liturgiereform offensichtlich waren? Sind sie mit der Liturgiereform weniger deutlich geworden? Wenn dies leider hier und da geschehen ist, so liegt das gewiss nicht am Willen des Konzils und an der Autorität des Stuhls Petri, der die Liturgiereform gebilligt hat, sondern an der Interpretation und der konkreten Anwendung der durch die Liturgiereform entstandenen Abweichungen, die hier und da von nicht wenigen vorgenommen wurden, nicht nach dem Buchstaben und auch nicht nach dem Geist der Konzilskonstitution umgesetzt wurden, sondern unter dem Einfluß und dem Impuls einer unvollständigen und manchmal sogar falschen liturgischen Vision (fast so, als ob die Vorstellung von dem, was die Liturgie ist, von dem, was die Heilige Messe ist, wirklich verändert worden wäre). War es nicht notwendig, dass Papst Johannes Paul II. mit der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (2003) nachdrücklich an den Opfercharakter der Heiligen Messe, an die Wahrheit der bewundernswerten Transsubstantiation und damit an die Wahrheit der wahren, realen und substanziellen Gegenwart des wahren Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie, also des lebendigen und wahren Jesus Christus, also seines wahren Opfers, also des wahren Brotes des ewigen Lebens erinnert?
Aus welchem Grund wäre es nach der wahren Liturgiereform zum Beispiel notwendig geworden, auch den spezifisch eucharistischen Teil der Heiligen Messe, also den konsekrierten Teil, zu feiern?

Quelle
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