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Wann fällt das Denkmal von Albert Pike in Washington D.C.

Copertino
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Es gibt in den USA aktuell den ganz speziellen und äusserst heiklen Fall einer altehrwürdigen Statue im öffentlichen Raum. Der reife Mann mit schulterlangem Haarschopf und mächtigem Bart heisst …More
Es gibt in den USA aktuell den ganz speziellen und äusserst heiklen Fall einer altehrwürdigen Statue im öffentlichen Raum. Der reife Mann mit schulterlangem Haarschopf und mächtigem Bart heisst Albert Pike, im amerikanischen Bürgerkrieg war er ein General der Konföderierten Armee. Was geradezu nach einer Erklärung schreit: dieses Denkmal steht nicht weitab in einer Provinzstadt tief im Süden der USA, sondern prominent im Herzen von Washington D.C.. Was um alles in der Welt verschaffte einem dazu noch ziemlich erfolglosen Konföderiertengeneral die zweifelhafte Ehre einer solchen Präsenz in der Bundeshauptstadt?

Albert Pike (29. Dezember 1809 - 2. April 1891) war nicht nur ein hochrangiger Offizier der Südtaaten in einem indianischen Territorium, er war auch Lehrer, Forscher, Gerichtsreporter, Autor eines juristischen Leitfadens, Dichter und Redner. Vor allem war er ein höchst prominenter Freimaurer, dazu noch Mitglied des "altehrwürdigen angenommenen schottischen Ritus", also der amerikanischen Hochgradmaurerei. So waren es nach seinem Tod die "ehrenwerten Brüder", welche ihm in der Hauptstadt dieses Denkmal setzten.

Es ist bekannt, dass die meisten amerikanischen Gründerväter und Präsidenten Freimaurer waren, allen voran George Washington. Doch Albert Pike gilt in Amerika als der eigentliche Papst der Freimaurerei, und das bis heute. Das macht die Sache mit seinem Denkmal so unendlich heikel. Dabei hatte bereits John Quincy Adams als sechster US-Präsident vor den Amalgam der Brüderbünde gewarnt: "Gewissenhaft und aufrichtig glaube ich, dass der Freimaurerorden, wenn nicht das grösste, doch eines der grössten moralischen und politischen Übel ist, das die gesamte Union belastet." ( John Quincy Adams, "Briefe über Freimaurerei ”, 1833)

Albert Pike wurde 1859 zum Grosskommandeur der südlichen Gerichtsbarkeit des schottischen Ritus gewählt und blieb es für den Rest seines Lebens. Dabei widmete er einen Grossteil seiner Zeit der Entwicklung von Ritualen zur Verwendung in der maurerischen Tempelarbeit. Insbesondere veröffentlichte Pike ein Buch mit dem Titel "Moral und Dogma des alten und anerkannten schottischen Ritus der Freimaurerei". Mit einer gewissen Verwunderung stellt man es fest, gilt es doch geradezu als Dogma, dass die geschürzten Brüder als Pioniere der Aufklärung gegen Dogmen ankämpften. In Tat und Wahrheit war Albert Pike für die Hochgradmaurerei etwa das, was William Shakespeare für das Drama oder Papst Pius V. für die Neuordnung des katholischen Messritus nach dem Konzil von Trient war, der Begründer einer Epoche.

Berühmter Esoteriker und Okkultist

Pike war auch leidenschaftlicher Büchersammler und Okkultist, vertraut mit den Abgründen allerart esoterischer und luziferischer Geheimlehren. Er schrieb seltsame Abhandlungen über indoarische Gottheiten und deren Verehrungsformen. Bemerkenswert daher, dass Albert Pike in einem angeblich aufgeklärten Amerika immer noch als eine derart bedeutende und prägende Gestalt wahrgenommen wird. Das mag vielleicht auch etwas über den Geisteszustand seiner Eliten verraten.

Als Pike starb, wurde er etwa eine Meile nördlich des Weissen Hauses in der Krypta des Freimaurertempel von Washington D.C. beigesetzt. Pike war der bisher Einzige, dem eine solch hohe Ehre zuteil wurde. Dieser Tempel trägt den offiziellen Namen "Home of The Supreme Council, 33°, Ancient & Accepted Scottish Rite of Freemasonry, Southern Jurisdiction, Washington D.C., U.S.A.". Der Bau enthält auch ein Museum, das dem Andenken Albert Pikes gewidmet ist.

Die vernebelte Beziehung Albert Pikes zum Ku-Klux-Klan

Eine ganz bestimmte Verbindung sucht die amerikanische Freimaurerei mit allen Mitteln aus der öffentlichen Erinnerung zu tilgen: Es ist der Zusammenhang mit der Gründung des Ku-Klux-Klan. 1905 veröffentlichte die Neale Publishing Company, New York und Washington, dazu die Schrift "Ku Klux Klan: Ursprung, Wachstum und Auflösung", geschrieben und herausgegeben von Walter L. Fleming, unter Einbeziehung früher veröffentlichten Materials. Fleming erklärte darin: "General Albert Pike, der im Freimaurerorden hoch stand, war der oberste Justizbeamte des Klans." Auf einer Seite mit Abbildungen wichtiger Gründer des KKK platziert Dr. Fleming das Porträt von General Pike in der Mitte, macht es gar noch grösser als die sechs anderen auf der Seite und wiederholt diese Information als Überschrift: "General Albert Pike, Chief Judicial Officer".

Fleming fügte seinem Buch als Anhang eine Art KKK-Verfassung bei, die kurz davor entdeckt worden war. Dieses Dokument enthält die Bestimmungen der "Justiz-Abteilung" des Klans, über die Albert Pike herrschte. Dies war die interne Disziplinar- oder Spionageabteilung und entsprach übrigens auch dem Einfluss von Pike und dem Klan auf das reguläre Gerichtssystem in den Südstaaten nach dem amerikanischen Bürgerkrieg.

Als Chef aller südlichen Geheimbünde und gleichzeitig Präsident der Tennessee Bar Association war Pike der grosse Stratege des Klans mit dem Namen "Gerechtigkeit". Wichtig zu betonen, dass Walter Flemings Buch nicht etwa eine Verleumdung oder eine Auftragsarbeit gegen Albert Pike war. Obwohl das Buch zum ersten Mal viele wichtige Daten enthüllte, setzte es den KKK und Albert Pike in ein möglichst günstiges Licht. Das Buch war damals ein Renner unter eingefleischten Konföderierten und angelsächsischen "Rassenpatrioten".

Deshalb ist es jetzt vielleicht wirklich an der Zeit, die bisher quasi unter inoffiziellem Regierungsschutz stehende Statue dieses Südstaatengenerals mitten in der US-Hauptstadt endgültig von ihrem hohen Sockel zu stossen.

Quelle: www.freemasonrywatch.org/albertpikeandkkk.html

Zu unguter Letzt: Mit der Person von Albert Pike verbindet sich auch die Story über einen angeblichen Brief, den er seinem italienischen Logenbruder Mazzini geschrieben haben soll, mit exakten Voraussagen zu drei kommenden Weltkriegen. Was es damit auf sich hat oder eben nicht auf sich hat, das wird unter dem folgenden Link aufgedröselt:

www.konjunktion.info/…/verschwoerungst…

www.youtube.com/watch
Sunamis 49
warum schmeissen sie nicht gleich die freiheitsstatue um?
Copertino
@Sunamis 49 Ich bin grundsätzlich gegen die Vandalisierung historischer Denkmäler, auch wo solche emotionale Ausbrüche nachvollziehbar erscheinen, wie etwa Angriffe auf Denkmäler für marxistische Grössen nach der Wende in Deutschland und in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Wichtiger erscheint mir die Reflexion und Thematisierung in einer betroffenen Gesellschaft, um dann zu entscheiden, …More
@Sunamis 49 Ich bin grundsätzlich gegen die Vandalisierung historischer Denkmäler, auch wo solche emotionale Ausbrüche nachvollziehbar erscheinen, wie etwa Angriffe auf Denkmäler für marxistische Grössen nach der Wende in Deutschland und in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Wichtiger erscheint mir die Reflexion und Thematisierung in einer betroffenen Gesellschaft, um dann zu entscheiden, was man damit tun soll. Der inzwischen verstorbene Pfarrer Adolf Fugel hatte ein Buch über einen Priester veröffentlicht, der sich zur Erhaltung des KZ Dachau sehr eingesetzt hatte als Gedenkstätte, vor allem auch wegen des Priesterblocks. In der Tat hatte man es nach dem Kriegsende entfernen und die traumatische Erinnerung daran vergessen wollen. Ein gesundes Geschichtsbewusstsein zeigt sich auch in der Einsicht, dass was geschehen ist nicht ungeschehen gemacht werden kann. Aber was davon bleibt kann und muss in einen neuen Kontext gestellt werden, um die traumatischen Erfahrungen als Teil der Heilsgeschichte neu erzählen zu können. Nur so ist auch Versöhnung möglich.
michael7
Es ist natürlich schon etwas anderes, eine KZ-Gedenkstätte zum Gedenken an die Opfer zu schaffen, als Ku-Klux-Klanmitgliedern Statuen zum "ehrenden Gedenken" zu errichten...
michael7
Wir alle müssen die Unmenschlichkeiten und die Gottlosigkeit der Vergangenheit und der Gegenwart bekämpfen, damit diese Abscheulichkeiten nicht auch die Zukunft beherrschen!
Sunamis 49
mein kommentar war ironisch gemeint
weil ich bewegungen solcher art nicht leiden kann
da niemand gegen abtreibung auf schreit-
sondern nur bei sowas und die abtreibungsgegner noch beschimpfen
Aquila
Möge die Siegerin in allen Schlachten Gottes der verfluchten Freimaurerei bald ein Ende bereiten!
michael7
"Eine ganz bestimmte Verbindung sucht die amerikanische Freimaurerei mit allen Mitteln aus der öffentlichen Erinnerung zu tilgen: Es ist der Zusammenhang mit der Gründung des Ku-Klux-Klan... 'General Albert Pike, der im Freimaurerorden hoch stand, war der oberste Justizbeamte des Klans.'"
🤪 😡