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Über das richtige Beten - Wie ist es, "ohne Unterlaß" zu beten?

Freut euch zu jeder Zeit!
Betet ohne Unterlass!
Dankt für alles;
denn das will Gott von euch,
die ihr Christus Jesus gehört.

(1 Thess 5, 16-18)

Es gibt Gebete oder Gebetseinheiten, die vom Umfang her bis zu einer Stunde oder länger dauern können. Dann solche mit 5-7 Minuten. Schließlich auch die Stoßgebete. Nach Empfehlung geistlicher Lehrer sollten Menschen, die in der Welt leben, zwar jeweils etwas kürzer, dafür aber etwas häufiger beten. Keinesfalls länger, als dies für sie angesichts ihres Familienstandes, Berufes und ihrer geistig-religiösen Entwicklung gut und angebracht ist.

Die Kirche kennt die negative Erfahrung mit Menschen, die erst kürzlich zum Glauben fanden und diesen dann sehr ernst nehmen. Da sie ihn nicht mit der Muttermilch aufnahmen, tendieren sie zu Übertreibungen und meinen, immer mehr beten zu müssen. Hören sie auf, plagt sie schlechtes Gewissen, als würden sie fast etwas Unsittliches tun.

Dann tritt bei solchen gern auch die Phase der „Sättigung" und darauf auch schnell die der „Übersättigung" beim Beten ein. Dabei entsteht – offenbar entsprechend der menschlichen Natur – das Gefühl eines gewissen Ekels vor dem Gebet. Man kann nicht mehr richtig beten, es ruft großes Unbehagen hervor. Ein analoges Phänomen kennen wir vom Über-Essen. So führt unkluge Übertreibung oft zum rapiden Abfallen des Interesses für das Gebet. Eine typische Gefahr der Neubekehrten, die man in der Kirchengeschichte bestens kennt. Konkret legt man sich in einem gewissen Übereifer z.B. die Verpflichtung auf, jeden Tag alle drei Rosenkränze zu beten, oder früher aufzustehen, um vor der Arbeit eine Stunde lang zu beten. Das hält man eine Weile durch, bricht dann aber kräftemäßig ein und empfindet beim Gedanken an das Gebet eher Unwillen als Freude. Wir müssen uns unserer Schwächen und Unzulänglichkeiten bewusst sein und klug auch unsere seelisch-geistigen Ressourcen handhaben. Deshalb der Rat, lieber jeweils nicht zu lang, dafür aber etwas öfter zu beten.

So empfehlen geistliche Lehrer auch, beim Beten so viel Maß zu halten, dass man am Ende der Gebetseinheit noch Verlangen und geistigen Hunger nach weiterem Beten empfindet. So entgeht man der Gefahr der „Übersättigung" und erhält die so wichtige Freude an Gott und dem Gebet als der persönlichen Zuwendung an Ihn! Es verlangt ja jedes aufrichtig und andächtig verrichtete Gebet von uns einiges an Kraft und Konzentration. Jeder von uns verfügt über ein verschiedenes Maß an seelischen wie physischen Kräften und befindet sich auf einem jeweils anderen Stadium seiner Gottesbeziehung und der geistigen Reife im Glauben. Durch Besonnenheit und kluges Herangehen sollen wir unser eigenes Maß herausfinden.

Ein Seelsorger formulierte einmal eine Art Regel, die man richtig verstehen muss: „Wer nur dann betet, wenn er betet, der betet eigentlich überhaupt nicht." Gemeint ist, dass jener, der seine Seele nur in der Kirche zu Gott erhebt oder zu Hause vor dem Herrgottswinkel sich bekreuzigt und mit seinem Gebet beginnt, eigentlich nicht ganz richtig betet. Denn das Gebet soll zu einer Art geistiger Grundhaltung eines Jüngers Jesu werden: Dass man nicht nur zu den offiziellen Gebetszeiten betet, die man für sich wählt, sondern sich immer an Ihn wendet und Ihn preist. Die Seele soll bei jeder Tätigkeit geistig mit ihrem Schöpfer und Erlöser verbunden sein – ob bei Sorgen oder tiefster Zufriedenheit, ob beim Kreuztragen oder Glücksgefühlen, zu vergleichen mit zwei Verliebten. Gelingt das, bedanke man sich für die erhaltenen Fähigkeiten und Talente - gedanklich oder mit einem kurzen aufrichtigen Wort - beim göttlichen Geber aller guten Gaben!

Misslingt uns aber etwas, erleiden wir eine Niederlage oder müssen sogar Unrecht ertragen, so soll kein unanständiges Wort des Ärgers und Frustes über unsere Lippen kommen. Nehmen wir dies zum Anlass, kurz, wenn auch nur gedanklich, sowohl um Seinen Beistand und Hilfe in der betreffenden Not, als auch um ein höheres Maß an Demut zu bitten! Geht es uns aber gut und beschäftigt uns keine große Sorge, drücken wir Ihm unsere Dankbarkeit aus!

Wir sollen daran arbeiten und unsere Gottesbeziehung so anwachsen lassen, dass die geistige Realität Gottes wie Sauerstoff eingeatmet wird! Das bedeutet nicht, dass wir in jedem Satz die Worte „Gott", „Jesus" und „Maria" verwenden müssen. Nein, lernen wir auch hier richtig Maß zu halten.

Vermeiden wir sogar bewusst und absichtlich, etwa zu viel oder gekünstelt über Gott und die Religion zu sprechen! Begehen wir ebensowenig den Fehler, von weltlichen Dingen und Idealen so sehr in Beschlag genommen zu werden, dass wir etwa aus einer gesunden Gottesbeziehung herausgerissen werden.

Gott entfacht in unserer Seele das gnadenhafte Feuer des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Unsere gesamte Gebetshaltung soll dazu dienen, dieses uns zutiefst beseligende Feuer am Brennen zu erhalten. Denn würden wir überhaupt nicht beten, würde dieses Feuer früher oder später erlöschen. Zunächst muss also eine gesunde Konstanz dieses Feuers in unserer Seele bewirkt werden! Dies bewirken wir durch eine gesunde Regelmäßigkeit unserer Gebete, die an unsere eigene „Kondition" angepasst sein sollte.

Haben wir diese gesunde Beständigkeit erreicht und eine Zeitlang gehalten, können und sollen wir uns im nächsten Schritt überlegen, ob und wie wir dieses „Feuer" auf vernünftige Weise verstärken könnten. Wegen unserer Unvorsichtigkeit und des falschen Eifers (der nicht selten von menschlichem Stolz herrührt!) könnten wir uns leicht und schnell verbrennen und bleibende Schäden für unseren Glauben und die Gottesbeziehung erleiden. Das Gebet ist ein kostbarer Schatz, den man gut pflegen und klug verwalten muss. Sein Gebrauch soll vernünftig erfolgen, damit keinesfalls das Gnadenfeuer Christi in unserem Herzen abnähme, schlimmstenfalls sogar erlösche, und zur Überreizung unserer menschlichen Kräfte und einem geistigen Desaster führen würde.

Nein, das weise Maßhalten und kluge Anwachsen der Gebetszuwendung an unseren Schöpfer und Erlöser soll bitte nur zur beseligenden Zunahme der Freude im Glauben und in der Liebe Gottes in unserem Herzen führen!
P. Eugen Rissling

www.arbeitskreis-katholischer-glaube.com (Heft 145)
Seid ihr heute um 23 Uhr dabei, kann ich mit euch im Namen von Jesus Christus rechnen? Euer Gethsemane-Bruder Johannes - mit euch im Herzen Jesu im Garten Gethsemane. Gesegnete Nacht an die Nachtschicht-Arbeiter.
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Gethsemane-Stunde
(von Donnerstag auf Freitag) >
kath-zdw.ch/forum/index.php
Aufruf der Heiligen Maria an die streitbare Armee - Maria von Alto de Guarne Antioquia:
"Kleidet euch mit dem Banner des Blutes Meines Sohns,
betet Seinen Rosenkranz und haltet Seine Gethsemane-Stunde
und die Kräfte des Bösen werden besiegt werden."

LG von Gethsemane-Bruder Johannes - Gott schütze dich.