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Dir Kirche wird unfehlbar siegen. Aber nur durch Leiden.

Das sagte Papst Leo XIII. in seiner Weihnachtsansprache im Jahre 1888.
So wie unser Erlöser Leiden auf sich nahm, so müssen auch die Priester und Gläubigen den Weg der Tugend gehen, die einen ständigen Kampf gegen die Neigungen der Natur bedeuten.

"...Der Klerus soll das Vorbild der Christen sein

Diese Gelegenheit mahnt Uns, dass wir Uns in Gedanken und Worten an Euch wenden, denen Gott die himmlische Gewalt verliehen und Uns als Gehilfen in der Ausspendung seiner Geheimnisse zugesellt hat. Wenn wir fragen, wie der Einzelne und der Staat zu retten ist, so trägt zweifellos der sittliche Lebenswandel des Klerus zur Lösung der doppelten Frage außerordentlich viel bei.

1. Der Priester ist das Licht für die anderen, sein Leben sei daher rein

Die Priester sollen demnach eingedenk sein, dass Jesus Christus sie "das Licht der Welt" genannt, dass "des Priesters Seele wie ein Licht den ganzen Erdkreis erleuchten soll" (Joh. Chrysost., Vom Priestertum III. 1).

Der Priester muss sein ein Licht in der Wissenschaft und zwar kein gewöhnliches, denn seine Aufgabe ist es, die anderen in der Weisheit zu unterrichten, die Irrtümer zu beheben und dem Volke ein Führer zu sein auf den gefahrvollen und schlüpfrigen Wegen des Lebens.

Die Belehrung muss aber begleitet sein von einem tadellosen Leben, denn bei der Bekehrung der Menschen wirkt weit mehr das Beispiel als das Wort. "So leuchte euer Licht vor den Menschen, auf dass sie eure guten Werke sehen" (Mt 5,16).

Der Sinn dieses göttlichen Wortes ist selbstverständlich nur der, die Priester müssen eine hohe Vollkommenheit und eine so erhabene Tugend besitzen, dass sie alle zum Spiegel dienen können. "Nichts treibt mehr zur Frömmigkeit und Gottesverehrung an, als das gute Beispiel derer, die sich dem Dienste Gottes geweiht haben.

Denn da man sieht, wie sie hoch über dem Weltleben stehen, so blicken alle anderen auf sie wie in einen Spiegel und richten sie sich nach ihnen" (Konzil von Trient 22. Sitz. 1 Kap. Von der Kirchenreform). Mithin, wenn alle anderen sich hüten müssen, dass sie nicht den Lastern verfallen und kein übermäßiges Verlangen nach irdischen Dingen tragen, so ist es klar, wie viel gewissenhafter und standhafter hierin der Priester sein muss.

2. Sein Leben ist ein Leben der Abtötung

Es ist aber nicht genug, dass er kein Sklave der bösen Begierden sei. Die heilige Würde verlangt, dass er sich strengstens an Selbstverleugnung gewöhne und alle seine Seelenkräfte, namentlich Verstand und Willen, die das höchste sind, was der Mensch besitzt, zum Gehorsam gegen Christus zwinge. "Wenn du alles verlassen willst, bedenke wohl, dass du auf dich selbst zu dem zählen musst, was du verlassen sollst, ja zu allermeist und an erster Stelle verleugne dich selbst" (hl. Bernhard, Reclam. c. 1).

Erst wenn der eigene Geist frei ist von jeder Leidenschaft, kann man freudig und mutig daran gehen, andere zu retten. Ohne das trägt man ja nicht einmal die rechte Sorge um sein eigenes Heil. "Eines soll der Lohn sein, den sie bei den Untergebenen suchen, eins ihr Schmuck, eins ihre Wonne: wie sie ein vollkommenes Volk erziehen können. Dies sollen die Priester allein erstreben in vieler Zerknirschung des Herzens und der Abtönung des Leibes, In Arbeit und Mühen, in Hunger und Durst, in Kälte und Blöße" (hl. Bernhard, De consid. IV. c. 2).

Das betrachtende Gebet ist ihm notwendig

Die fleißige Betrachtung der himmlischen Dinge ist es, die ein solches Tugendstreben stets von neuem entflammt und in wunderbarer Weise dazu befähigt, um des Nächsten willen selbst das Härteste zu ertragen. Je mehr Wert der Priester darauf legen, desto klarer werden sie die Erhabenheit und Heiligkeit ihres priesterlichen Amtes erkennen. Sie werden das Elend ermessen können, dass so viele von Jesus Christus erlöste Seelen dennoch ins ewige Verderben stürzen und in der Betrachtung Gottes werden sie sich immer mehr in der Liebe zu Gott und zum Nächsten entflammen.

4. Mutlosigkeit ist vom Übel

Dies ist der sicherste Weg zu Rettung vieler. Doch muss der Priester sich auch wohl hüten, dass er nicht vor der Größe der Schwierigkeiten zurückschreckt und an der Heilung der Übel verzweifelt, wenn sie auch noch so lange andauern.

a) Gott straft jede Ungerechtigkeit

Die heiligste und unwandelbare Gerechtigkeit Gottes hält für die Guten den Lohn, für die Sünder aber die Strafe bereit. Die Völker und Nationen aber müssen auf Erden schon die Vergeltung erhalten, denn über dieses irdische Leben hinaus können sie nicht existieren. Freilich ist es nichts Neues, dass auch ein gottloser Staat auf Erden Glück gehabt hat. Doch geschah dieses nach Gottes gerechtem Ratschlüsse, der die guten Werke - und ein Volk, das nicht etwas Löbliches vollbracht hätte, gibt es nicht - zuweilen auf diese Weise belohnt.

So ist es, wie Augustinus meint, mit dem Römischen Volke geschehen. Dennoch gilt das Gesetz, dass zum öffentlichem Staatswohle sehr viel das Tugendleben beiträgt, besonders jene Tugend, die Gerechtigkeit heißt und die Mutter aller anderen Tugenden ist. "Die Gerechtigkeit erhöhet ein Volk, aber die Sünde macht elend die Völker" (Spr 14,34). Wir brauchen hier nicht die gottlosen Taten zu betrachten, die über die Tugend triumphierten, auch nicht zu untersuchen, ob jene Staaten, trotz ihres wünschenswertesten blühenden Standes, nicht dennoch in ihrem Innern den Keim von vielem Elend in sich bergen. Nur auf eins wollen wir aufmerksam machen, wofür die Geschichte eine Fülle von Beispielen bietet, dass alles Böse einmal gebüßt werden muss und die Strafe wird um so härter sein, je länger die Bosheit angedauert hat.

b) Die Kirche wird unfehlbar siegen

Uns spendet reichen Trost das Wort des Apostels Paulus: "Denn alles ist euer; ihr aber seid Christi, Christus aber Gottes" (1 Kor 3,22,23). Nach Gottes geheimnisvollen Plane nämlich wird der Lauf der Welt in der Weise geordnet, dass alles, was dem Menschen zustößt, zu Gottes Ehre gereichen muss und denen zum Heile sein soll, die wahrhaft von Herzen in der Nachfolge Christi wandeln. Die Mutter und Ernährerin, die Führerin und Hüterin aller dieser ist aber die Kirche, wie sie mit Christus, ihrem Bräutigam, durch die innigste und unwandelbare Liebe verbunden ist, so nimmt sie auch teil an seinem Kampfe und Siege.

Für die Kirche fürchten Wir nicht und können es nicht, aber sehr wohl bangen Wir um das Heil derer, die in so großer Anzahl die Kirche stolz verachten und von vielfachem Irrtum umstrickt, ins Verderben gezogen werden. Wir fürchten für jene Staaten, von denen Wir sehen, dass sie Gott verlassen und in eitler Sicherheit sich wiegen, wo doch alles in Gefahr ist.

Nichts ist der Kirche vergleichbar … . Wie viele haben die Kirche bekämpft und sind dabei zu Grunde gegangen! Die Kirche aber erhebt sich über die Himmel. So groß ist die Kirche: sie siegt, wenn sie bekämpft wird, sie überwindet, wenn sie hinterlistig angegriffen wird … sie streitet, aber sie fällt nicht, sie ringt mit dem Feinde, wird aber nicht niedergerungen" (hl. Joh. Chrysostomus, Rede nach der Gefangenschaft des Eutropius K. 1).

Ja sie wird nicht nur besiegt, sondern ihre Kraft, die sie stets von neuem aus Gott selbst schöpft und welche die Natur heilt und das ewige Heil spendet, bleibt unversehrt und für alle Zeiten unvergänglich. Wenn diese Kraft eine infolge ihrer Laster zerfallende und im Aberglauben versunkene Welt so wunderbar errettete, soll sie dann nicht eine verirrte Welt wieder zurückführen können?

Es schweige doch einmal jedes Misstrauen und jede Eifersucht. Mögen doch endlich einmal die Hindernisse, die man der Kirche in den Weg legt, beseitigt werden und sie wieder überall zu ihrem Rechte kommen: die Kirche, deren Aufgabe es ist, die Segnungen, die uns Christus gebracht, zu schützen und zu verbreiten. Dann wird man, von der Erfahrung belehrt, einsehen, was es ist um das Licht des Evangeliums und was die Macht Christi, unseres Erlösers, vermag.

IV. Gebet des heiligen Vaters

Dieses Jahr, das zur Neige geht, hat, wie Wir schon anfangs bemerkt, nicht wenige Anzeichen eines neuen Glaubenslebens gebracht. Wenn doch dieser Funke zu einer großen Flamme sich entfachte, welche die Laster mit der Wurzel verzehren und den Weg bahnen würde zu einer sittlichen Erneuerung und zur Erstrebung des Heiles.

Wir aber, die Wir unter so widrigen Stürmen das Steuer des mystischen Schiffleins, der Kirche, führen, halten Geist und Herz auf den himmlischen Steuermann gerichtet, der unsichtbarer Weise am Steuer des Kahnes ist. Du siehst, o Herr, wie die Stürme von allen Seiten tosen, wie das Meer tobt, wie die Wogen sich erheben. Gebiete, wir bitten dich, den Stürmen und der Meere, du allein kannst es! Gib dem Menschengeschlecht wieder den wahren Frieden, den die Welt nicht geben kann und die friedliche Ordnung. Durch deine Gnade und auf deine Anregung hin mögen die Menschen sich wieder in die gesetzliche Ordnung fügen, damit doch wiederkehren Frömmigkeit gegen Gott, Gerechtigkeit und Liebe gegen den Nächsten, Selbstzügelung und vernünftige Bezähmung der Leidenschaften. Zu uns komme dein Reich!

Es mögen doch alle, die fern von dir die Wahrheit und das Heil vergeblich suchen, erkennen, dass auch sie dir dienen und untertan sein müssen. In deinen Gesetzen wohnt Gerechtigkeit und väterliche Milde. Um sie zu befolgen, verleihest du gerne deine Gnade und reichliche Kraft. Das Leben des Menschen auf Erden ist ein Kriegsdienst, aber "du selbst schaust unserem Kampfe zu und hilfst uns, dass wir siegen, du richtest uns auf, wenn wir ermatten, du krönst alle, die den Sieg errungen" (vgl. Augustinus zu Ps. 32)."

Auszug copiert von Kathpedia. Hinzufügung von Fettdruck.
Bibiana
Die Kirche ist Sein!

Sagte Jesus doch zu Petrus, auf diesem Felsen will ich MEINE Kirche bauen.