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Zwei einander widersprechenden Herren dürfen wir nicht dienen (Rom-Kurier)

Rom-Kurier
September - Oktober 2020 Nr. 242

Zwei einander widersprechenden Herren dürfen wir nicht dienen


Der italienische Verlag «Ricommunicare» veröffentlichte im Dezember 2018 das von Danilo Quinto verfaßte Buch Gott oder Geld, zwei einander widersprechenden Herren dürfen wir nicht dienen / Dio o Mammona. Non si possono servire due padroni. Wir halten fest: Der Schreiber wollte seinen Lesern wirklich kraftvolle Argumente anbieten. Gleich von der ersten Seite des Buches an wird uns sofort klar, der Das ist es, was wir glauben sollen. Glaube, welchen der Autor darlegt, ist fest und tief, da er den Ausgleich mit der heutigen Zeit und die Anpassung an die Welt völlig ausgeschlossen hat. Mit Bitterkeit und Verdruß doch auf verständliche Weise weist der Schreiber darauf hin, wie die gegenwärtige Lage in der Kirche, Gesellschaft und Politik aussieht. Aus diesem Grunde dürfen wir annehmen, daß die erwähnte Darlegung aufzeigt, wie der Weg zwischen den nun fast völlig ungläubig gewordenen Männern der Kirche und der Mahnung, die Hoffnung nicht aufzugeben, schon zur Hälfte zurückgelegt ist. Ja, wir müssen im Glauben an Christus stark bleiben und sicher festhalten, daß kein Übel, so fest verwurzelt und allgemein verbreitet es auf Erden auch sein mag, ewig dauern kann und die Guten im Kampf vollkommen besiegt. Wenn Gott gewisse Übel zuläßt, dann vermögen sie zwar bestimmte Schlachten, niemals aber alle Kriege gewinnen und in der Welt endgültig die Herrschaft erringen. Diese Wahrheit gilt für alle, nämlich für den Papst, der anscheinend die Kirche zerstören will, und viele seiner Anhänger, auch für die völlig versklavte Politik – die Politiker gehorchen ja den harten Befehlen der verderbten Sekte der Freimaurer, den die Welt beherrschenden Kräften der bösartig agierenden Weltfinanz und den gottlosen Interessengruppen der Macht. Die Wahrheit gilt auch für die von falschen Ideologien beherrschte Gesellschaft; leider kennt sie nur noch die Beziehungen der Dinge zueinander (Relativismus) und lehnt alle positiven Normen ab (Nihilismus). Die Ursache der großen Betrübnis und Verwüstung unserer Zeit ist die Auflehnung gegen Jesus Christus: Die modernen Menschen verachten das christliche Kreuz; ebenso die Königsherrschaft des Gottessohnes, auch das absolute Recht Gottes, im Himmel und auf Erden zu herrschen, wie er will.

Im wesentlichen beschreibt das erwähnte Buch die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Gott und dem Teufel, zwischen Licht und Finsternis; nur noch wenige Personen bleiben Christus treu. Die Lockungen der Welt verführen die meisten Menschen derart, daß sie ihre eigene Seele der Macht des Teufels überlassen. Im Innern der offiziellen Kirche herrscht heute wohl das schlimmste Durcheinander. Die Krise ist offenkundig, mit Händen geradezu greifbar, vollkommen klar und deutlich. Die schlimme Lage, welche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begann, hat heute einen so hohen Grad erreicht, wie früher selbst die pessimistischsten Voraussagungen nicht hätten sein können. Die Bischöfe und Kardinäle halten es für notwendig, mit der Freimaurerei zu reden und zu verhandeln, obwohl das katholische Lehramt diese anti-christliche Sekte beständig verurteilt hat; das Ziel dieser Bewegung bestand ja immer darin, die wahre Kirche zu zerstören und alle Christen zum Abfall zu bringen. Die Königsherrschaft Unseres Herrn Jesus Christus sollte umgestürzt und durch die Herrschaft des Teufels ersetzt werden; ja, wie wahr ist’s doch, daß die Freimaurer dem Satan huldigen. Die von der katholischen Kirche abtrünnigen Kleriker zaudern keineswegs, sondern drängen darauf, die Behauptung aufzustellen, daß die apostolisch katholische und römische Kirche Jesu Christi und die besonders teuflische Sekte der Freimaurerei wirklich ähnlich sind und einander gleichen, was die Grundsätze und die Ziele betrifft. Lügen solcher Art sind die giftigen Früchte des angeblichen Konzilsfrühlings; gerade jenes unheilvolle Ereignis, welches in dem Zweiten Vatikanischen Konzil besteht, hat den falschen neuen Kurs verursacht. Die Verantwortung tragen vor allem der unkatholische Ökumenismus und die Gespräche zwischen den Religionen, da die Konzilssitzungen diese Ziele für notwendig erklärten, damit die Kirche mit dem Voranschreiten der Zeit gleichkommen und die gute Beziehung zur modernen Welt beibehalten könne.
Doch die Kirche stammt nicht von dieser Welt, wenn sie auch hier auf Erden existiert; ihr Gründer Jesus Christus hat ja den Aposteln die Aufgabe anvertraut, die Herde der Gläubigen zu leiten und zu verteidigen, den Völkern das Evangelium zu predigen und alle Seelen zum ewigen Heil zu führen. Wenn auch die Welt zur Finsternis gehört, ist die Kirche noch lange nicht ein Teil davon. Der beschränkte Blick auf diese Welt gehörte zu den Grundsätzen der Inspiratoren des Konzils; das Bestreben, in der Welt zu verbleiben (der Immanentismus) bildet die Grundlage jeder Abweichung vom Glauben und jedes häretischen Irrtums. Wer leugnet, daß über der von Menschen bewohnten Welt die jenseitige Wirklichkeit existiert, der endet unweigerlich bei der Ansicht, daß nicht Gott sondern der Mensch im Mittelpunkt des Seins steht. Dazu kommen noch die eigenen persönlichen Anschauungen, Gefühle, Wünsche, Nöte und das Gewissen des Menschen dazu.

Alles kommt vom Menschen, alles endet bei ihm. So wird der Mensch zum Drehpunkt und bildet das Prinzip des Seins; er strahlt alles aus, weil er das Ziel ausmacht, alles soll auf ihn zurückgehen, da er meint, er sei der Anfang (das Alpha) und das Ende (das Omega). Wer die übernatürliche Wirklichkeit leugnet und nur die natürliche Realität anerkennt, weil er in die Philosophie abirrt, der leugnet einschlußweise die Existenz Gottes und erhöht den Menschen, als ob er die Spitze der Natur bilde. Diese Anschauung ist gottloser Humanismus; irrtümlich ist die Ansicht, Gott und Weltall seien dasselbe. Der Pantheismus lehnt Gott das übernatürliche Sein ab; Gott sei in der Natur und der Dinge immanent gegenwärtig, die Geschöpfe und der Schöpfer (Gott) seien gleichwertig. Wohlan, das Geheimnis ist enthüllt, hier steckt die kranke Wurzel des von Montini angeführten Menschenkults. Der pseudo-ökumenische Dialog charakterisiert vor allem die beim Konzil entstandene neue Kirche. Ihr Ursprung liegt gerade in folgender irrtümlicher Auffassung: Wenn der Mensch wirklich der Mittelpunkt von allem ist (Anthropozentrismus), so ist er wirklich der Schöpfer, Erhalter und Zerstörer aller Dinge, insofern er den Ursprung und das Ziel von allem darstellt; dann aber sind Gott und die Religionen wie auch die Wahrheit gleichsam die Ergebnisse (und Produkte) des Gewissens und der menschlichen Sorgen. Also existiert nicht mehr der eine Gott, was die Natur angeht, auch nicht der dreieinige Gott, was die Personen betrifft, sondern es können so viele Gottheiten vorhanden sein, wie es Personen auf dieser Welt gibt. Im religiösen und im ethisch-moralischen Bereich fehlt die absolute, objektive und universale Wahrheit, weil sie von dem einen, wahren Gott ausgeht; der Zahl nach gibt es so viele Wahrheiten, wie Einzelpersonen und Gemeinschaften vorhanden sind. Folglich kann niemand an die Wahrheit glauben, der wahren Kirche angehören und nach der objektiven Ordnung der Moral handeln, sondern muß dem anderen Menschen das Herz öffnen, mit ihm sprechen, ihn ertragen, friedlich mit ihm zusammenleben und davon absehen, die Irrtümer zu verurteilen. Wir haben da vor uns den Lobpreis des Relativismus und der persönlichen Anschauungen; beide Bewegungen gehen dem Nihilismus voraus. Wenn die Menschen selbst die Religion schaffen und die moralischen Vorschriften nach ihren eigenen Bestrebungen und Bedürfnissen aufstellen, so können sie auch alles so ändern und zerstören, wie sie es wollen. Der Ökumenismus besteht im theologisch-religiösen Relativismus, wenn es gilt, Lobreden auf den Dialog, auf das Zusammentreffen und die allgemeine Befriedigung zu halten.

Er gewährt Raum für das freimaurerische Ziel, die einzige wahre Kirche zu zerstören – doch die katholische Kirche ist imstande, auf Grund der Kraft ihres göttlichen Ursprungs nach der Verheißung unseres Herrn Jesus Christus die gesamte Menschheit zu vereinigen – an ihre Stelle müßte eine Art Liebesreligion treten, wo die Liebe des Menschen für den Menschen, den Kult der Freiheit und mit den Rechten für alle vereint. Das aber wäre das Ergebnis des vollständig ausgehöhlten Katholizismus. Es gäbe da keine Dogmen mehr und auch keine religiösen Inhalte, was den Modernisten so sehr gefällt. Dies ist die Religion der Freimaurer: mit ihren verbrecherischen Plänen wollen sie den katholischen Glauben ersetzen und dann die Einheit der Welt herbeiführen: die massonische, freimaurerische Weltsicht steht gegen den katholischen Universalismus; eine solche Auffassung will die Einheit bringen, obwohl dieser Irrtum die Maske der Toleranz des Dialogs und der Brüderlichkeit angezogen hat. Die andere Größe will in der Wahrheit Christi und der christlichen Kirche die Einheit bringen. Obwohl jeder Christ bereit sein müßte, selbst das eigenen Leben für die Wahrheit zu opfern, fehlt ein solcher Mut in unseren Tagen. Bekanntlich ist die Wahrheit weder demokratisch, noch ökumenisch noch pseudoliberal, sondern schlicht und einfach geartet; sie schließt keine falschen Kompromisse, sondern gilt unbedingt und absolut. Den Ohren der modernen Menschen gefällt die Wahrheit nicht, doch die Neukirche wünscht nichts anderes als in der Welt zu existieren, zur Welt zu gehören und für die Welt da zu sein. Daher sei es viel besser über Ökologie, Migranten und die Ausschließung aus der Gesellschaft zu reden als über die einzige vom wahren Gott gegründete Kirche zu sprechen. Gott vergibt die Sünden aufgrund eines besonderen Auftrags. Er belehrt, führt, leitet und beschützt die christlichen Völker, damit sie ihre Seelen retten können. In dieser Weise ist die kirchliche Hierarchie vollständig versklavt. Deshalb überrascht uns die Tatsache, daß es Prälaten gibt, die vorschlagen, mit den Freimaurern Kompromisse und Bündnisse einzugehen, indem sie gemeinsame Werte und Ziele vortäuschen. Sie müßten sich eigentlich daran erinnern, daß die Botschaft, welche Unser Herr Jesus Christus der Kirche hinterlassen hat, der freimaurerischen Toleranz völlig entgegengesetzt ist. Uns sagte Christus eindeutig, daß Er allein der Weg, die Wahrheit und das Leben sei; nur durch den Sohn könne man zum Vater kommen; nur er vermöge das Heil zu bringen; alle, welche nicht erkennen, wie beschaffen der eine wahre Gott sei, würden in ihren Sünden sterben, keinen Nutzen aus den Werken der Erlösung ziehen und das ewige Leben verlieren. Das bedeutet, zwischen denen, welche auf der Seite Christi stehen, an den einen wahren Gott glauben und jene, die an jemand anderen glauben oder dies in falscher Weise und rein persönlich tun, liegt ein Abgrund, ein Hindernis, ja sogar eine Mauer (mit allem Respekt für diejenigen, die schon beim Hören dieses Wortes einen Ausschlag bekommen). Leute werden das Gottesreich nicht erben, weil Gottes Wille gerecht, weise und sehr liebenswert ist. Falls gewisse Personen das Gegenteil annehmen, dann meinen sie, auch ohne die Kirche, ja sogar ohne Christus könnten sie das Heil erlangen, weil allein die Werke und allein der Glaube dazu ausreichen, doch Irrtum und Glaubensabfall beflecken ihre Seelen.

Das ist es, was wir glauben sollen. Die Modernisten, vor allem die angeblich fortschrittlichen Katholiken behaupten, diese Auffassung sei überholt, sie verdunkle das richtige Denken, gehöre zu jener Zeit, als Kirche und Katholiken gegen alle anderen Krieg geführt hatten; aber die Hinterlassenschaft des Glaubens ist unveränderlich, bleibt in der Zeit unwandelbar, selbst wenn die Zeiten und Umstände sich geändert haben. Die Person, von welcher die Offenbarung ausgegangen ist, bleibt unveränderlich und unendlich vollkommen. Was den Krieg gegen die Welt angeht, so erwarten wir von der Kirche nichts anderes als den Kampf. Wer katholisch sein will, muß beständig gegen die Welt streiten, weil sie zur Finsternis der Sünde gehört und beständig darauf aus ist, uns vom Gottesstaat zu trennen, uns an den Staat der ungläubigen Menschen zu fesseln und in weltliche Vergnügungen zu verstricken; doch der Hang zum rein materiellen Leben bewirkt die Katastrophe, daß selbst die guten Seelen sich von dem Ziel des ewigen Heils abwenden. Christus trat nicht unter uns auf, um faulen Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Wenn die Modernisten viel vom Frieden reden, dann meinen sie nicht das von Christus gebrachte Heil, sondern die eigene Vorstellung vom Frieden; doch diese Auffassung beruht auf falschen Kompromissen. Der falsche Friede ist mit dem Irrtum, dem Laster, der Entartung und schließlich mit dem Übel verbunden. Christus führt keinen Dialog mit dem Irrtum, doch er nahte sich den Sündern, nicht um sie in ihren Fehlern zu bestärken, sondern sie zu bessern und sie davon zu erlösen. Christus dialogisierte nicht mit dem Übel: Er hat es am Kreuz besiegt. Christus kommt zu uns, damit er uns vom Übel und der Sünde befreie, uns von der Verdammung erlöse und uns das ewige Leben verleihe. Daher kann niemand mit anderen Menschen den wahren und beständigen Frieden schließen, wenn dessen Grundlage nicht auf dem Glauben an Jesus Christus, sondern auf den verdächtigen Prinzipien der Freimaurerei beruht, wie etwa der Toleranz. Wer grundsätzlich das Übel nur toleriert, verleugnet das Gute. Wer prinzipiell das Schlechte nicht abwehren will, der läßt zu, daß es sein Werk der Zerstörung und der Umwälzung vollbringt. Wer dem Übel nicht widersteht, der wird mitschuldig. Durch den Glauben und das Leben der Gnade gibt uns Christus den Frieden. Sein Friede ist nicht der Friede der Menschen. Sein Friede gründet auf der ewigen Verbindung des Menschenkindes mit Gott, von Gott erhält der Mensch die richtige Nahrung. Allein in Christus können die Menschen die durch die Erbsünde verlorene Einheit mit Gott wieder finden und Träger des Friedens werden. Der Friede, welcher auf dem Kompromiß, dem Irrtum und dem Übel ruht, ist kein wahrer Friede, sondern reine Selbsttäuschung. Die Menschen geben vor, ohne Gott und ohne Wahrheit den Frieden aufbauen zu können, indem sie nur die Basis legen, einen Schritt nach vorne tun können. Doch dies ist kein wahrer Friede, sondern einfach nur ruhiges Leben; wie wir schon früher gesagt haben, setzt dieses ruhige Leben in Lauheit voraus, das Übel und seine Folgen anzunehmen und stillschweigend für gut zu heißen.
Mit der Sünde ist immer Ungerechtigkeit und Verkehrtheit verbunden, da beide Laster aus ihr entstehen; solange in der Welt die Sünde noch existiert, gibt es keinen Frieden; jeglicher Versuch mit allem zusammenzuleben, was Christus, dem wahren Friedensfürsten widerspricht, ist dazu bestimmt elendiglich zu scheitern. Nur wenn die Sünde aus der Welt verschwindet, wird der Friede kommen. Mit dem Kreuzesopfer hat das Lamm Gottes die Sünde aus der Welt geschaffen, sein Blut hat die Welt von der Sünde reingewaschen. Aber Seinem Erlösungswerk anzuhängen, entsprechend Seiner unermesslichen Liebe, die Gnade anzunehmen, hängt von unserem Willen und unserer freien Wahl ab. Wir müssen bereit sein, auf alles Übel zu verzichten und an dem teilzunehmen, das unendlich größer ist als wir selbst; das Unendliche können wir nicht vollständig erkennen, unser Wesen ist ja beschränkt und begrenzt. Gleichzeitig mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begann im Raum der katholischen Kirche durch die sogenannte Neue Meßordnung die liturgische Protestantisierung (zu Recht bezeichnete Mgr Lefebvre den Novus Ordo Missae als die Luthermesse). Nach dem Willen von Paul VI. nahmen auch evangelische Pastoren an der Ausarbeitung der neuen Ordnung teil, indem sie vor allem grundlegende Dogmen des katholischen Glaubens leugneten und das sakramentale Wesen der hl. Messe abstritten. Sie vertraten die Auffassung, die hl. Messe sei nicht mehr die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Christi, sondern einfach die Erneuerung dieses Opfers in der Form einer gemeinsamen Mahlzeit. Die Realpräsenz unseres Herrn Jesus Christus in der Eucharistie sei nicht mehr gegeben, sondern nur noch das Sinnbild Seiner geistigen Anwesenheit. Luthers Prinzip, allein die Schrift sei maßgebend (sola scriptura ) ersetzt nun die Tradition als Quelle der Wahrheit. Der eben erwähnte Grundsatz Luthers ist nicht mehr mit der kirchlichen Auslegung verbunden, sondern das persönliche Verständnis eines jeden Gläubigen ist maßgebend, die falsche Teilnahme der menschlichen Freiheit am Heil stehe im Vordergrund. Der Mensch ist eben nicht mehr frei, sondern durch die Sünde versklavt. Daher übt das Übel Druck auf den Menschen, so daß er nicht mehr fähig ist, das Heil zu verdienen. Folglich muß er auf das Mitleid Gottes vertrauen, obwohl er es vollkommen mißversteht. Gott würde mit der Bestrafung böser Taten warten, weil der Mensch dafür nicht verantwortlich sei. Wohlan, das ist Bergoglios Theologie der reinen Barmherzigkeit. Schaut her, wie Franziskus die Existenz der Hölle leugnet oder abstreitet, daß in ihr ewig verdammte Seelen vorhanden sind! Die Grundlagen dieser Lehrirrtümer befinden sich in gewissen protestantischen Häresien. Wer das sakramentale Wesen der heiligen Messe, die Wesensverwandlung, den grundlegenden Wert der Überlieferung ableugnet und auch abstreitet, es sei nötig, mit der Gnade zusammenzuarbeiten, der freie Wille bei der Erlangung des Heils gehöre dazu, der öffnet die Tore für die Zerstörung des Priestertums, der Kirche und des festen katholischen Glaubens und meint, das allgemeine Priestertum genüge.
All dies, während in der Kirche seit sechs Jahren die Tyrannei eines Mannes aus Argentinien wütet, dessen Art und Weise, den Glauben zu leben und zu begreifen, selbst die schlimmsten und hartnäckigsten Ketzer der Geschichte erblassen lassen würde. Bergoglio hat an der Einwanderung, dem Wirtschaftswesen (Ökologie), der Arbeitslosigkeit und den Armen viel Interesse. Bravo! Er ist der Weltführer der Linken. Deshalb haben ihm die Linken von Italien und anderswo ihre Krone verliehen. Weiterhin behauptet er, die verschiedenen geistigen Überlieferungen müßten zusammenarbeiten, um den Frieden zu erreichen. Die Verschiedenheit der Religionen sei der Wille Gottes (sehr schwerwiegende Gotteslästerung); die katholische Kirche habe im Verlauf ihrer zweitausendjährigen Geschichte viele Irrtümer begangen, die man wieder gutmachen müsse; gut und böse seien keine allgemeinen und objektiven Begriffe, sondern nach den Umständen Neigungen und persönliche Nöte, veränderbare und variable Gegebenheiten; wer von der Wahrheit rede, sei ein gefährlicher Mann, weil ideologische Glaubensvorstellungen ihn bewegen; man müsse die Unterschiede beiseite schieben und zum Wohle der Menschen die Einheit anstreben. (Doch welche Stellung nimmt Gott in diesem Durcheinander ein?). Vor dem allerheiligsten Sakrament die Knie zu beugen, lehnt Franziskus ab, kriecht aber auf allen Vieren, um die Schuhe von Oberhäuptern afrikanischer Staaten zu küssen. Öffentlich lästert er den Heiland und die allerheiligste Jungfrau Maria. Dies geschah bei den Gelegenheiten, die jemand mit frecher Stirn Homilien nannte; Bergoglio rechtfertigt die von Moslems begangenen Attentate, um Beleidigungen ihrer falschen Religion zu rächen. Er redet zwar von Barmherzigkeit, ist aber unerbittlich mit jenem verschwindend kleinen Teil des Klerus, der ihm widerspricht und Widerstand leistet unerbittlich und grausam. In der Zwischenzeit haben wir es immer weniger mit richtigen Priestern zu tun. Die angeblichen Priester gleichen immer mehr Sozialarbeitern; auf der Stirn solcher Aktivisten steht die Aufschrift „soziale Gerechtigkeit“ und „Menschenrechte“. Sie sind Heimlichtuer oder irgendetwas in dieser Art. Von falscher Ideologie erfüllt treten sie immer weniger als Männer auf, die ihre Aufgabe erfüllen, die Seelen zu heiligen, die ihnen vom Herrn anvertraute Herde zum Himmel zu führen und in würdevoller Weise die Sakrament zu spenden (Gott gebe es, daß sie die sakrilegische Kommunionsspendung vermeiden, mit der komischen Nase von Possenreißern und Spaßmachern oder sogar in Badehosen die heilige Messe lesen! Sie entheiligen die Kirchenräume, in deren Innern sie afrikanische Stammestänze organisieren, mit Protestanten gemeinsam die Messe feiern, die Moslems einladen, mit ihnen gemeinsam zu beten und predigen, was eher zu Versammlungen in einem Sozialzentrum gehört). Der richtige Priester ist der fromme Mann am Altar (der Mann der Liturgie und des Gebetes); er hält das geistige Schwert in der Hand (d.h. er kämpft dafür, die Seelen zu bekehren, zu leiten und zu heiligen); der wahre Priester trägt auch das Kreuz; (er ist bereit, die großen ihm auferlegten Leiden anzunehmen und die entsprechende Verantwortung zu tragen). Die modernistisch eingestellten Kirchenmänner erfüllen weniger ihre Aufgabe, die Herde der Gläubigen richtig zu weiden und zu verteidigen, weil sie solche weltliche Ansichten haben, daß sie den moralischen und geistlichen Gütern die materiellen Dinge vorziehen. Der Autor Danilo Quinto gibt uns dafür folgendes Beispiel: Der große Teil der Kirchenmänner, an deren Spitze Bergoglio steht, steigen in die Politik ein, indem sie die linke Seite begünstigen, besonders was das bevorzugte Thema der letzten Jahre angeht, nämlich die Migration.
Die falsche Instrumentalisierung des Evangeliums ist an und für sich eine sehr schwerwiegende Sünde, aber darüber hinaus gibt es noch die mehr oder weniger vollständige Unwissenheit zu dieser Frage und die besondere Übereinstimmung zwischen der modernistisch eingestellten Unkirche und der pseudoliberalen freimaurerischen Weltansicht (Mondialismus) in Zielen, welche das Evangelium überhaupt nicht betreffen: Vor allem ist das die vollständige Unterwerfung und Zerstörung der europäischen Völker und der christlichen Zivilisation Europas, obwohl zu deren Aufbau die Kirche überwiegend beigetragen hat. Wer bei diesem destruktiven Plan mitarbeitet, gehört nicht zu Christus, sondern ist ein Diener des Teufels. Satan ist ja der Menschenmörder von Anfang an; Menschenmörder ist er sowohl gegenüber dem Körper wie der Seele, was sowohl die einzelnen Menschen, wie auch die menschlichen Gemeinschaften angeht. Wenn Bischöfe da teilhaben, so gehören sie wegen ihres unterwürfigen und ängstlichen Schweigens nicht mehr Christus und seiner Kirche an, sondern sind Diener der Dämonen. Es wäre ungerecht, die Verantwortung für alles Geschehen in der Kirche und die tiefgehende Krise, in der sie nun ist, dem Pontifikat Bergoglios anzurechnen. Das Übel ist sehr viel älter, die Wurzeln liegen in der modernistischen Häresie; dieser Irrtum stieg langsam, aber unerbittlich an die Spitze der Hierarchie und erreichte den Papststuhl. Der Roncallipapst war der erste, dann kam das Zweite Vatikanische Konzil mit all seinen Folgen. Bergoglio ist einfach der radikalste Ausdruck für den vor sechzig Jahren begonnenen Prozeß der Auflösung – dazu ist er noch besonders lästig wegen seiner Dreistigkeit; er ist sozusagen die reife Frucht des konziliären Modernismus. Das Zweite Vatikanische Konzil erhob die Forderung, den katholischen Glauben in den vom berühmt-berüchtigten de Lubac bezeichneten „gottlosen Humanismus“ umzuwandeln. Neben der Verteidigung der menschlichen Würde und der damit verbundenen Menschenrechte gibt es da keine katholischen Dogmen mehr; auch ist die Liturgie vollständig auf den Menschen ausgerichtet, es fehlen die theologischen Inhalte. Die wahre hl. Messe ist gleichsam der Herzschlag der katholischen Religion, alle Feinde Christi haben sie zerstören wollen, angefangen von den Protestanten bis zu den Freimaurern. Im Laufe der Jahrhunderte hatte die überlieferte Messe die Seelen geheiligt; recht eindeutig war die Gnade ihre Quelle. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind Gottes Feinde in den mystischen Leib Christi hereingekommen. Paul VI. stellte fest, der Rauch Satans sei eingedrungen, aber er selbst öffnete ja die Türen und Fenster und ließ zu, daß alles verpestet wurde. Die Kirchenfeinde haben die Krankheit verursacht und damit viele Schmerzen bewirkt. Folgenden Punkt müssen wir gut beachten, daß wir der Versuchung widerstehen, uns von der Kirche und dem Glauben abzuwenden, weil das allgemeine Klima des Abfalls gerade in ihr wütet.

Genau dies wollen die Besetzer des mystischen Leibes; sie mißbrauchen ihre Stellung, indem sie im Namen Christi reden, aber zu Christus nicht mehr gehören. Solche Leute sind mit den widerschristlichen Kräften einverstanden, da sie die Absicht haben, immer mehr Katholiken von der Kirche, der einzigen Arche des Heils, fernzuhalten und sie in die Arme ihres Patrons (des Teufels) zu treiben. Genauso sieht ihr satanischer Plan aus, die Katholiken solange abzuhalten, bis sie erschöpft sind. Wenn die beraubten Gläubigen die Gnade und den Glauben kaum noch besitzen, werden sie leicht die Beute des Teufels; sie bringen die Sünder nur ein klein wenig zurück, ohne sie richtig zu bekehren und bestärken sie in ihren Sünden, so daß sie das gleiche Schicksal wie die Abgefallenen erleiden. Vom Teufel aus gesehen, ein außergewöhnlich guter Plan. Nicht weniger schrecklich ist die Lage im Innern der europäischen Gesellschaft. Unerbittlich und offenbar unaufhaltsam schreitet der Zerfall des Christentums voran. Souverän gebietet der moralische Relativismus, weil er den Geist der Abendländer vergiftet hat; wir sind eine sterbende Zivilisation. Es hat den Anschein, daß die abendländische Kultur jeden Augenblick den letzten Atemzug aushaucht. Genauso wie in den europäischen Ländern muß auch die Gesellschaft in Italien sein. Alle haben wirklich die Kultur des Todes übernommen. Sie gründet ja auf der Empfängnisverhütung und der massive Gebrauch der Abtreibung. Sie haben ja die Homosexualität (nach außen hin) legalisiert, in ganz ungezügelter Weise herrscht die Willkür im Bereich der Sitten. Selbst im Bereich der Drogen und der Pornographie ist fast alles erlaubt (große Permissivität). Wir müssen eingestehen, daß in Europa der pseudoliberale Fundamentalismus herrscht. Sein Sieg ist Wirklichkeit, er besteht nicht im Bereich der politischen Wahlen, sondern im Raum der Kultur und Gesellschaft. Der Sieg dieser schlimmen Ideologie besteht darin, daß ihre Vertreter den menschlichen Geist und die Sitten verwirren. In absoluter Weise gerät die gesamte Gesellschaft in die Verwirrung und löst sich auf. Oft herrscht heute in der Gesellschaft die Tendenz vor, die Gefährlichkeit der radikalen Ideologie des verlogenen Liberalismus zu unterschätzen, da ihn seine Anhänger offensichtlich als Neutralität bemänteln und beschönigen. Sie meinen, welches Übel kann eine Person schon anrichten, wenn sie zuläßt, daß jedermann in voller Selbstständigkeit (Autonomie) seine Wahlfreiheit benutzt? Gerade in der Fähigkeit, verführen zu können, besteht die Bosheit. Der Liberalismus erhebt wahrlich den teuflischen Anspruch, von jeder Verpflichtung, Regel und Autorität frei zu sein, weiterhin sich selbst zu genügen, niemandem Rechenschaft zu schulden und so leben zu können, daß die eigenen Wünsche, Bestrebungen und persönlichen Meinungen die einzigen Beziehungspunkte sind. Nun gut, wir liegen richtig, wenn wir sagen, daß in der Geschichte das erste pseudoliberale Wesen der Teufel gewesen ist, denn in der Gestalt eines Engels erhob er den Anspruch, er könne gegenüber Gott frei sein, da er selbst Gott sei. Wegen dieser Anmaßung stürzte ihn der Allmächtige in den Abgrund der Hölle. Die schwere Sünde der aufrührerischen Engel bestand darin, die Stelle und den Rang Gottes einnehmen zu wollen; genau dies war auch das Vergehen der Pseudoliberalen. Die Stärke dieser Ideologie besteht in der Fähigkeit, die menschlichen Begierden anzustacheln, vor allem den Stolz und die Habsucht und die Ausschweifungen zu erregen. Diese Ideologie ist auch fähig, die von der Erbsünde bereits verletzte menschliche Natur so zu reizen, daß irrige Vorstellungen den Menschen so beeinflussen, daß er meint, er sei fähig, der Ursprung und das Ziel zu sein, weil das eigene Wesen und das eigene Gewissen der einzige für ihn maßgebende Beziehungspunkt sei. Die pseudoliberale Ideologie schwächt die menschliche Natur. Gleichzeitig überfluten uns die Immigranten, und bald werden sie uns völlig beherrschen. In dem Maße, wie die heimische Bevölkerung Europas abnimmt, wächst der Einfluß der Mohammedaner. Günstig für sie ist auch die Tatsache, daß sie mehr Kinder haben; es hilft ihnen auch die Unfähigkeit unserer Politiker, gegenüber dem Eindringen der Migranten die Landesgrenzen dicht zu halten. Die Moscheen und kulturellen Zentren des Islams nehmen an Zahl in dem Maße zu, als die Kirchen, Seminare und Klöster Europas die Tore schließen. In diesem Tempo werden Italien, das Tor zum europäischen Kontinent, und Europa selbst zum Siedlungsgebiet der Moslems. In diesem Zusammenhang tadelt unser Autor die Politik Italiens und Europas. Die drei Substantive, welche die schlechten Eigenschaften unserer Regierungen am besten beschreiben heißen Schwäche, Unfähigkeit und allzu große Nachsicht.

Fälschlicherweise sagen sie, die Hölle sei leer (Bergoglio). Vielleicht, so vermutet der Autor, besteht der Grund dafür, daß alle Dämonen der Hölle jetzt auf der Erde weilen und die westlichen Nationen beherrschen. Ja, die führenden Politiker haben zugelassen, daß ungerechte Gesetze die heutige Gesellschaft zerstören. Weit davon entfernt, daß diese ungerechten Gesetze das Übel bekämpfen, wie es gute Gesetze eigentlich tun müßten, nein sie üben falsche Toleranz aus, dann legalisieren sie die Übel, regen dazu an, sie auszuführen und beschützen schließlich noch das Unrecht. Solche Leute befürworten die moralische Katastrophe, daß bis heute sechs Millionen italienische Kinder im Schoße ihrer Mütter getötet und abgeschlachtet wurden. Doch die Mütter wollen diesen Holokaust. Die so wichtige Institution der Familie droht zusammenzubrechen, die meisten jungen Leute verblöden. Ihre Nerven sind durch Rauschgift (Cannabis), Alkohol und Pornographie sehr geschwächt; diese Schwächung wird noch durch die massive Verbreitung der Homosexualität vergrößert. Die Folge der unkontrollierten Einwanderung ist die in unserer kulturellen und religiösen Gesellschaft vorkommende Rassenvermischung. Sie zerstört ja das rechte Gefühl, seinem eigenen Volk anzugehören und damit identisch zu sein. Ja, die Politiker sind für diese Mißstände schuldig, weil sie das Allgemeinwohl vergessen haben und beim Regieren nur die persönlichen Interessen beachten. Zuerst gilt es, die eigenen Macht zu erhalten und zu stärken; zu diesem Zweck gewährt man dem Volk „Brot und Spiele“ (panem et circenses), anerkennt jede Art von Begehren und Ansprüchen, aber unterläßt die wichtige Frage, ob diese Ziele auch gut seien. Alle Politiker Europas sind einer Meinung oder haben die schlimmen Ideen wenigstens angenommen. Augusto Del Noce nennt sie die „radikale Partei der Masse“; diese schlimme Form des Liberalismus dringt fast überall ein. Die Institutionen und die Gesellschaft haben sie gleichsam in die eigene Seele aufgenommen. Das Ergebnis ist das „vereinigende Denken“ ohne Wahrheit, dafür haben sie sich dem herrschenden Relativismus und Nihilismus angeschlossen, oder sie wurden gefährliche Extremisten, die Gegner zu bannen und zu beseitigen, bevor es (nach ihrer Meinung) zu spät ist, und jemand aus der allgemeinen stumpfsinnigen Trägheit aufwacht. Hier gibt es noch mehr: Die Kraft des falschen vereinigten Denkens besteht gerade darin, die Ausübung der Gerechtigkeit zu verhindern. Die Gerechtigkeit ist die Grundlage des vernünftigen Denkens; jedes intelligente Geschöpf muß darauf achten, daß es richtig urteilt, um diese Fähigkeit auszuüben. Nicht das wahrheitsgemäße, sondern das unbesonnene Denken müssen wir vermeiden, wie unser Herr im Evangelium fordert. Freilich ist es heute folgerichtig, daß die Personen, welche das vereinigte Denken mißbrauchen, d.h. sich bemühen, die Fähigkeit, gute Urteile zu fällen, zu unterdrücken, wenn sie nicht schon zuvor danach strebten, den Begriff der Wahrheit selbst zu beseitigen: Wenn es die Wahrheit nicht gibt, existiert auch das richtige Urteil nicht, weil jedes Urteil subjektiv bleibt, sodaß es einfach nur die Äußerung des persönlichen Eindrucks, die persönliche Meinung darstellt. Wenn persönliche Ansichten, Meinungen und Eindrücke von der Wirklichkeit getrennt sind, dann nähren sie die permissive Moral; die verdrehte Ethik hilft dann mit, Irrtümer und böse Taten zu begehen. Seiner Natur nach ist das Übel zerstörerisch, weil das eigentliche Wesen fehlt, das Böse ist ja nur der Schmarotzer des Guten. Wer das Übel anzunehmen bereit ist, akzeptiert dadurch die eigene Vernichtung, was eine Art Selbstmord bedeutet. Unweigerlich führt der Relativismus (d.h. die Bewegung, welche nur die Beziehungen beachtet) zum Nihilismus. Das Adjektiv, welches zu dem heute existierenden Europa sehr gut paßt, ist gleichsam selbstmörderisch. Nur auf diese negative Weise können wir die Gesellschaft definieren, weil sie aus Feigheit, falscher demokratischer Einstellung oder einfach wegen Dummheit damit einverstanden ist, daß die Abtreibungen und verkehrte Gewohnheiten ihr große Verluste einbringen. Die allzu freien, falschen Gebräuche nehmen den Nationen die Fruchtbarkeit, man wird steif, läßt zu, daß verschiedene Sippen und Kulturen hereinkommen und schließlich die Vernichtung mit sich bringen. Schließlich werden sie die Mehrheit und verändern das Volk durch die Vermischung mit den Einheimischen. In radikaler Weise geht die ethnisch soziale Zusammensetzung der Gemeinschaft verloren. In beiden Fällen werden wir bald folgendes Ergebnis sehen: Die abendländische Gesellschaft ist in ihrem Wesen vernichtet. Alle politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Übel des heutigen Europas haben ihren Ursprung in der Tatsache, daß die Christen Gott verlassen und verraten haben. Christus hatte Europa auserwählt, die Wiege seines sozialen Reiches zu sein.

Er hatte Italien zum Sitz seiner Kirche gemacht; doch alle Bewohner geben diese Tradition nicht mehr weiter, sondern verschämt wenden sie der Überlieferung den Rücken und nehmen begeistert die Prinzipien der liberalistischen-freimaurerischen Bewegung an. Die französische Revolution bestärkte nur diesen Grundsatz; freilich war diese Bewegung schon früher da, ihre Wurzeln liegen im Humanismus der Renaissance und dem Protestantismus. Langsam (aber sicher) haben sie den alten Kontinent bezwungen und unterjocht. Ohne Gott kann der Mensch nichts Rechtes tun, bringt nichts Gutes mehr zustande, weder für seine eigene Person, noch für die Mitmenschen, er kann nur noch Schlechtes tun. Natürlich gelten dieselben Prinzipien für alle Zweige der Gesellschaft. Bedenkt, daß Gott alles erschaffen hat und auch alles im Sein erhält! Doch entfernt Ihn aus den verschiedenen Schichten der Gesellschaft, so versinken diese bald in die Unordnung und in den selbstzerstörerischen Wahnsinn; da bleiben sie bis heute in dramatischer Weise. Die angebliche Religion der Freiheit ist eigentlich die Verehrung des Teufels; dieser (wahnsinnige) Kult stellt die Forderung auf, Gott durch den Menschen, den Schöpfer durch das Geschöpf zu ersetzen. Wie sieht die Stelle aus, an der unser Autor seine wunderbar klare Kritik an der gegenwärtigen Zeit und ihrer Verlassenheit durchführt? Wo ist der Drehpunkt, von dem seine Anklage ausgeht? Der Ausdruck „Ich klage an“ (j’accuse) sei mir erlaubt. Der Titel des Buches zeigt die entscheidende Sache an, nämlich die Wahl zwischen Gott und dem Geld (Mammon). Beiden (Gott und dem Geld) dürfen wir nicht gleichzeitig dienen, das sagt uns Jesus im Evangelium. Wir müssen eindeutig unseren Standpunkt wählen: Entweder sind wir Soldaten Christi, dann kämpfen wir unter seiner Fahne, auch wenn das Leiden, Entbehrungen und beständigen Kämpfe bringt; dann ist die Welt, die Sklavin der Sünde und der Materie unser Gegner; oder wir dienen im Heerlager des Teufels, schwelgen auf dieser Erde, verlassen uns nur auf die eigenen begrenzten Kräfte und auf den persönlichen Verstand und erhalten so die ewige Verdammnis. Wer ähnlich wie die aus dem Konzil hervorgegangene modernistische Scheinkirche die Forderung aufstellt, man solle beiden Größen (Gott und das Geld) harmonisch miteinander verbinden, auf die Wahl zwischen beiden verzichten, dafür sorgen, daß Gott und die falsche Weltlichkeit friedlich nebeneinander existieren, den Glauben an den Zeitgeist und an die immer neu auftretenden sozialen Umstände anpasst, der hat seine falsche Wahl schon getroffen (und den Untergang gewählt). Die Epoche, in der wir leben ist äußerst dramatisch. Die Wahrscheinlichkeit, daß uns Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit ergreift, ist sehr groß, denn die Macht der Feinde ist ungeheuer stark; sie wollen über uns die Oberhand gewinnen. Seien wir wachsam und passen wir auf, damit wir rauchende Trümmer vermeiden! Die Übel dürfen uns nicht völlig niederschlagen. Wir machen heute den kleinen katholischen Rest aus. Wir wissen wohl, wie bereits früher Gott den Dienst nur sehr weniger Personen angenommen hat, um der Welt die Frohbotschaft zu verkünden und sie christlich zu gestalten. Haben wir das Vertrauen und beachten die Tatsache, daß gerade die Zeit der Dunkelheit und des offenkundigen Niedergangs (des Christentums) Glaube und Hoffnung stärker werden! Genau so war es am Fuße des Kreuzes: Die allerseligste Jungfrau Maria erlebte, wie ihr göttlicher Sohn auf barbarische und fürchterliche Weise den Tod erleiden mußte. Da schien alles verloren zu sein; aber all dies war nur der Anfang, Maria wußte das gut. Freilich verspürte in diesen schrecklichen Augenblicken ihr Herz grausame Schmerzen, da Gott sie prüfte und das Werk der Auserwählung vollbrachte.

In ähnlicher Weise ruft Er alle Menschen, welche in den von dieser Welt verursachten Unwettern und Tollheiten treu geblieben waren; bedenken wir, daß solche Dinge schon oftmals geschehen sind! Wie gesagt, wir sind der kleine Rest; doch wir dürfen nicht darüber klagen, daß der Herr uns folgendes Kreuz auferlegt hat: Einerseits müssen wir die Einsamkeit ertragen und große Machtlosigkeit spüren, andererseits sind wir von Seiten der Welt dem Spott, der Unduldsamkeit und der Verfolgung ausgesetzt. Trotzdem sollen wir dem Himmel danken, weil Gott durch dieses Kreuz uns seine unendliche Liebe zeigt. Unter so vielen Abgefallenen hat Er uns auserwählt und dafür gesorgt, daß wir den katholischen Glauben vollständig bewahren können. Schließlich gilt immer noch diese Regel: Ohne Kampf gibt es keinen Sieg, ohne entsprechende Prüfung erhält niemand seinen Verdienst, ohne Kreuz keine Auferstehung. Das unbefleckte Herz Mariens wird triumphieren, nur durch die Gottesmutter erlebt die Gesellschaft des Abendlandes die Wiederherstellung des Reiches des Gottessohnes. Bevor die große Säuberung und mit ihr die neue Christianisierung eintritt, besteht in der gegenwärtigen Zeit unsere Aufgabe einfach darin, den Übelständen Widerstand zu leisten, im Guten zu beharren und weiterhin die Wahrheit zu bekennen. Wie schwer es uns auch fallen mag, beachten wir nicht, daß die Welt spöttisch über uns lacht, böswillig redet, uns verfolgt (auch wenn es die im Kirchenraum wirkenden Modepriester tun, wir beten weiter). Im Evangelium warnt uns der Heiland: Was nützt es, daß jemand alle Reichtümer, alle Macht und alle Ehren dieser Welt erhält, wenn er dann die eigenen Seele verliert? Was nützt es, die Menschen und ihr falsches Urteil zu fürchten, wenn wir eigentlich nur Gottes Urteil zu fürchten haben. Zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Staat Gottes und dem Staat des Menschen, zwischen Gott und dem Geld (dem Mammon), da müssen wir wählen und entscheiden.
Immaculatæ Miles sì sì no no, Juli 2019