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Brief des hl. Franziskus an den Klerus

Santiago74
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"Lasst uns beachten, wir Kleriker alle, die große Sünde und Unwissenheit, die manche an den Tag legen gegenüber dem heiligsten Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus und seinen hochheiligen niedergeschriebenen Namen und Worten, die den Leib [Christi] heilig gegenwärtig setzen. Wir wissen, dass der Leib nicht sein kann, wenn er nicht zuvor vom Worte heilig gegenwärtig gesetzt wird. Nichts haben und sehen wir nämlich leiblich in dieser Weltzeit von ihm, dem Allerhöchsten selbst, als den Leib und das Blut, die Namen und Worte durch die wir geschaffen und "vom Tode zum Leben" (1 Job 3, 14) erlöst sind. Alle jene aber, die solche hochheiligen Dienste verwalten, und besonders die, welche sie unterschiedslos verwalten, mögen in ihrem Innern bedenken, wie minderwertig die Kelche, Korporalien und Altartücher sind, auf denen der Leib und das Blut unseres Herrn geopfert werden. Und von vielen wird er an gewöhnlichen Orten liegengelassen, in kläglicher Weise getragen und unwürdig empfangen und unterschiedslos anderen ausgeteilt. Auch seine geschriebenen Namen und Worte werden zuweilen mit den Füßen zertreten; denn "der irdisch gesinnte Mensch erfasst nicht das, was Gottes ist" (1 Kor 2,14). Werden wir nicht über all dies von liebender Hingabe bewegt, da er, der gütige Herr, sich selbst in unseren Händen darbietet und wir ihn berühren und täglich durch unseren Mund empfangen? Oder wissen wir nicht, dass wir in seine Hände gelangen müssen? Daher wollen wir uns in all diesen und in den anderen Dingen schnell und gründlich bessern. Und wo immer der heiligste Leib unseres Herrn Jesus Christus in nicht statthafter Weise aufbewahrt und liegengelassen ist, soll er von jener Stelle fortgenommen und an einen kostbar ausgestatteten Platz hingelegt und verschlossen werden. Ebenso sollen auch die geschriebenen Namen und Worte des Herrn, wo immer sie an unsauberen Stellen gefunden werden, aufgesammelt und an ehrenvoller Stelle hingelegt werden. Und wir wissen, dass wir dies alles vor allem anderen beobachten müssen nach den Geboten des Herrn und den Bestimmungen der heiligen Mutter Kirche. Und wer dies nicht tut, soll wissen, dass er "am Tage des Gerichtes" vor unserem Herrn Jesus Christus "Rechenschaft" ablegen muss (vgl. Mt 12,36). Und die dieses Schreiben abschreiben lassen, damit es besser beobachtet werde, sollen wissen, dass sie von Gott, dem Herrn, gesegnet sind. "