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Zwei Menschen hinter zwei Büchern, zwei Religionen und zwei parallele Erfahrungen

Copertino
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Vor über zehn Jahren fiel mir ein Buch in die Hände, das mich nicht mehr losliess. Sein Titel: "Das Heil kommt von den Juden - Gottes Plan mit seinem Volk", verfasst von Roy Schoeman. Heute bin ich …More
Vor über zehn Jahren fiel mir ein Buch in die Hände, das mich nicht mehr losliess. Sein Titel: "Das Heil kommt von den Juden - Gottes Plan mit seinem Volk", verfasst von Roy Schoeman. Heute bin ich dem Autor wieder begegnet, in einem Video-Link, auf den mich ein Freund aufmerksam gemacht hat.

Doch alles der Reihe nach. Roys jüdische Eltern flohen aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach New York, wo er 1951 geboren wurde und aufwuchs. Seine jüdische Bildung empfing er von prominenten orthodoxen Rabbinern wie Arthur Hertzberg und Arthur Green, der das grösste rabbinische College der USA leitete. Auch der charismatisch-chassidische Rabbi Shlomo Carlebach beeinflusste ihn.

Er studierte am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) und an der Harvard Business School, wo er ein M.B.A. magna cum laude erhielt und Dozent für Marketing wurde. Im Nachhinein beschreibt er seine Kindheit und Jugend als sehr religiös, doch liess er diesen Glauben im Zuge seiner Karriere hinter sich. Seine wissenschaftliche Laufbahn verband sich bald mit einer atheistischen Weltsicht.

Kürzlich verriet der ehemalige Harvard-Professor Schoeman der Plattform "Shalom World" eine Erfahrung, welche ihn in jener Lebensphase wie ein Blitz getroffen habe und Auslöser für eine entscheidende Lebenswende werden sollte. „Ich ging schlafen und dachte, ich würde von einer Hand sanft auf meiner Schulter geweckt und in ein Zimmer geführt und mit der schönsten jungen Frau allein gelassen, die ich mir jemals vorstellen konnte“, beginnt Schoeman. "Ich wusste, ohne dass mir gesagt wurde, dass es die Jungfrau Maria war. Als ich mich in ihrer Gegenwart befand, wollte ich sie nur offen ehren. Tatsächlich war der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam: 'Oh mein Gott. Ich wünschte, ich wäre froh, wenigstens das Ave Maria beten zu können.' Aber ich wusste kein Gebet." Maria habe ihm dann angeboten, alle seine Fragen zu beantworten.

Schoeman weiter: „Mein erster Gedanke war, sie zu bitten, mir das Gebet des Ave Maria beizubringen… aber ich war zu stolz zuzugeben, dass ich es nicht beten konnte. Als eine indirekte Art, mir das Gebet beizubringen, bat ich sie daher um ihr Lieblingsgebet. Die junge Frau war eher zurückhaltend, und ihre erste Antwort war: 'Ich liebe alle Gebete.' Aber ich blieb aufdringlich und sagte: 'Es muss Gebete geben, die du mehr liebst als andere.' Maria verriet mir dann, welches ihr Lieblingsgebet sei: 'O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.' "

Dieses Gebet ist in der katholischen Kirche sehr bekannt, wurde im 19. Jahrhundert der heiligen Katharina Labouré in einer Vision vorgestellt und dann auf der bekannten Marienmedaille aufgeprägt, welche als "wundertätige Medaille" verbreitet und seither immer wieder Anlass für auffallende Bekehrungen wurde. Schoeman trägt diese Medaille offen, in Erinnerung an sein damaliges Erlebnis.

"Als ich in dieser Nacht schlafen ging wusste ich so gut wie nichts über die selige Jungfrau Maria ... ich wusste nichts von dem, was sie mir in dieser Erfahrung offenbarte. Obwohl sie wunderschön anzusehen war - unbeschreiblich schön -, war die Schönheit ihrer Stimme noch perfekter. Diese bestand aus dem, was Musik überhaupt ausmacht. Als sie sprach und die Schönheit ihrer Stimme durch mich hindurch floss und damit auch ihre Liebe, brachte sie mich in einen Zustand der Ekstase, die grösser war als alles, als ich mir jemals hätte vorstellen können."

Schoeman fügte hinzu, dass er, sobald er aufwachte, vollständig in die selige Jungfrau Maria verliebt war und „so vollständig wie möglich christlich sein wollte“. Dieses Erlebnis führte ihn schliesslich zur katholischen Kirche. "Während dieser Erfahrung von ihr habe ich gesehen, wie alle Gnaden, die von der Gottheit der Menschheit zufliessen, durch die selige Jungfrau Maria hindurchführen."

Für manche Zeitgenossen mag ein solch intimes Bekenntnis vielleicht Kopfschütteln, Verärgerung und Widerspruch provozieren. Zu bedenken ist dabei , dass Roy Schoeman in der Folge mit allem gebrochen hat, was ein nach aussen hin erfolgreiches Leben ausmacht. Seine lukrative Harvard-Professur für Wirtschaft gab er auf. Heute hält der ehemalige Professor Vorträge und tritt als Konferenzsprecher und in Fernsehshows als Brückenbauer zwischen Judentum und Christentum auf. In diesem Video also, dessen Link mir heute ein Freund geschickt hat, erzählt Roy Schoeman die Geschichte seiner Bekehrung hin zum katholischen Glauben:
www.youtube.com/watch

Als ich mir Schoemans Schilderungen anhörte, fühlte ich mich an das Schicksal eines anderen bekannten Juden erinnert, Israel Zolli, den Oberrabbiner von Rom! Zolli trug in der kritischen Zeit des Zweiten Weltkriegs die Verantwortung für seine jüdische Gemeinde in der von deutschen Truppen besetzten italienischen Hauptstadt. Kurz nach der Neuerscheinung seiner Autobiographie durch Zollis Sohn hatte ich 2005 ein Exemplar erworben: "Der Rabbi von Rom". Zollis Leben ist eng mit jenem von Papst Pius XII. verbunden. Auch der Weg dieser ins Judentum hineingeborenen Persönlichkeit führte in der Endphase des Krieges völlig überraschend in die katholische Kirche, und auch Zollis Konversion hängt mit einer Erfahrung zusammen, wie Roy Schoeman sie ganz ähnlich beschreibt. Zolli schildert sie auf Seite 288 seiner Autobiographie. Der Rabbiner war Zeit seines Lebens von der Gestalt des leidenden Gottesknecht fasziniert, wie er im Alten Testament charakterisiert wird. Die messianischen Prophezeiungen beschäftigten ihn stark, weshalb die Gestalt des Jeschua von Nazareth mehr und mehr in seinen Fokus gerückt war.

Zolli schreibt:
"Am Abend fand der letzte Gottesdienst statt. Ich hielt ihn mit zwei Synagogendienern, die zu meinen Seiten standen. Aber ich hatte das Gefühl, von diesem Ritual so weit entfernt zu sein, dass ich die anderen die Gebete vortragen liess. Ich war wie ausgeleert, mein Herz lag wie tot in der Brust. Und unmittelbar darauf erstreckte sich vor meinem geistigen Auge in der Höhe eine Wiese mit leuchtendem Gras. Auf dieser Wiese erblickte ich Jesus Christus, in einen weissen Mantel gekleidet. In mir empfand ich tiefsten inneren Frieden. Wollte ich den Zustand meiner Seele in diesem Augenblick in einem Bild ausdrücken, würde ich ihn als kristallklaren See zwischen hohen Bergen beschreiben. Und dann hörte ich in meinem Herzen die folgenden Worte: 'Du bist heute zum letzten Mal hier.' Mit der grössten seelischen Gelassenheit und ohne eine besondere Gemütsregung nahm ich diese Worte zur Kenntnis. Und in meinem Herzen kam die Antwort: 'So sei es, und so wird es sein, und so muss es sein.' "

"Ungefähr eine Stunde später waren meine Frau, meine Tochter und ich zu Hause und assen zu Abend, da das Fasten abgeschlossen war. Plötzlich sagte meine Frau zu mir: 'Heute, während du vor dem Thoraschrein standest, hatte ich den Eindruck, die weisse Gestalt Jesu Christi zu sehen, der dir seine Hände auf den Kopf legte, so, als segne er dich.' Ich war überrascht, aber noch völlig ruhig. Dann wiederholte sie dies nochmals Wort für Wort. In diesem Moment rief unsere kleine Tochter Miriam: 'Papaaa! Ihr redet über Jesus Christus. Weisst du, Papa, heute Nacht habe ich von einem grossen weissen Jesus geträumt, aber was dann passiert ist, weiss ich nicht mehr.' Einige Tage später trat ich von meinem Posten in der jüdischen Gemeinde zurück und ging zu einem mir völlig unbekannten Priester, um mich im Christentum unterweisen zu lassen. Am 13. Februar empfing ich das Sakrament der Taufe und wurde in die katholische Kirche aufgenommen."


Aus Dankbarkeit gegenüber Pius XII., der gemäss neusten Forschungen für die Rettung von mehrerern hunderttausend Juden direkt und indirekt verantwortlich war, wählte Israel Zolli als Taufname Eugenio, wie der Papst mit bürgerlichem Namen hiess.

Mehr zu Rabbi Zollis Weg in einem Artikel von Paul Badde in DIE WELT:
www.welt.de/…/Der-Rabbi-und-d…
dlawe
Habe das Buch gelesen. Wir wollten Roy Schoeman mit Hilfe von WB Laun nach Österreich holen. WB Laun kennt Schoeman persönlich - ist DU auf DU mit ihm. Ich ersuchte den für das Judentum zuständigen Linzer Bischof SCHEUER um Unterstützung und bekam von seinem Ordinariat zu hören: "Ich will Ihnen nicht helfen". Das sagte der für das Judentum zuständige Bischof Scheuer.
Was sind das für Bischöfe - …More
Habe das Buch gelesen. Wir wollten Roy Schoeman mit Hilfe von WB Laun nach Österreich holen. WB Laun kennt Schoeman persönlich - ist DU auf DU mit ihm. Ich ersuchte den für das Judentum zuständigen Linzer Bischof SCHEUER um Unterstützung und bekam von seinem Ordinariat zu hören: "Ich will Ihnen nicht helfen". Das sagte der für das Judentum zuständige Bischof Scheuer.
Was sind das für Bischöfe - sind einfach nur Wölfe die sich in ihren Ordinariaten anfressen.
Copertino
@dlawe Ungläubiges Staunen über das, was Sie hier schreiben. Ist das denn die Möglichkeit?! Es wird genau einen Grund haben: Der Linzer Bischof Scheurer wird Panik haben, eine solche Unterstützung würde ihm von Seiten jüdischer Repräsentanten als "Proselytenmacherei" ausgelegt. Bei Licht betrachtet eine Unerhörtheit und einfach nur traurig und beschämend.