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Das Zeugnis des 30-jährigen Künstlers, das erstmals 1829 veröffentlicht wurde, ist nahezu wertlos, da man sich wegen Fehlens näherer Umstände keine konkrete Vorstellung machen kann. Als Kaiser wird diesmal Diokletian genannt.

Ihre Ankündigung an den Priester "Wenn die Welt meine Geschichte weiß, wird sie voller Verwunderung sein", löste Filumena etwa vier Jahre später ein. Ihr ausführliches …More
Das Zeugnis des 30-jährigen Künstlers, das erstmals 1829 veröffentlicht wurde, ist nahezu wertlos, da man sich wegen Fehlens näherer Umstände keine konkrete Vorstellung machen kann. Als Kaiser wird diesmal Diokletian genannt.

Ihre Ankündigung an den Priester "Wenn die Welt meine Geschichte weiß, wird sie voller Verwunderung sein", löste Filumena etwa vier Jahre später ein. Ihr ausführliches Selbstzeugnis wurde der Nonne und Priorin Maria Luisa di Gesù des Klosters Ritiro dell’Addolorata all’Olivella in Neapel enthüllt. Auch ihre Person gibt Don Francesco in seiner RELAZIONE 1833 nicht preis. Wie ihr Name bekannt wurde, konnte ich nicht ermitteln. Eine italienische Kurzbiographie dieser Nonne ist im Internet verfügbar.

Die Leidensgeschichte ist in der Ich-Form wiedergegeben. Der Text düfte in drei Stufen entstanden sein:

1. Maria Luisa vernahm bei geschlossenen Augen die Worte Filumenas.

2. Sie schrieb aus dem Gedächtnis nieder, was sie von Filumena gehört hatte und teilte es Don Francesco schriftlich (scritte notizie) mit.

3. Don Francesco kürzte die Darstellung Luisas, wie aus der Einleitung hervorgeht:

"La santa … le disse tante, e tante cose, ed io ne scelgo le sequenti per brevità" (Die Heilige sagte ihr so viele, viele Dinge, wovon ich die folgenden aus Gründen der Kürze auswähle.)

Die drei Zeugnisse über die Passion Filumenas betrachtet Francesco di Lucia als starke Beweise für ihre Glaubwürdigkeit. Er versichert, die drei Personen seien unter einander nicht bekannt gewesen und "sono in paesi distanti tra loro" – leben in entfernten Gebieten voneinander. Spätere Übersetzungen machten aus "paesi" Länder. Der Priester etwa, dem Filumena als junge Frau erschien, könnte keinen "regelmäßige Besuch" (visita solita) in Mugnano machen, wenn er weit entfernt wohnen würde. Auch ist anzunehmen, dass Maria Luisa di Gesù die Auflage von 1829 kannte, in der das erste Selbstzeugnis der Heiligen an den Domherrn veröffentlicht wurde. Da dieser Kanoniker allen seinen Bekannten seine Geschichte erzählte, dürfte diese die Runde gemacht und auch die Priorin erreicht haben.

Was nun die Erzählung Filumenas selbst angeht, so stellen sich zwei oder drei wesentliche Probleme.

Das erste Problem betrifft ihre Namenserklärung:

"Bei meiner Geburt gaben sie (die Eltern) mir den Namen LUMENA, in Anspielung auf das Licht (LUMEN) des Glaubens, wovon ich gleichsam die Frucht war; und am Tag meiner Taufe nannten sie mich FILUMENA, oder Tochter des Lichts (FILIA LUMINIS), das in meiner Seele durch die (göttliche) Gnade wohnte, die ich gleich bei der Taufe erhalten hatte."

Als die heilige Jungfrau Maria mit ihrem Kind Filumena im Kerker erschien, verwendete sie ebenfalls den Namen LUMENA in Anspielung an die Bedeutung von LUMEN = Licht.

Wenn wir diese Erklärung nicht für unmöglich halten, müssen wir in den Eltern eine römerfreundliche Haltung annehmen. Geplant war sicherlich im vorhinein der griechische Name PHILOUMENEGeliebte. Wenn zwischen Geburt und Taufe kein großer zeitlicher Abstand war, konnten die Eltern den spielerischen Namenswechsel ohne Risiko eingehen.

Man darf auch nicht übersehen, dass sie Eltern ihre Bekehrung zum Christentum einem römischen Arzt verdanken, dessen Person ausdrücklich durch seinen Namen PUBLIUS hervorgehoben wird. Die lateinische Namensform kann daher als ein Zeichen des Dankes angesehen werden. Wenn die Eltern zuvor noch Heiden waren, war von griechischer Seite das Christentum offensichtlich noch kaum bis in ihr Herrschaftsgebiet vorgedrungen.

Das zweite Problem betrifft die Werbung des Kaisers DIOKLETIAN (245-311) um die Hand Filumenas. Seine Ehefrau hieß Prisca, seine Tochter Valeria. Filumena hätte seiner Werbung entgegenhalten können, dass er bereits verheiratet sei. In der Darstellung ihres Selbstzeugnisses fehlt jedoch ein entsprechender Hinweis. Hätte sich Diokletian wegen einer 13-jährigen scheiden lassen? Wenn nicht, dann trieb er ein frivoles Spiel nicht nur mit dem jungen Mädchen, sondern auch mit den Eltern. Von Diokletian ist kein ausschweifender Lebensstil überliefert.

Verbunden mit diesem zweiten Problem ist, dass sich Diokletian fast ausschließlich im Osten des Reiches aufhielt und ROM eher mied. Da Filumena betonte, an einem Freitag, den 10. August gestorben zu sein, kommen nur die Jahre 288 und 294 in Frage. Es müßte also ermittelt werden, ob Diokletian zu einem dieser Zeitpunkte in Rom war. Als Todesjahr des heiligen Sebastian wird häufig 288 angegeben. Er war im Jahr oder zwei Jahre zuvor durch Beschuß mit Pfeilen verurteilt worden, genas aber von seinen Wunden durch die Pflege einer Frau namens Irene. Nach seiner Genesung trat er Diokletian wieder entgegen und wurde bei seinem zweiten Martyrium mit Knüppeln erschlagen.

Für das Martyrium Filumenas gibt es also viele Unbekannte. Es bleiben die Symbole auf dem Sarkophag und das eingetrocknete Blut als unzweifelhafte Zeugnisse ihres Martyriums.
pensator
Ihr erstes Selbstzeugnis teilte die heilige Filumena einem Priester mit. Der italienische Text steht in der Auflage von 1829 auf S. 64. Ich übersetze, so gut es mir gelingt:

Es gibt einen sehr eifrigen Priester, Prediger, Beichtvater und Domherr, der die Heilige sehr vertrauensvoll verehrt, der von ihr klare Gnadenerweise erhält und sich deshalb sehr für ihre Verehrung einsetzt. Ich nenne …More
Ihr erstes Selbstzeugnis teilte die heilige Filumena einem Priester mit. Der italienische Text steht in der Auflage von 1829 auf S. 64. Ich übersetze, so gut es mir gelingt:

Es gibt einen sehr eifrigen Priester, Prediger, Beichtvater und Domherr, der die Heilige sehr vertrauensvoll verehrt, der von ihr klare Gnadenerweise erhält und sich deshalb sehr für ihre Verehrung einsetzt. Ich nenne nicht seinen Namen, denn ich bin sicher, ich würde seine Demut verletzen. Aber der fromme Leser möge wissen, dass ich das, was ich sagen werde, in seinen Briefen schriftlich erhielt, dass seine Freunde aus seinem eigenen Mund die Erzählung vernahmen und er dasselbe auch in unserer Kirche gesagt hat, als er der Heiligen seinen gewohnten Besuch abstattete. Er hatte ein sehr schönes Gemälde in seiner sehr besuchten Heimatkirche angebracht, wo große Wunder geschehen, die öffentlich dokumentiert sind.

Eines Tages, als besagter Priester zufällig einen Spaziergang auf dem Land machte, begegnete ihm eine unbekannte Frau, die einen gebildeten Eindruck machte. Diese fragte: "Stimmt es, dass ihr in einer eurer Kirchen ein Gemälde der heiligen Filumena angebracht habt?"

"Ja", antwortete der Priester; die Unbekannte fuhr fort: "Was wißt ihr über diese Heilige?"

Sprach der Priester: "Nur soviel, wie man mit Mühe aus einer Deckplatte auf dem Grab entnehmen kann"; und er erklärte kurz das Wesentliche der Grabinschrift.

Sprach die Unbekannte: "Und nicht mehr?"

"Und nicht mehr," antwortete der Priester.

"Oh soviel und noch viel mehr gibt es über diese Heilige", fuhr sie fort, "und wenn die Welt es erfährt, wird sie voll Verwunderung sein." Und sie fügte hinzu: "Wißt ihr den Grund ihrer Verfolgung und ihres Martyriums?"

"Nein", antwortete der Priester.

"Es war die Weigerung", sprach die Unbekannte, "den Kaiser zu heiraten, der sie leidenschaftlich als seine Gemahlin begehrte. Sie weigerte sich, weil sie ihre Jungfräulichkeit bewahren wollte, die sie Jesus Christus geschenkt hatte".

Voll brennender Neugier auf diese Worte hin sprach der Priester: "Gewährt mir die Gunst und sagt mir, wißt ihr das alles sicher? Sagt mir, wo ihr das Buch gelesen habt? Wir suchen die ganze Zeit Hinweise auf diese Heilige, daher nennt mir das Buch, das ihr gelesen habt, wenn ihr es sicher wißt." Hier endete der Priester.

Und die Unbekannte fuhr mit feierlichem Ernst fort: "Mich fragst du, ob ich es sicher weiß? Mich? In welchem Buch ich es gelesen habe? Ich weiß es nur zu gut, ich weiß es sicher, ich weiß es, ich weiß es". Und mit diesen Worten entschwand sie.

Die erreignisreiche Begegnung wird 1827 oder 1828 stattgefunden haben, auch 1826 und 1829 sind möglich. Es fällt auf, dass die Unbekannte den Namen des Kaisers nicht nannte, vermutlich, weil für Don Francesco Diokletian bereits feststand. Wenn der Priester öfter Mugnano besuchte, kannten sich die beiden Priester, und der Kanoniker wird eine der beiden Veröffentlichungen Don Francescos selbst gelesen haben.
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pensator
Als 1826 Don Francescos zweite Auflage erschien, hatte sich der Ruf der wundertätigen Märtyrin schon weit in der Umgebung von Mugnano und darüber hinaus verbreitet. Vor vielen großen und kleinen Statuen und Bildnissen nach der originalen Liegefigur von Mugnano flehten Beter um ihre Fürsprache. Und noch immer wußte man nichts Näheres über die Katakombenheilige. Don Francesco stellte viele …More
Als 1826 Don Francescos zweite Auflage erschien, hatte sich der Ruf der wundertätigen Märtyrin schon weit in der Umgebung von Mugnano und darüber hinaus verbreitet. Vor vielen großen und kleinen Statuen und Bildnissen nach der originalen Liegefigur von Mugnano flehten Beter um ihre Fürsprache. Und noch immer wußte man nichts Näheres über die Katakombenheilige. Don Francesco stellte viele Überlegungen über die Inschrift und die Symbole auf den drei Grabplatten an. Allerdings hatte er keine direkte Ansichtsmöglichkeit, so dass er auf Kopien angewiesen war, die Ungenauigkeiten enthielten.

Die Heilige, wie wir sie nennen können, ließ sich wiederum Zeit, bis sie ihre Geschichte selbst verkündete. Ihre Auskünfte ergingen an drei Personen, einen Priester, einen jungen Künstler und eine Nonne aus Neapel. Die erste Botschaft ist die heiterste, die zweite die kürzeste und die dritte die ausführlichste. wie aus den Auflagen von 1829, 1831 und 1833 hervorgeht. Wie noch zu sehen sein wird, vermeidet Francesco di Lucia jede präzise Angabe zu Zeitpunkt der Botschaften und Namen der Personen.

Biographien des 20. Jahrhunderts über die heilige Filumena schöpfen ihre Informationen hauptsächlich aus einer englischen anonymen Veröffentlichung des Jahres 1863, die eine Übersetzung einer französischen Ausgabe von 1835 darstellt. Der Autor dieser Veröffentlichung zeichnet mit den Initialen J.F.B, Gesellschaft Jesu, verhält sich also auch halb anonym. Sein Name ist Joseph Francois Barelle. Er trifft eine Auswahl aus zwei ausführlicheren italienischen Quellen, die er jedoch nicht nennt. Eine davon kann nur die "RELAZIONE" des Don Francesco sein. Die Folge der Kürzungen ist z.B., dass er auch vom Selbstzeugnis Filumenas das eine oder andere wegläßt oder ungenau übersetzt.

Eine kürzere deutschsprachige Ausgabe von 1843 geht ebenfalls auf die französische Vorlage zurück. Eine weitere Veröffentlichung des Jahre 1849 hingegen des Priesters Johann Aloys Dreml von Königgrätz bezieht sich ausdrücklich auf eine Ausgabe Don Lucias des Jahres 1843 – möglicherweise fehlerhaft statt 1834.

Nun hatte Don Francesco schon soviel Wunderbares erlebt, dass die drei Auskünfte Filumenas eher unauffällig in die drei Auflagen eingefügt wurden. Das lag wohl zum Teil daran, dass der Autor bereits vieles selbst erschlossen hatte: Er hegte keinen Zweifel, dass Filumena ihr Martyrium unter Kaiser Diokletian erlitten hatte, dass es aus mehreren Torturen bestand, von denen sie mehrmals wunderbar geheilt wurde, bis sie schließlich enthauptet wurde. Als Musterbeispiel für ihr Martyrium galt Don Francesco die Leidensgeschichte des hl. Sebastian. Hinsichtlich ihres Namens betrachtete er LUMENA als eigenständige Namensform. Die entsprechenden Darlegungen finden sich in der Auflage von 1826 etwa zwischen den Seiten 37-53. Sie werden in den folgenden vier Auflagen nahezu unverändert übernommen, d.h. die Selbstzeugnisse Filumenas werden nicht eingearbeitet.
pensator
Die Reliquien der Märtyrin Filumena wurden in einen Raum gebracht, wo Katakombenfunde aufbewahrt wurden. Interessenten im Bischofsrang konnten sich um die Überlassung von Reliquien bewerben. Filumena mußte drei Jahre warten, bis sie ihren Verehrer fand. Es war der Priester Francesco di/de Lucia (1772-1847) aus Mugnano del Cardinale in der Diözese Nola östlich von Neapel. In Mugnano geboren, …More
Die Reliquien der Märtyrin Filumena wurden in einen Raum gebracht, wo Katakombenfunde aufbewahrt wurden. Interessenten im Bischofsrang konnten sich um die Überlassung von Reliquien bewerben. Filumena mußte drei Jahre warten, bis sie ihren Verehrer fand. Es war der Priester Francesco di/de Lucia (1772-1847) aus Mugnano del Cardinale in der Diözese Nola östlich von Neapel. In Mugnano geboren, lehrte er nach erfolgreichem Studium Philosophie und eröffnete nach seiner Priesterweihe 1796 eine Schule für Literatur und Philosophie. Er kehrte jedoch aus mehreren Gründen nach Mugnano zurück und widmete sich der Seelsorge. Durch Predigtreisen in Neapel und Umgebung erwarb er sich allgemeines Ansehen und gewann die Freundschaft des 20 Jahre älteren Bartolomeo de/di Cesare (1752-1819). Als dieser zum Bischof von Potenza ernannt wurde und in Rom geweiht werden sollte, nahm er Don Francesco dorthin mit. In diesem erwachte das Verlangen, zur Unterstützung seiner seelsorglichen Bemühungen Reliquien aus Rom in seinen Heimatort zurückzubringen. Durch die Vermittlung de Cesares gelang dies auch.

Filumena gelangte so zuerst nach Neapel, wo sie eine Liegefigur erhielt, und von dort nach Mugnano. Da der jugendlichen Märtyrin die Liegefigur zu alt vorkam, nahm sie selbst eine Verjüngung vor. Änderungen machte sie auch später das eine oder andere Mal.

Der literarisch erfahrene Francesco di Lucia veröffentlichte erstmals den Bericht der Reliquienüberführung 1824 unter dem Titel:
RELAZIONE ISTORICA DELLA TRASLAZIONE
DEL CORPO DI S. FILOMENA
VERGINE E MARTIRE
DA ROMA A MUGNANO DEL CARDINALE

Es folgten weitere Auflagen 1826, 1829, 1831, 1833 und 1834. Diese 5 Auflagen sind durch Google eingescannt und sind einsehbar.

Über Francesco di Lucia gibt es eine Kurzbiographie im Internet.
pensator
Die Märtyrin Philomena wurde als Wundertäterin (gr. Thamaturga) des 19. Jahrhunderts bezeichnet. Sie ist eine Märchenheilige. Alles an ihrer Geschichte ist märchenhaft, aber die zahllosen Wunder, die durch sie gewirkt wurden, sind so überzeugend, dass ihre Existenz als historisch angesehen werden muß.

Das Wunderbare scheint Raum und Zeit zu übersteigen, weshalb wir Menschen geneigt sind, an …More
Die Märtyrin Philomena wurde als Wundertäterin (gr. Thamaturga) des 19. Jahrhunderts bezeichnet. Sie ist eine Märchenheilige. Alles an ihrer Geschichte ist märchenhaft, aber die zahllosen Wunder, die durch sie gewirkt wurden, sind so überzeugend, dass ihre Existenz als historisch angesehen werden muß.

Das Wunderbare scheint Raum und Zeit zu übersteigen, weshalb wir Menschen geneigt sind, an Wunderbares ohne weitere Nachfrage zu glauben. In Wirklichkeit geschieht alles Heilige und Wunderbare in dieser Welt in den Grenzen von Raum und Zeit. Was mit rationalem Denken nicht ermittlet werden kann, muß als rätselhaft bezeichnet, aber nicht als unmöglich gedacht werden. Fakten und Eckdaten geben dem Wunderbaren einen glaubhaften Rahmen:

24. Mai 1802: Ein Marmorsarkophag mit den sterblichen Überresten eines Mädchens im Alter von etwa 13 Jahren wird entdeckt. Drei Terrakottaplatten tragen die Inschrift LUMENA PAXTE CUM FI beschriftet. Hintanfügung der ersten Platte erbringt die richtige Lesung: PAX TECUM FILUMENA. Über die falsche Plazierung der ersten Platte kann gerätselt werden.

Der Inschrift hinzugefügt sind 4+2 symbolische Zeichen: zwei Pfeile, eine Lanze, eine Lilie, zwei ähnlich sehende liegende Figuren, entweder zwei Anker oder ein Anker und eine Geißel. Nach archäologischer Einschätzung sind die Platten um 160 entstanden.

Außerdem befand sich, eingebettet in Mauerwerk, neben dem Schädel der Toten ein angebrochenes gläsernes Gefäß mit eingetrocknetem Blut. Das erste Wunder geschah bei der Umfüllung in ein Kristallgefäß, als die Bestandteile der dunklen Substanz in den verschiedensten Edelsteinfarben aufleuchteten. Dieses Wunder wiederholte sich in der Folge viele Male.

Die Umstände der Auffindung der Reliquien und ihre weitere Geschichte ist ausführlich und sachlich dargelegt in "St. Philomena: Powerful with God" von Schwester Maria Helene Mohr; das Buch ist auch im Kindle Format erhältlich.

Der Name FILUMENA ist latinisiert aus dem griechischen Namen PHILOUMENE. Es handelt sich um ein Partizip Präsens Passiv in der Bedeutung "Geliebte". PHILUMENA kommt in zwei Komödien des Terenz vor, in "Andria" und "Hecyra". O statt U tritt singulär in einer Inschrift PHILOMENA SATRIA auf, aus der lateinischen Literatur ist die Namensform PHILOMENA nicht überliefert.

Als männlicher Name ist ein PHILOMENOS überliefert, der um 273 in Ankyra das Martyrium erlitt. Der Wortteil MENOS bedeutet als gleichlautendes Substantiv u.a. "Verlangen, Mut, Tapferkeit, Kraft". PHILOMENE als weibliche Form bedeutet also "die Tapferkeit Liebende". Die Umbenennung von FILUMENA in FILOMENA bzw. PHILOMENA geschah also unreflektiert – wahrscheinlich sowohl wegen der Bekanntheit des Wortbestandteils PHILO- als auch wegen des besseren Klanges der O-Variante.
63peet63 shares this
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wichtig.

alle wichtigen
Delphina
Sehr schöner Beitrag!!
cyprian
Die liebe heilige Philomena! Sie wurde nicht nur einmal für Jesus umgebracht sondern schon das zweitemal: 1960 wurde sie unter Joh. XXIII. aus dem Martyriologium Romanum gestrichen, was angeblich nicht heissen sollte, dass sie nicht mehr verehrt werden durfte. Doch de facto wurde ihre Verehrung abgestellt: Philomena-Patrozinien wurden umgewandelt, ihre Figuren und Bilder flogen aus den meisten …More
Die liebe heilige Philomena! Sie wurde nicht nur einmal für Jesus umgebracht sondern schon das zweitemal: 1960 wurde sie unter Joh. XXIII. aus dem Martyriologium Romanum gestrichen, was angeblich nicht heissen sollte, dass sie nicht mehr verehrt werden durfte. Doch de facto wurde ihre Verehrung abgestellt: Philomena-Patrozinien wurden umgewandelt, ihre Figuren und Bilder flogen aus den meisten Kirchen und Kapellen raus; damit nicht genug: ihre Existenz wurde geleugnet als "historisch nicht belegt". Eine Bekannte von mir war letztes Jahr mit ihrem Mann in Ars. In einem Devotionalienladen fragte sie eine "zeitgemässe" Ordensfrau, warum nichts über die hl. Philomena im Sortiment sei. Die modern(d)e Ordensdame entgegnete: "Diese Heilige hat es nie gegeben!" (Sie muss es wohl gewusst haben...ha!)
Philomena-fans (sorry, das war neudeutsch für Verehrer!!), ich habe einen heissen link für Euch, den Ihr wahrscheinlich eh schon kennt, but if not ... www.philomena-zentrum.de!
Conde_Barroco
Gelobt sei Jesus Christus! Ich dachte, dass viele diese Heilige längst vergessen hätten seitdem sie, wie so viele andere, aus dem Heiligenkalender entfernt wurde. 🤬
Latina
😁 😇 🙏 👏
Philomena
Besonders freut mich, daß die Heilige an einem Weltjugendtag „dabei“ war! Eine junge Heilige für die Jugend. 😇
Klaus
Vor ihrer Reliquie werde ich nachher noch für alle Verehrer ein Teelicht entzünden, in Euren Anliegen ...

ich verehre sie sehr, sie hat mir auch schon viel geholfen ...
Conde_Barroco
Jungfräuliche Märtyrerin erinner dich an uns und bitt bei unserem Herrn! Pax tecum philomena :-D