Clicks650

„Stat crux dum volvitur orbis“ (Rom-Kurier)

Rom-Kurier
November - Dezember 2020 Nr. 243

„Stat crux dum volvitur orbis“

Über der unruhigen Welt steht das Kreuz unbeweglich still. Die Aussage der Überschrift des Artikels ist der Wahlspruch der Karthäuser; diesen Mönchsorden gründete im XII. Jahrhundert der hl. Bruno aus Köln. Seine Mitglieder widmen sich dem Gebet und der mit Händen verrichteten Arbeit. Dieser Orden gehört zu den religiösen Gemeinschaften, welche im Laufe der Jahrhunderte zur Evangelisierung und Kultivierung des Abendlandes, zur Entwicklung von Handwerk, Kunst und Fortschritt beigetragen haben. Wie die anderen religiösen Orden gehen auch die Karthäuser heute dem Untergang entgegen. Weiterhin verfallen die christliche Kultur, der Glaube an Gott, die Wertschätzung der Heiligkeit des zum Himmel führenden Lebens; auch die Hoffnung auf das ewige Glück ist schwächer geworden. Der Grund für diesen Niedergang ist die Tatsache, daß die den Geist leugnenden Materialisten und die Gott verachtenden Atheisten die Oberhand gewonnen haben und nun mit großem Stolz die Gesellschaft beherrschen; aber diese Herrschaft dauert nur solange, wie Gott der Herr der Welt es erlaubt. Doch über der Welt steht ruhig und fest das Kreuz Christi; nur seine Feinde verachten es. Tatsächlich können die das ewige Gesetz verhöhnenden Menschen die Welt nicht regieren, sondern das glorreiche Kreuz Christi hat auf Erden die Herrschaft und bewahrt die Menschheit vor dem ewigen Tod und der ewigen Verzweiflung der Hölle. Der Mensch hat die Möglichkeit, Gottes Gebote zu mißachten, dann aber muß er für seinen Ungehorsam den höchsten Preis zahlen. Tatsächlich werden die Unglücksfälle in der Natur immer zahlreicher; das gleiche gilt auch für die Brüderkriege, den Zusammenbruch der Familien, die Fluten der wilden Einwanderung, die Tötung, die Selbstmorde und die schlimmen Verbrechen der Mafiabanden usw. Diese Übel sollten uns bewußt machen, daß unser gegenwärtiger Zustand der (allgemeine) Glaubensabfall ist. Wir sollten damit beginnen, gegen die bösen Herren dieser finstern Welt aufzubegehren, weil sie die Gesellschaft dazu gebracht haben, Gott zu verachten und Sein gerechtes und mildes Gesetz abzulehnen. Hoffen wir, daß doch einige Menschen den Mut aufbringen, die falschen Machthaber offen anzuklagen! In der Hoffnung auch, dass jemand den Mut hat, sie offen anzuprangern und das Klima des Schweigens zu überwinden, das uns unterdrückt. Das von christlichen Glauben abgefallene Abendland wird, wie die Bibel lehrt, für die Ungerechtigkeiten, die Mißwirtschaft und die Gottesverachtung der öffentlichen Führer eine saftige Rechnung bezahlen müssen; die Kommunisten, die radikalen Irrlehrer und Freimaurer wollen die bösen Werke ihrer Inspiratoren vollenden: Die Gesellschaft wird immer unmenschlicher, weil die Herrscher zum Heidentum zurückgekehrt sind; ja sie vollenden die bösen Werke ihres Inspirators. Die Vertreter der demokratischen Regierungen haben die Mehrheit ihrer Wähler betrogen, weil sie das legitime Verlangen der Bürger nach Gerechtigkeit nicht berücksichtigen, die Wähler werden durch die nachfolgenden Gutachten bestraft. Bereits in den letzten vergangenen Jahren trat der Umsturz ein und zerstörte die alte Ausgewogenheit in der Politik. Die von falscher Ideologie bestimmte Absicht, eine neue, nicht vorhergesehene Auswahl zu treffen wird stärker; dadurch erhalten die Völker immer mehr Anregungen, die Mäßigung und den gesunden Menschenverstand aufzugeben. Der große Abstand zu Gott und die Verachtung seiner Existenz beeinträchtigen sehr den sozialen Frieden der Völker. Das Ziel der Welt? Wenn Gott uns seinen hilfreichen Segen verweigert, können wir nicht weit kommen; daher müssen wir auf alle möglichen Ereignisse vorbereitet sein, sei es im Bereich der Familie, der Gesellschaft wie auf dem gesamten Erdkreis.

Wenn wir auf das Eintreffen leidvoller Vorkommnisse gefaßt sein wollen, müssen wir den starken (christlichen) Glauben haben; leider haben ihn viele Menschen aufgegeben. Niemals jedoch verläßt uns der Herr, sondern warnt uns durch klare, nur ihm bekannte Zeichen, um uns allen die Möglichkeit zu geben, im rechten Augenblick die richtige Wahl zu treffen. Unter diesen bedrängenden Umständen müssen wir wenigstens das klare Bewußtsein haben, daß Gott uns ruft, und dieser Ruf vielleicht unsere letzte Chance ist. Allein Er kennt uns vollständig und will uns retten. Deshalb müssen wir immer bereit sein, die Probleme anzupacken, wenn Gott sie dazu bestimmt hat, unserem Leben die entscheidende Wende zu geben. Da der Herr im Himmel uns besser kennt, als wir es selbst vermögen, so ist es logisch, daß Er jedem einzelnen von uns die persönliche Gnade verleiht, damit wir uns auf die letzte Wahl vorbereiten können. Sie dürfte für unser Heil das sicherste Gnadenmaß sein. Daher aufgepaßt! Auch im folgenden Fall ist das Kriterium des gesunden Menschenverstandes nötig. Wenn zum Beispiel ein elender Mensch seine Seele dem Teufel verkauft hat – solches geschieht bei den Mitgliedern der antichristlichen Geheimgesellschaften – mag das aus Leichtigkeit oder beruflichem Ehrgeiz geschehen sein, so muß er diesen Schritt später bereuen und entsprechend der kanonischen Praxis um Verzeihung bitten, um wieder in die Kirche eintreten zu können. Unterläßt er diese beiden Schritte, so dürfte er mit Gott Schwierigkeiten bekommen. Sicherlich hängen viele Personen, welche heutzutage die Spitzen der politischen Macht erreicht haben und in einer fragwürdigen öffentlichen Karriere verstrickt sind, geheimen Sekten an, welche gegen das Christentum agieren. Die Frage, welche wir vernünftigerweise stellen müssen, lautet so: Wie viele ehrgeizige Menschen sind heute in diesen geheimen Gesellschaften eingeschrieben, um unter den Kandidaten für die wichtigsten Posten in der Gesellschaft bevorzugt zu werden? Mehr als der Ehrgeiz, die Führung zu übernehmen, mehr noch als die besondere Vorbereitung auf eine leitende Stellung zählt die Tatsache, daß jemand eine Weltanschauung vertritt, sei sie radikal, kommunistisch, gottlos oder relativistisch. Ein solcher Mensch muß immer bereit sein, der führenden mächtigen Gruppe zu gehorchen; diese wacht, belohnt und setzt mit großer Autorität bei den großen, exponierten Führern der Welt die Normen fest, vor allem wenn unchristliche Grundsätze sie inspiriert haben. Deutlich ist zu erkennen, wie hinter den Kulissen die dunklen Mächte der vereinigten Weltregierung wirken, wie sie für das Auftreten des Antichristen die günstigen Bedingungen vorbereiten; sie meinen, es sei erlaubt, den gesunden Menschenverstand und die Weisheit der Katholiken zu verspotten, weil sie noch glauben, Gott werde an dem günstigen Augenblick eingreifen, um die Menschheit vor der Katastrophe zu retten. Wenn Gott die Welt deshalb erschaffen hat, damit sie Ihm Ehre erweise, so müssen wir auch Geduld aufbringen und wissen, wie man auf die von Seiner Vorsehung festgelegte Zeit wartet.

Die entscheidenden Zeiten kommen näher Da die Zeit ein Himmelsgeschenk ist, versteht Gott allein, die Dinge in der Weise zu lenken, daß seine Söhne in diesem Leben immer den größten Vorteil erlangen; dies gilt auch für die Personen, welche Ihn ablehnen, weil Er allein die Fähigkeit gibt, umzukehren. Er hat die Ereignisse so vorherbestimmt, daß alle den Weg zum ewigen Heil finden können. Für das Gottesvolk sind die Aufforderung zur Bekehrung und das Streben nach dem ewigen Heil immer wichtig, doch leider beachten und bringen das die Predigten selten, obwohl der normale Katechismus-Unterricht dies vorsieht. Es ist notwendig, oft daran zu erinnern und hervorzuheben, wie dringend dieses Problem ist. Wir haben den Eindruck, daß unter dem Pontifikat des Papstes Franziskus die Wahrheiten, welche das Paradies und die Hölle behandeln vergessen und sogar als überwunden gelten. Paradies und Hölle könnten noch überzeugende Kraft haben, wenn die Gläubigen, wie es früher der Fall war, noch die Mehrheit ausmachen würden, aber heute gilt das nicht mehr. So ist es klar, daß wir gegenüber dem vom Glauben abgefallenen Volk die Einstellung ändern müssen, weil es den Glauben aufgegeben hat und die Pflicht mißachtet, den Tag des Herrn zu heiligen. Aber die Zahl der Gläubigen, welche mit der ökumenischen und neomodernistischen Einstellung des Papstes Franziskus nicht einverstanden ist, nimmt zu und wird größer.

Kurz zusammen gefaßt: Die Atmosphäre des Skeptizismus und des Streites ist unbestimmt. Wenn es nach dem gesunden Menschenverstand ginge, so müßte die Kirche mit Autorität ihre maßgebende Stimme hören lassen und die Dinge klar bei Namen nennen, wie die Bibel spricht: „Wenn die Getauften Gott ablehnen, dann wählen sie die ewige Verdammnis der Hölle“. Es gibt auch die Vermutung, daß Christen die Kirche verlassen, weil die Predigten farblos und fade sind, und die Priester gesellschaftliche, ökumenische und kulturelle Themen behandeln. Die Prediger sind gegenüber den geistigen Bedürfnissen des christlichen Volkes gleichgültig; manchmal gibt es da keine wahren Gläubige mehr, sondern nur noch teilnahmslose Gewohnheitsmenschen, oder einfach neugierige Personen. Viele Menschen lehnen Gott ab, weil die Kirchenfeinde den Abfall vom Glauben auferlegt haben. Sie sind fast überall eingedrungen, besonders beherrschen sie die Pressemedien; deshalb wird die Umkehr für alle viel schwieriger, und die Möglichkeit, das Heil zu erreichen, wird geringer. Doch die Demütigen, Kleinen, Armen und die an der untersten Stufe der Gesellschaft stehenden Personen bewahren immer noch die wichtigen und unverfälschten Glaubenslehren und beten weiterhin mit Einfachheit. In seinen Plan hat Gott ihnen einen gewissen Vorzug gegeben. Das Matthäusevangelium bringt im Kapitel 20, Vers 16 das wichtige Wort: „Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein…“ Auch diese Äußerung des Heiland hilft uns, über das künftige Schicksal so vieler wortgewaltiger Personen nachzudenken, denn sie wollen dem Gottesvolk einreden und nahelegen, der Herr im Himmel handele heute mehr entsprechend dem Zeitgeist (als er es früher getan hat); damit wollen sie das Evangelium zeitgemäß auslegen und erklären. In ihren verschiedene Erscheinungen, dazu gehört zum Beispiel auch Fatima, ist die allerseligste Jungfrau Maria nicht gekommen, um die Heilige Schrift zu korrigieren, sondern die Bibel in klarer Weise zu bestätigen; dabei geht sie mit großer Mutterliebe und Autorität vor und hebt dadurch die in den Evangelien berichteten Worte ihres Sohnes hervor und betont sie. Aufforderungen, umzukehren und fest auf das Heil zu hoffen, sind heute für das christliche Volk sehr dringend nötig.

Die Gottesmutter Maria hat in den Erscheinungen von La Salette auch den großen Glaubensabfall vorausgesagt. Seit Jahren sind wir genötigt, diese Apostasie zu erleiden, weil viele Christen schwach geworden sind und deshalb mit großem Geschrei den Verlockungen des Teufels nachgeben; auch verschiedene Personen der Hierarchie sind darin verwickelt. Christi Kreuz wirkt das Heil der Welt In den vergangenen Jahrhunderten war für sehr viele heidnische Völker und Nationen der gekreuzigte Christus ein Stein des Anstoßes, doch heute – unglaublich aber wahr – nehmen auch viele Christen, welche in der Hierarchie hohe Ränge innehaben am Tod des Heilandes großen Anstoß. Wenn wir diese Tatsache bedenken, so müssen wir erkennen, daß die Zeit sehr nahe ist, und das Kreuz durch einen Aufsehen erregenden Sieg alle seine Feinde überwinden wird. Unsere Hoffnung bleibt fest und sicher. Die Versprechen des Herrn und der allerseligsten Jungfrau Maria stärken unseren Glauben, hat doch in Fatima die Gottesmutter verkündet: „Am Ende triumphiert mein unbeflecktes Herz“. Folglich ist die heutige Zeit, die Geschichtsepoche, in der die Menschheit, welche zum großen Teil das Opfer des Teufels geworden ist, auf Christus wartet und sich auf die (zweite) Ankunft des Erlösers vorbereiten muß. Der Satan äußert, ja spuckt geradezu die größten Beleidigungen und die fürchterlichsten Schimpfworte gegen Gott und die Kirche aus, doch er weiß, daß die Zeit bald kommen wird, wann er für immer besiegt ist.
Wenn wir die verschiedenen Umstände betrachten und die Voraussagen der alten und modernen Zeiten erwägen, dann können wir mit großer Wahrscheinlichkeit folgende Abschnitte voraussehen; auch die kurz dauernde Zeit des Antichristen ist darin eingeschlossen:

1.) Zuerst kommen die Warnungen des Himmels; diese Hinweise begreifen leider nicht alle Menschen in positiver Weise, wie Gott im Voraus mahnt. Würden sie verstehen, dann würden die Zustände sich so ändern, daß für die Menschen die entscheide Wende einträte.
2.) Die ersten für die menschliche Wissenschaft unerklärlichen Zeichen werden eintreten: Obwohl die Skeptiker sie völlig ablehnen, hat Gott bestimmt, die Menschen sollen sie als den letzten Beweis verstehen, daß der Himmel (mit seiner Allmacht) eingreift.
3.) Verschiedene außergewöhnliche Ereignisse bestätigen, daß die liebevolle Unterstützung der allerseligsten Jungfrau Maria hilfreich gegenwärtig ist. Unsere himmlische Mutter ist bereit und entschieden, uns so zu führen, daß wir ihren Sohn Jesus wirklich treffen.
4.) Eine Reihe von unheilvollen und schmerzlichen Ereignissen wird wirklich eintreten, sodaß viele Leute zur Auffassung kommen, daß die schlimmen Strafen verdient sind, weil die Mehrheit der Menschen durch ihr böses Verhalten schuldig geworden ist.
5.) Jesus Christus wird mit dem Kreuz unerwartet und glorreich wieder auf die Erde kommen, Satans Werke zerstören und für immer den mächtigen Teufel besiegen. Das mitleidige Herz der unbefleckten Jungfrau Maria wird den großen Triumph, den vollständigen Sieg davontragen.
6.) Im Matthäusevangelium Kapitel 24, 36 weissagte der Heiland: „Jenen Tag aber und die Stunde (wann der Herr kommt), weiß niemand, auch die Engel des Himmels nicht, als der Vater allein.“ (Übersetzung nach Allioli)
7.) Die Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde wird geschehen; der hl. Petrus hat ja vorausgesagt, daß die neue Schöpfung die gegenwärtige Welt ersetzt, weil das Gift des Teufels sie in schrecklicher Weise beschmutzt und befleckt hat. Das Kreuz Christi bereitet den Feinden der Kirche viel Verdruß: Die öffentlichen Behörden und Schulen fechten es an, beseitigen es, weil es nicht allen Leuten gefällt. Immer mehr verzichtet das katholische Europa darauf, den Jahrhunderte geltenden christlichen Glauben hoch zu halten, weil die Feinde den Kontinent mit List erobert haben, indem sie die prestigeträchtigsten Positionen übernommen haben.

Folgende Konsequenzen treten ein: Wir müssen darauf gefaßt sein, daß Beschlüsse der Regierungen – das Einverständnis zwischen den demokratischen Machthabern und den Mitgliedern der Hierarchie sind ja fast perfekt – in gewissen Fällen die Beseitigung der Kreuze anordnen. Die Aktion beginnt dann, wenn die Anhänger anderer Religionen bei den zuständigen Autoritäten Anträge dazu stellen, weil sie gegenüber der christlichen Religion zu viel Abneigung empfinden. Gegen diese Maßnahmen (die Kreuze abzuhängen) zu protestieren, nützt nichts, weil die Mehrheit der (ungläubigen) Demokraten diese Entscheidung der Behörden unterstützt. Doch dann beginnt die harte Christenverfolgung. Sie bereitet das Auftreten des ungerechten Menschen vor, ist doch das Wirken des Antichristen für den kleinen Rest der Christen die schlimmste Plage und Geißel. Das ist keine phantasiereiche Betrachtung der politischen Szene, sondern nur die tägliche Meldung, welche nicht einmal mehr in die Nachrichten kommt; wie sonst könnten wir ehrlich sagen, dass wir uns in dem allgemeinen Glaubensabfall befinden? Angst dürfen wir nicht haben, müssen doch die wahren Katholiken wissen, daß die Kräfte der Hölle den Sieg nicht davontragen.
Markus sì sì no no, 15.09.2019