Novus Ordo Panzersperre in Kathedrale installiert

Bischof Maurizio Gervasoni (65) von Vigevano, Italien, hat am 17. September einen neuen Tisch für seinen Dom vorgestellt. Er sieht aus wie eine Panzersperre.

Finanziert wurde er größtenteils von der Mailänder Cariplo Stiftung, die von einer Bank gegründet wurde. Die Gesamtkosten einschließlich eines Rednerpults und des Bischofsstuhls belaufen sich auf zwischen ein und zwei Millionen Euro.

Der eucharistische Klotz besteht aus Marmor mit einem Gesamtgewicht von 9 Tonnen und ist in Blau- und Goldtönen gehalten. Er wird am 26. November vom vatikanischen Staatssekretär Kardinal Parolin in Betrieb genommen ("konsekriert").

Bild: Screenshot L'informatore vigevanese, CC BY, #newsDmycwlupmp


Lucky Strike1
Wunderschöner katholischer Opferaltar!
Don Camillo
Der Begriff katholischer Opferaltar ist hier ziemlich die falsche Bezeichnung und fehl am Platz. Diese wiederliche Panzersperre ist wenn überhaupt ein in die katholische Kirche eingeführter protestantischer Mahl-Tisch. Mit Altar hat dies nichts mehr zu tun
Don Camillo
Was soll dies bitte für ein abscheulich hässlicher Klotz sein??
Oenipontanus
Muss eine Panzersperre schön sein? 🤭 Außerdem ist das Geschmackssache...
Don Camillo
Panzersperre ist passend
Oenipontanus
@Franz Graf
Warum ist es Ihrer Ansicht nach kein christlicher Opferaltar?
Franz Graf
Nun, ist es nicht so, das der christliche Opferaltar, ein nach Osten ausgerichteter Hochaltar ist, an dem der Priester versus deum, die hl Opfermesse feiert und die gottesdienstlichen Gebete verrichtet.
Klaus Elmar Müller
Die Ausrichtung zum Volk hin stiftet eine Mahlgemeinschaft, kein Opfer.
Oenipontanus
Naja, auf das "Hoch-" kommt es nicht an, da sich diese Art von Altar ja erst relativ spät in der Geschichte der Kirche entwickelt hat. Die Ausrichtung nach Osten wäre natürlich prinzipiell wichtig, aber sehr viele Kirchen sind ja ohnehin nicht geostet, so dass auch dieses Argument letztlich hinfällig ist.
Oenipontanus
@Klaus Elmar Müller
Das ist Ihre Meinung, die nicht mit der Realität übereinstimmen muss. Die Ausrichtung als solche "stiftet" gar nichts, woher haben Sie denn diesen Unsinn?
2 more comments from Oenipontanus
Oenipontanus
@Franz Graf
Nachtrag: Da die Gebetsostung etwas Urchristliches ist, würde ich natürlich eine flächendeckende Umsetzung dieses Prinzips unter allen Umständen befürworten. Aber man kann ja schlecht alle Kirchen, die nicht geostet sind, einfach in eine andere Richtung drehen. Schade, dass die Kirche schon seit sehr langer Zeit solche Dinge nicht mehr für wichtig erachtet.
Oenipontanus
@Sohn einer Witwe
Was heißt "in Richtung des Gottes"? Ist Gott nur in einer bestimmten Richtung?
Franz Graf
Ja stimmt schon (Hochaltar). Außerdem interessiert heutzutage so und so keinen Priester mehr, der eine Ausbildung in einen europäischen diözesanen Seminar genossen hat, in welcher Himmelsrichtung er seine Form einer hl. Messe zelebriert. Offenbar wurden derlei "Nebensächlichkeiten", früher einmal wesentlich ernsthafter gesehen. Ich weiß jetzt nicht mehr, um welches Gotteshaus es sich dabei handelt …More
Ja stimmt schon (Hochaltar). Außerdem interessiert heutzutage so und so keinen Priester mehr, der eine Ausbildung in einen europäischen diözesanen Seminar genossen hat, in welcher Himmelsrichtung er seine Form einer hl. Messe zelebriert. Offenbar wurden derlei "Nebensächlichkeiten", früher einmal wesentlich ernsthafter gesehen. Ich weiß jetzt nicht mehr, um welches Gotteshaus es sich dabei handelt, aber es gibt wohl eine bedeutende Kathedrale, in der schon immer, auch vor der Liturgiereform v. 1970, prinzipiell vesum populum zelebriert wurde. Der Grund dafür soll sein, das aus bautechnischen Gründen, eine Ostung des Kirchenschiffs nicht machbar war, ich glaube es hat etwas mit d. Stofflichen Beschaffenheit des Baugrundes zu tun. Deshalb stand der Hochaltar in diesen Fall quasi in der falschen Himmelsrichtung und deshalb werden alle Priester-Gebete dort auch seit je her versus populum gebetet. Weiß nicht mehr um welche Kirche es sich dabei handelt. Ich erinnere mich nur, vor langer Zeit hat mir das einmal ein Priester so erzählt und mich hatte das damals sehr beeindruckt, weshalb mir das auch bis heute im Gedächtnis geblieben ist.
Oenipontanus
@Sohn einer Witwe
"Im Tempel in Jerusalem war Gott in Richtung Kodesch Ha-kodaschim."
Nicht "in Richtung", sondern "im" Allerheiligsten! 😉
"Bei uns Katholiken Richtung Tabernakel."
Das Problem dabei ist, dass der Tabernakel im Hochaltar gemessen an 2000 Jahren Kirchengeschichte erst eine relativ junge Erscheinung ist (flächendeckend erst ab ca. 1500). Die Gebetsostung hatte ursprünglich nichts …More
@Sohn einer Witwe
"Im Tempel in Jerusalem war Gott in Richtung Kodesch Ha-kodaschim."

Nicht "in Richtung", sondern "im" Allerheiligsten! 😉

"Bei uns Katholiken Richtung Tabernakel."

Das Problem dabei ist, dass der Tabernakel im Hochaltar gemessen an 2000 Jahren Kirchengeschichte erst eine relativ junge Erscheinung ist (flächendeckend erst ab ca. 1500). Die Gebetsostung hatte ursprünglich nichts damit zu tun, wo die eucharistischen species aufbewahrt werden, sondern damit, dass die Wiederkunft Christi von Osten her erwartet wird. Daher "ad Dominum"!
Oenipontanus
@Franz Graf
"Außerdem interessiert heutzutage so und so keinen Priester mehr, der eine Ausbildung in einen europäischen diözesanen Seminar genossen hat, in welcher Himmelsrichtung er seine Form einer hl. Messe zelebriert."
Da haben Sie recht!
"Ich weiß jetzt nicht mehr, um welches Gotteshaus es sich dabei handelt, aber es gibt wohl eine bedeutende Kathedrale, in der schon immer, auch vor der …More
@Franz Graf
"Außerdem interessiert heutzutage so und so keinen Priester mehr, der eine Ausbildung in einen europäischen diözesanen Seminar genossen hat, in welcher Himmelsrichtung er seine Form einer hl. Messe zelebriert."

Da haben Sie recht!

"Ich weiß jetzt nicht mehr, um welches Gotteshaus es sich dabei handelt, aber es gibt wohl eine bedeutende Kathedrale, in der schon immer, auch vor der Liturgiereform v. 1970, prinzipiell vesum populum zelebriert wurde."

Der Petersdom in Rom ist ein Paradebeispiel dafür! Allerdings würde ich in so einem Fall nicht von "versus populum" sprechen, da die Intention dahinter ja die Ausrichtung des Liturgen nach Osten war und das gegenüber zum Volk nur eine Folge daraus, die keinerlei theologische Bedeutung hatte.
Franz Graf
Dann ist sogar st Peter in Rom nicht Richtung Osten ausgerichtet. Das wusste ich nicht einmal. Seltsam, das mir, als Katholiken, so eine markante Besonderheit, völlig unbekannt ist. Mir ist natürlich auch nie aufgefallen, das in st. Peter quasi verkehrt herum zelebriert wird, da ich, Baujahr 62, zu jung bin, um mir über diesen Umstand Gedanken zu machen. Schließlich wird ja seit 197O so und so …More
Dann ist sogar st Peter in Rom nicht Richtung Osten ausgerichtet. Das wusste ich nicht einmal. Seltsam, das mir, als Katholiken, so eine markante Besonderheit, völlig unbekannt ist. Mir ist natürlich auch nie aufgefallen, das in st. Peter quasi verkehrt herum zelebriert wird, da ich, Baujahr 62, zu jung bin, um mir über diesen Umstand Gedanken zu machen. Schließlich wird ja seit 197O so und so prinzipiell zum Volk hin zelebriert. Ja, dann war das auch früher schon nicht unbedingt zwingend, das Kirchen geostet erbaut wurden.
Oenipontanus
@Sohn einer Witwe
Warum ist dann die Aufbewahrung der Eucharistie auf dem Haupt-/Hochaltar erst nach über 1000 Jahren Kirchengeschichte aufgekommen und erst nach etwa 1500 Jahren nahezu flächendeckend eingeführt worden (und auch das nur im Westen)? Nein, "korrekt" ist es, Richtung Osten zu beten und zu opfern, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, ist dabei recht nebensächlich, wie ja bereits …More
@Sohn einer Witwe
Warum ist dann die Aufbewahrung der Eucharistie auf dem Haupt-/Hochaltar erst nach über 1000 Jahren Kirchengeschichte aufgekommen und erst nach etwa 1500 Jahren nahezu flächendeckend eingeführt worden (und auch das nur im Westen)? Nein, "korrekt" ist es, Richtung Osten zu beten und zu opfern, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, ist dabei recht nebensächlich, wie ja bereits die vielen diesbezüglichen Änderungen im Laufe der Zeit hinreichend zeigen.
Oenipontanus
@Franz Graf
Niemand kann alles wissen, aber man kann ständig dazulernen, wenn man denn will. 😇
Franz Graf
M. E. ist es schon richtig, das eine pristerliche Gebetsrichtung zum Volk hin, den Eindruck einer Malgemeinschaft stiftet. Und zwar in dem Sinne, die Gebetsrichtung versus populum stiftet Streit, ( was ja auch eine gebräuchlich Formulierung darstellt), zwischen Nom Anhängern und Traditionalisten. So habe ich den Kommentar von @Klaus Elmar Müller auch verstanden.
Oenipontanus
@Franz Graf
"Und zwar in dem Sinne, die Gebetsrichtung versus populum stiftet Streit, ( was ja auch eine gebräuchlich Formulierung darstellt), zwischen Nom Anhängern und Traditionalisten."
Das ist de facto natürlich richtig, aber die Frage ist, ob man sich an einem derart frucht- und sinnlosen Streit beteiligen will oder nicht. Denn zu einem Einvernehmen wird es da nach menschlichem Ermessen …More
@Franz Graf
"Und zwar in dem Sinne, die Gebetsrichtung versus populum stiftet Streit, ( was ja auch eine gebräuchlich Formulierung darstellt), zwischen Nom Anhängern und Traditionalisten."

Das ist de facto natürlich richtig, aber die Frage ist, ob man sich an einem derart frucht- und sinnlosen Streit beteiligen will oder nicht. Denn zu einem Einvernehmen wird es da nach menschlichem Ermessen niemals kommen, da beiden Seiten ihre jeweilige Ideologie wichtiger ist als die Sache, um die es geht, und rationale Argumente dabei sowieso nicht zählen.
Klaus Elmar Müller
Christus kommt von Osten wieder (Matth 24, 27). Darum das Opfer Christi nach Osten. Im Westen geht die Sonne unter, die Nacht ist Symbol für die Dämonen, deshalb im Westen einer Kathedrale abwehrende Fratzendarstellungen.
Franz Graf
Ist eigentlich bekannt, aus welchen Grund, der Petersdom damals nicht Richtung Osten ausgerichtet wurde. Und in welcher Himmelsrichtung ist eigentlich der Hauptaltar von st Peter? Weiß das jemand?
Klaus Elmar Müller
@Franz Graf: Es war nicht möglich, den Vatikanhügel abzutragen, um das Grab des hl. Petrus unter dem Altar zu positionieren. Es sollte aber unter den Altar. Darum wurde die Kirche notgedrungen gewestet. Aber laut Prof. Klaus Gamber fand die Liturgie dennoch gen Osten statt.
Oenipontanus
@Klaus Elmar Müller
Ja, unbedingt! Aber wie ich bereits sagte: Die Ostung der Kirchen wird schon lange nicht mehr strikt eingehalten, so dass auch in vielen alten Kirchen der Priester nicht(!) nach Osten hin zelebriert, wenn er am Hochaltar steht.
Klaus Elmar Müller
@Oenipontanus Ich vermute, der Dreißigjährige Krieg hat in den Menschen viel zerstört. Vieles wurde unwichtig. Zeigt der Aachener Dom noch eine Kanzel gespickt mit antiken Edelsteinen, begnügt sich das Barock mit vergoldetem Gips.
Oenipontanus
Nicht erst der Dreißigjährige Krieg! Die Kirche in meiner Heimat z. B. ist über 1000 Jahre alt und nach Nordwesten ausgerichtet. 😱
Klaus Elmar Müller
Versus-Deum-Altäre sind grundsätzlich abzulehnen, auch dieser. Aber dieser hier ist ein großartiges Kunstwerk: wertvolles Material in schönen, sich ergänzenden Farben und eine ansprechende Darstellung auf der Sichtseite: thronender Christus mit anbetenden Heiligen.
Goldfisch
WOHER sollen diese Anbetenden kommen und woher erst recht die "Heiligen"???
Franz Graf
Sehe ich ganz genau so. Davon abgesehen, das es kein christlicher Opferaltar ist und vom Stil her, deplatziert wirkt, ist es dennoch ein wirklich ansprechendes Kunstwerk, ein gelungenes Beispiel, zeitgenössischer religiöser Kunst. Bildhauerei in einer künstlerischen Qualität, wie man sie heutzutage so gut wie nicht mehr findet.
Klaus Elmar Müller
@Goldfisch Bitte vergrößern Sie das oben gezeigte Frontbild. In Blau sehen Sie dann kniende Heilige und in Gold den thronenden Christus, der ein Kreuz hält. Man muss ein paar Mal klicken, um die Vergrößerung auf den Bildschirm zu bekommen.
Goldfisch
@Klaus Elmar Müller > danke für den Hinweis. Stimmt! ABER: müssen wir in der heutigen Zeit noch etwas für das ÄUSSERLICHE zeigen, wo die WERTE für das INNERE zerbröseln??? Wozu die Zur-Schau-Stellung eines solchen "Klotz" - ich finde es nicht "aufrichtig!" Mehr Schein als Sein.
Der Hofrat
nun es wird nur der Editio Typica des Messbuchs von 2002 entsprochen, das schreibt feststehende Altäre vor keine transportablen Volksaltäre mehr, die man wegräumen kann
Goldfisch
Augenauswischerei! Man hat einen Hochaltar, der kostet nichts mehr und könnte die Würde und Ehrfurcht wiederherstellen. Man will wieder mal auffallen um jeden Preis und glaubt vielleicht, daß dadurch mehr Menschen in die Kirche kommen - bei dieser Moral und der Glaubensvermittlung die einem Schauern läßt??? - Außerdem hat Schönheit für mich einen anderen Wert und auch ein anderes Aussehen!
kyriake
Was bitteschön ist denn eine Panzersperre?!
Franz Graf
Gut hab mir diese Marmorskulptur nochmal genauer angesehen. So hässlich ist sie eigentlich gar nicht. In der passenden Umgebung, sieht die Skulptur, als Kunstwerk nicht Mal schlecht aus. Als christlicher Opferaltar, noch dazu in einer mittelalterlichen Kathedrale, leider einfach unpassend und unangebracht. Hässlich wird dieser Altar eigentlich erst, durch den völlig ungeeigneten Standort, ein einfach …More
Gut hab mir diese Marmorskulptur nochmal genauer angesehen. So hässlich ist sie eigentlich gar nicht. In der passenden Umgebung, sieht die Skulptur, als Kunstwerk nicht Mal schlecht aus. Als christlicher Opferaltar, noch dazu in einer mittelalterlichen Kathedrale, leider einfach unpassend und unangebracht. Hässlich wird dieser Altar eigentlich erst, durch den völlig ungeeigneten Standort, ein einfach unmöglicher Stilbruch.
Franz Graf
Für diesen hässlichen Klotz über eine Millionen bezahlt, die müsse es ja haben. Einfach hirnrissig, für was in dieser Zeit wirtschaftlicher Not, alles Geld verpulvert wird.